Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
Seite
866
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Spott betrachten könnte, recht geflissentlich die Feinheit des Betragens im Um-gänge von den ehrlichen Kerlen mit Fußen treten, gleich als ob beide ganz unver-trägliche Gegensätze wären. Athen , der Sitz derKünste und Wissenschaften, war inseiner glänzendsten Zeit zugleich der Ort der alten Welt, wo die Grazien des Um-gangs und der Geselligkeit sich vereinigt hatten, um dem Leben jenen Zauber zuverleihen, der ihm den Reiz der Jugend unvergänglich erhält; in neuerer Zeit warParis die Schule des feinen Tons, von wo aus er sich weiter verbreitete. DieMitte des vorigen Jahrhunderts, wo sich um einige mit Geist und Anmuth reichgeschmückte Frauen, um eine L'Espinasse, Du Deffand, Geofsrin (s. d.),welcher Letzter» wir selbst eine geistreiche Abhandlung über die Conversation danken,die feinsten und gebildetsten Cirkel versammelten, gilt mit Recht für die später niewieder zurückgekehrte Blüthezeit des Gesellschaftstonö in Frankreich . So gewiß esist, daß die Kunst des Umganges nur durch die Gunst des Himmels empfangen, ausTheorien aber nur einseitig und unvollkommen erlernt wird, so wichtig bleibt es dochimmer, die Vorschriften eines Meisters darüber zu hören. Ein solcher ist Delille inseinem Gedichte: „I.a convei5,itiv»". Von Frau v. Vannoz erschien: , Oc>, >,-.<-'>!»ä une komme, rur los movcus üe plaire <!.i„s 1-, oc»,vo>5i,ti»>>"; von Chazet:„l?.irt ele omiser". Gern wird man die Franzosen zu Vorbildern in der gesellschaft-lichen Unterhaltung oder der Conversation nehmen, da es wol nicht unwahr ist,was ein alter Ausspruch sagt: „gue lez b'r!,i>o:>i,5 sculemont 5ave»t cmn erscr ot«zue ler untres »utious ne iavent gue ckisrerler ot <liso»Ie>".

T 0 n v e x oder erhoben, und concav oder hohl, gekrümmt, sind zweieinander bedingende Begriffe. Die innere, dem Zifferblatte zugekehrte Flächeeines Uhrglases ist concav, die äußere sodann conver gebildet. Der Mathematikernennt eine Linie dahin convep gekrümmt, wohin der Durchschnittspunkt der zweiTangenten an ihren Endpunkten fällt, und die Krümmung nach der entgegenge-setzten Gegend dieses Durchschnissspunktes nennt er concav. Über die Anwendungauf optische Gläser s. Linsengläser. 5.

C 0 n v i ct 0 r i u m, auf Universitäten derjenige Ort, wo Studenten ge-meinschaftlich speisen und dafür wenig oder gar nichts bezahlen dürfen. Das Con-victorium in Leipzig z. B. besteht aus 184 Tischen, jeder zu 12 Personen, wovondie eine Hälfte von wohlthätigen Privatleuten gestiftete Freitische sind, und die an-dern zu den Unterhaltskosten, die größtentheils durch königl. Stipendien beftritrenwerden, nur etwas Weniges beitragen. Diejenigen, welche in dieser gemeinschaft-lichen Speiseanstalt beköstigt werden, heißen Convictoristen.

C 0 nv 0 y, im Seewesen ein oder mehre Kriegsschiffe, welche eine Kauf-fahrteifiotte begleiten (convoyiren) und ihr zur Bedeckung dienen, um sie widerAngriffe der Feinde oder Seeräuber zu schützen.

Convulsionen, s. Krampf.

ConvulsionnairS, s. Iansenisten.

C 0 nz (Karl Philipp), Übersetzer und Dichter, geb. zu Lorch im Würtemb.den28. Oct. 1162, studirte in den niedern Klöstern, dann in dem theologischenStifte zu Tübingen , ward Repetent daselbst, hierauf Professor der classischen Lite-ratur an der dortigen Universität. Seine Nachbildung von Äschylug'S Tragödiennähert sich der Form und dem Geiste des Originals^ Anmmhig ist er in seinenkleinen anakreontischen Gedichten. Seine Gedichte erschienen mehrmals gesam-melt, zuletzt Ulm 1824. Mehre Aufsätze über Literatur, Kunst und Geschichtezeugten von der Lebendigkeit seines Geistes und dem Umfange seiner Kenntnisse.Er starb zu Tübingen den 20. Juni 1821.

C 0 0 k (James), Weltumseglcr, geb. 1128 in der engl. Provinz Porkshire.Sein Vater, ein unbemittelter Landmann, brachte ihn im 13. Jahre bei einemKohlenschiffer, welcher von Newcastlc »ach London fuhr, auf l Jahre in die Lehre.