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Zweiter Band. Bo bis C.
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Corso

Pisanern eingenommen wurde. 1284 kam diese Insel unter die Herrschaft der Ge-mieser, welche sie schon 806 erobert hatten, aber nicht lange im Besitze gebliebenwaren. Durch den 400jähr. Druck des oligarchischen Svstems der genuesischenRegierung zur Empörung gereizt, ergriffen die Eorsen 1729 gegen Genua die Waf-fen und legten sie seitdem nicht nieder. Genua rief 1730 kaiserl. und 1738 franz.Truppen zu Hülfe. 1736 hatte Baron Theodor von Neu Hof (s. d.) aus West-falen die Nation fo gewonnen, daß sie ihn zu ihrem König ernannte. Er verließsie nach Ankunft der Franzofen, um auswärtige Hülfe zu suchen. Die Franzosenverließen die Insel beim Ausbruche des deutschen Kriegs 1741. Nun brach dieEmpörung wieder aus. 1755 ernannte der corsische Senat den Pascal Paoli (s. d.) zum General, der die Angelegenheiten so gut führte, daß die Genueser mitHülfe franz. BcsatzilngStruppen (seit 1764) nur einige Seestädte mit der Hauptst.Bastia inne hatten, und die Hoffnung aufgaben, jemals die Insel überwältige» zukönnen. Sie überließen daher 1768 dieselbe an Frankreich durch den Traetat vonCompiegne, den der Herzog von Choiseul und Spinola zu Paris abschlössen, nachwelchem der König von Franko. die Corfen unterwerfen und so lange regieren sollte,bis die Republik ihm die Kriegskosten erstattete. Diese Bedingung war aber nurscheinbar, um England zu täuschen und den Senat nicht dem Vorwarf eines Ver-kaufs bloßzustellen. Frankreich glaubte, die Unterwerfung Corsica'S mit einer ge-ringen Kriegsmacht bewirken zu können; aber Paoli that, in der Hoffnung auf bri-tische Unterstützung, so lebhaften Widerstand, daß die Kosten dieser Unternehuiungschon auf 30 Mill. Livres angelaufen waren, ohne daß die franz. Völker bedeu-tend vorgedrungen waren. Allein muunehr verstärkte der Hof dieselben bis aus30,000 M. unter dem Marschall de Vaup. England blieb unthätig, und in den ver-schiedenen Gefechten thaten die Corfen so wenig ihre Pflicht, daß Paoli allen Wi-derstand aufgab und im Juni deff. I. nach England floh, wo er von einem königl.Gnadengehalte lebte. Dennoch dauerte der kleine Krieg in den Gebirgen bis 1774.Bei der franz. Revolution trat die Insel als ein besonderes Deparkem. in die Ver-bindung des gesammten Frankreichs ein und sandte ihre Deputirten zum Eonvente.Paoli ging nun in sein Vaterland zurück. Allein die Schreckensmänner in Paris verlangten ihn nach Paris , wo der Tod ihm gewiß gewesen wäre. Er rief daher dasVolk unter den Banner des Todtenkopfs (das alte corsische Wappen) und erobertemit Hülfe der Briten, welche den 18. Febr. 1794 landeten, den 22. Mai Bastia und den 4. August Calvi . Die Narion unterwarf sich jetzt dem britischen Scepterin einer allgemeinen Versammlung der Deputirten der Corfen zu Corte d. 18. Juni1794. Corsica ward als ein viertes Königreich constituirt und erbielt die Verfas-sung und Gesetze Englands, ei» besonderes Parlament, wie Irland hatte, und einenDicekönig (Elliot). Aber ein großer Theil derCorfen war den Engländern schon alsKetzern abgeneigt, und die franz. Partei breitete sich unter dem General Gentili (im-Oct. 1796) wieder aufder Insel aus. Krankheiten verschlimmerten die Lage derEngländer, und da die Macht derselben durch die Besitznahme von Livorno durchdie Franzosen 1796 in diesen Gegenden geschwächt wurde, so räumten sie Corsica.Seit 1811 bildet Corsica ein einziges Departement, dessen Hauptstadt Bastia ist.Die Einkünfte Frankreichs in Corsica betrugen 1821 nur 500,000 Fr., dagegenkostete der Krone die Verwaltung jährl. 3 Mill. Fr. S. Napoleon's „IlGwiias",4. Thl. (Lond. 1824) (vom Grafen Montholon), und „Metalle., »i Ou-wa" im1.1823 (nebst Proben der Volkspoesie), von Rob. Benson (Lond. 1825, m. 51Kps.). Boswell's „Historisch - geographische Beschreibung von Corsica" m. Anekd.von Paoli, a. d. Engl . (Lpz. 1769). ^

Corso, eine Hauptstraße Roms, welche diesen Namen, wie lange Stra-ßen mehrer Städte in Italien (z. B. Florenz ), von dem Wettrennen der Pferdeführt, womit zu Rom sich jeder Carnevalsabend schließt. Der römische Corso ist