Corsaren Corstca 887
cle I'klllw"; der deutsche Inhalt konnte nur als Übersetzung des franz. Textes gel-ten. Die Erscheinung in den beiden Sprachen, welche mit dem 1. Dec. 1811 an-fing, wurde 1813 nur auf eine kurze Zeit durch die Erscheinung des Korrespondentenin seiner alten Gestalt unterbrochen, bis das 1.1814 ihn in deutscher Sprache her»stellte. Die Auflage soll 1818 wieder 10,000 Exempl. betragen haben.
Corsaren (von dem ital. cnrsn, Lauf, Streiferei), Seeräuber, die Han-delsschiffe aufsuchen und wegnehmen. Gewöhnlich werden nur die von Algier, Tu-nis, Tripolis und den maroccanischen Häfen auskaufenden Raubschiffe Corsaren,die Schiffe hingegen, durch welche Europäer in Kriegszeiten, mit Bewilligungihres Staatü, feindliche Schiffe wegnehmen, Capcr genannt.
Corsiea, derGröße nach die dritte Insel Italiens , von der nördlichen KüsteSardiniens durch die 4 Stunde» breite Meerenge San-Bonifacio getrennt, liegt20 Stunden von Toscanas, 40 St. von Frankreichs und 60 St. von Spaniens Küste entfernt, enthält 178 (UM., ist Städte (darunter 4 Seestädte, mit 3 Rhe-den für große Flotten), 5 Markifl., 560 D. mit Einschluß von 63 I'iöves oderangebauten Thalgründen, und 185,000 Einw. S.-Fwrenzo sollte seiner Lage nach(die schönste Rhede, die nächste von Toulon ) die Hauptst. und befestigt sein. EinGebirge mit vielen Seitenästen zieht sich durch die ganze Insel und erhebt sich gegendie Mitte derselben zu einer solchen Höhe, daß der Schnee den größten Theil desJahres hindurch auf den Höhen liegen bleibt. Der Monte rotondo und der Monted'oro (8—9000 Fuß hoch) haben ewigen Schnee. Zum Theil ist das Gebirge stei-ler Fels, zum Theil mit Waldungen bedeckt. Diele kleine Flüsse, worunter nur derCholo schiffbar ist, fließen östlich oder westlich in das Meer. Die meisten trocknenoft im Sommer aus. Die östliche Küste ist flacher als die westliche, auf welcher diemeisten MeerAnschnitte sich befinden. Das Klima ist angenehm, indem die Son-nenhitze durch die hohen Gebirge und Seewinde gemäßigt wird. Einige Gegendenhaben wegen der stehenden Gewässer eine ungesunde Luft und sind verödet. DerBoden ist, besonders in den Thälern und an der Küste, sehr fruchtbar; daher dieEinwohner, obgleich sie den Ackerbau äußerst nachlässig betreiben, doch für ihrenBedarf hinreichendes Getreide (mit Ausnahme des Hafers, der nicht gezogen wird)ernten. Die gemeinen Corsen leben gewöhnlich von Kastanien und haben nur seltenWeizenb'ok. Weine, die dem Malaga und den französischen gleichen, werden, un-geachtet der sorglosen Behandlung, in Menge gewonnen; auch hat man vielenFlachs, treffliche, edle Südfrüchte, selbst zur Ausfuhr, ganze Wälder von Kasta-nien, viele -Oliven und Waldungen von Eichen, Tannen- und Lerchenbäumen, dieeine Höhe von 120 —130 F. erreichen. Die Viehzucht wird stark betrieben; dochsind die Pferde, Esel und Maulesel von einem kleinen Schlage, das Rindvieh zwargroß, aber mager, die Schafe grobwollig. Im Gebirge lebt das wilde Schaf(Muflon). Die Fischerei von Thunfischen, Sardellen und Austern macht eineHauptbeschäftigung der Einw. aus. Die Gebirge enthalten vielerlei Mineralien,doch ist der Bergbau fast unbekannt; vorzüglich zeichnet sich das Eisen durch seineGüte aus. Auch gibt es Bleigruben, und zu Pmuo Decchio reiche Salinen. DieCorsen sind noch ein wahres Naturvolk, der Mehrzahl nach Italiener und Beken-nen der katholischen Religion. Es fehlt an Schulen, aber nicht an Geistlichen.Höhere Lehranstalten mangeln ganz. Industrie ist ihnen unbekannt, sogar dienöthigen Handwerker fehlen; Jeder macht sich fast alle seine Bedürfnisse selbst,Wohnungen, Hausgeräthe und Kleidung sind ärmlich. Tapferkeit, Freiheitsliebe,Trägheit charakterisiren die Torfen. — Bis zum ersten panischen Kriege besaßen dieCarrhaginenser diese Insel. Von diesen kam sie an die Römer, Nachdem sie spä-terhin die Dandalen eine Zeitlang besessen hatten, stand sie abwechselnd unter derHerrschaft der griechischen Kaiser und der Golhen. 850 eroberten sie die Saracenenund behielten sie bis zum ersten Viertel des 11. Jahrh., zu welcher Zeit sie von den