886 Corregidor Correspondent
den Geschmack in der Malerei", wasC. in der Zeichnung, in Licht und Schatten,im Colorit, in der Composition, dem Faltenwurf und der Harmonie geleistet hat. —Drei Eigenschaften wird man stets an ihm bewundern: Grazie, Harmonie undFührung des Pinsels, Es ist eine eigne Anmuth in denBewegungen seiner Figurenund eine Lieblichkeit in dem Ausdrucke derselben, die sich durch einen unsäglichenReiz des Gemüths bemächtigt. Über C.'S Grazie siehe Speth: „Über die Kunstin Italien ", 1. Bd. Jene Stellungen und Wendungen wären dem Künstler nichtmöglich gewesen ohne seine Meisterschaft in den Verkürzungen, die nicht bloß größereMannigfaltigkeit in das Gemälde bringen, sondern auch der Grazie selbst so gün-stig sind, Abhold allem Rauhen und Harten, suchte er den Sinn durch einen milden,fast weiblichen Reiz zu gewinnen. Dahin strebte er auch durch die Harmonie derFarben, deren Wchöpfer man ihn nennen kann. Unübertrefflich ist er im Helldunkel,d. i. in der ästhetischen Vertheilung des Lichts, in derGeschicklichkeit, seinen Figu-ren Rundung zu geben und sie vor- und zurücktreten zu lassen, worin sich überhauptdie lombardischeSchule, derenHaupt er genannt wird, auszeichnet. In seinemFaltenwürfe berechnete er, mit Ü bergehung der genauen Wahrheit, Alles auf die Wir-kung des Helldunkels; er wußte mit großer Geschicklichkeit aus einer schönen Farbedurch Halbdinte in die andere überzugehen. Sein Bemühen war immer daraufge-richtet, den Hauptgegenstand hervorzuheben, da das Auge, wenn es von demLichteangezogen worden/gern auf mildern Blassen wieder ausruht. Einen genialen Ge-brauch hat er von dieser Kunst in seinerNacht (b> noNe <0 (lorre^i») gemacht, diesich auf der dresdner Galerie befindet (welche überhaupt 7 Gemälde dieses Meistersbesitzt, an denen man seine Fortschritte erkennen kann). Daß dieser Künstler auchvorn poetische» Genius beseelt war, zeigen außerdem noch die Anspielungen, die erbisweilen in seinen Gemälden angebracht hat, z.D. der weiße Hase bei der sogen.Zingara (Zigeunerin) in Dresden und Neapel (eine Mutter Gottes, der man wegenihres orientalischen Gewandes und Kopfputzes jenen Namen gegeben hat) und derStieglitz bei der Vermählung der heil. Katharina (in Neapel ), Durch die Nähe die-ser scheuen Thiere, die hier ihreFluchk vergessen, wird der Begriff der Unschuld undReinheit der handelnden Personen erhöht und die Ruhe und Stille der Lcene be-zeichnet. Zu seinen vorzüglichsten Gemälden gehören, außer der Nacht, sein heil,HieronymuS, der mehre berühmte Maler bis zur Ungerechtigkeit gegen Rafael be,geistert hat, die büßende Magdalena, die Altarblätter deß heil, Franciscus, heil,Georgs und heil. Sebastians, der Christus im Olgarten, in Spanien , der Amorin Wien, das Frescogemälde in Parma und vor ollen die Deckengemälde in derDomkirche zu Parma . Er starb 1534. Die Sage über seine große Dürftigkeitund deren Ursache zu seinem Tode ist längst widerlegt. <01.
Corregidor ist in Spanien und Portugal eine Magistratsperson, einPolizeirichter der zweiten Instanz,
Correspondent (der Hamburgische unparteiische). 1712 erschien zuSchiffbeck bei Hamburg eine „Holsteinische Zeitungscorrespondence", welche 1714aufhörte. Sie war die Grundlage „der Staats- und gelehrten Zeitung des unpar-teiischen Correspondenten", welche 1721 mit dem 29. April anfing, damals abernoch nicht „Hamburgischer", sondern „Holsteinischer Corresponkcnt^ genannt wurde.Mit 1731 übernahm derBuchdruckerGeorg Christian Grund zu Hamburg , Schwie-gersohn des bisherigen Verlegers Holle zu Schiffbeck, den Verlag, und es erschienennun wöchentlich 4 Stück. Das Privilegium, welcheS'der Senat zu Hamburg dar-über ertheilte, ist vom I.Dec. 1730, und »och jetzt sind dieGrund'schenErben imBesitze des Verlagsrechts. In der Zeit seines höchsten Flors gab man den Absatzdes „Unpart, Correspondenten", welcher 5Mal gesetzt wurde, auf50,000 Exemplarean. Als die Hansestädte mit Frankreich vereinigt würden, ward aus dem „Unpart.Correspond." eine franz.Zeitung, u. t.T.: .Journal rlu clüpartenrent clesöouelie.-i