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Continentalsystein
r« eh es verlangte, so würde dieser in den meisten Fällen vollkommen illusorisch wer-,den. Wie soll z. B. England in einem Seekriege gegen Frankreich , nachdem esdessen wenige Colonien erobert, dessen Kriegsflotten vernichtet hatte, demselbenüberhaupt »och Schaden zufügen, sobald das Privateigenthum allgemein respectirtwerden muß? Wollte man in diesem Falle die einzig mögliche Art, Feindseligkei-ten zu übe», nämlich das Privateigenthum gleich dem StaatSeigenthume wegzu-nehmen, ausschließen, so würde der Krieg von selbst aufhören. Aus demselbenGrunde kann auch die neutrale Flagge in Seekriegen nicht gleich unbedingt wie inFriedenszeiten respectirt werden. Wäre dies der Fall, so würde die Flagge desminder mächtigen kriegführenden StaatS von allen Meeren verschwinden, währenddie Neutralen den Handel desselben unter ihrer Flagge ungestört forttrieben, undwie sollte man hier je Betrügereien verhindern? Die Neutralen selbst räumen ein,daß sie nicht befugt sind, in Kriegszeiten mit Contrebandewaaren Handel zu trei-ben; nur über den Begriff derselben wird gestritten, dagegen aber verlangen sieFreiheit von Visitationen und Anerkennung des Princips: Frei Schiff macht freiGut. Mein das Letztere kann England aus den angeführten Gründen nicht zu-geben so lange es so mächtig ist, daß es bei einem jeden entstandene» Seekriegedie Flagge seines Feindes von allen Meeren verscheucht, und ebenso wenig das Er-stere; denn würde nicht unter dem Schutze der Freiheit von Visitationen jede Artvon Contrcbandehandel ungestört von denNeutralen fortgetrieben werden können?Die Neutralen, vor allen aber Frankreich , beklagte» sich über das von Englandauf ganze Küsten und Länder ungebührlich ausgedehnte Blockadesystem; alleinhier fragt sich dennoch wieder, ob England nicht mächtig genug war, selbst ganzeKüsten und Länder im Blockadezustande zu halten, und war dies der Fall, so wardies durchaus nicht von der Blockade eines einzelnen Hafens verschieden. WennBonaparte Repressalien gegen England ergriff, wie er es nannte, so fielen diesenicht auf England, sondern auf die Neutralen, deren Handel zerstört ward, wäh-rend der von England vernichtet werde» sollte. Frankreich verlangte, jeder Staatsolle seine Häfen den Engländer» verschließen, weil England die Freiheit der Meereund die Rechte des neutralen Handels nicht anerkenne, und jeder Ltaat die Pflichthabe, die Unabhängigkeit zu schützen. Allerdings ist diese letztere Behauptung sehrrichtig, allein kein dritter Staat ist befugt, über die Art und Weise ihrer AusübungRechenschaft zu federn; nur gegen sich selbst hat jeder iLtaat die Verpflichtung,nicht gegen einen dritten, und es war eine Anmaßung sonder Gleichen, wenn sichFrankreich hier zum Vormunde aller ander» Lttaaten auswarf, — Frankreich , dasbis auf diese Zeit die Rechte der Neutralen, so oft es irgend konnte, wenigstensebenso gröblich verletzt hatte als England. Durch die gänzliche Verschließnng allerHäfen des TontinentS für den Verkehr mit England, durch die geschärfte,i Maß-regeln gegen allen Handel mit englischen Produkten und Waaren wollte man Eng-land zum Nachgeben zwingen; daher mußten alle Nationen des Comments, ohneirgend eine Rücksicht auf ihre besondern Verhältnisse, ein gleiches Betragen gegenEngland beobachten, d. h. die Vernichtung ihres eignen Handels und ihres eignenWohlstandes ward die unerläßliche Bedingung der Fortdauer eines schwankendenFriedens mit Frankreich. So unterdrückte Napoleon das unbestreitbare Rechteines jeden neutralen Staats, mit andern in Friede und Freundschaft zu lebenund frei mit ihnen zu verkehren. Endest versprach man sich i» manchen Staatendie übe, wiegendsten Vortheile von dieser Handelssperre mit England: Flor desHandels ün Innern; — als ob da viel zu handeln wäre, wo keine Nachfrage nachdem Überflüsse ist, der nur erst durch die AuSsuhr zur See seinen Werth erkält!Man versprach sich Aufblühe» der eignen Manufacturen und Fabriken, denen leiderdie rohen Stoffe entzogen wurden, und die am Ende in den mehrsten Fälle» un-gleich theurer arbeiteten als die englischen; endlich Verhütung des Wegschleppens