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Cortona
die Einwohner, so sagt man, hielten ihn für einen Gott und einen Sohn der Sonne.Er zertrümmerte die Götzenbilder in den Tempeln, denen man Menschen opferte, >und richtete statt ihrer die Bilder der Jungfrau Maria und der Heiligen auf. Um- !terdeß machte er immer weitere Fortschritte in dem Lande, indem er mit mehren ^dem Montezuma feindlich gesinnten Kaziken Bündnisse schloß, der andern aber sich >durch Gewalt oder Verträge versicherte. Da aber ein Feldherr des Montezuma aufeinen geheimen Befehl die Spanier angegriffen hatte, begab sich Cortez in den lkaiserl. Palast, ließ jenen Anführer mit seinen Officieren lebendig verbrennen und jzwang den in Fesseln gelegten Kaiser, die Oberherrschaft Karls V. öffentlich anzu-erkennen. Der unglückliche Fürst fügte zu dieser Huldigung noch ein Geschenk von600,000 Mark reinen Goldes nebst einer Menge von Edelsteinen. Aber Belag-quez' Eifersucht wurde durch die Thaten seines Stellvertreters so rege- gemacht,daß ein Heer gegen ihn sandte. C. ging, verstärkt durch neue, aus Spa-
jekommene Truppen, demselben entgegen, wußte die wider ihn geführtenSo ten zu gewinnen und bekriegte mit ihnen aufs neue die Mexicaner, welchesich auch gegen ihren eignen Kaiser Montezuma, den sie der Verräiherei beschul-digten, empört hatten. Nachdem Montezuma , der durch seine Erscheinung dasVolk zu beruhigen gedachte, von den Aufrührern getödtet worden, erfocht Guati-mozin, sein von den Mexicanern als Kaiser anerkannter Neffe und Schwieger-sohn, einige Vortheile. Er vertheidigte seine Krone 3 Monate lang, vermochteaber nicht, dem spanischem Geschütze zu widerstehen. C. nahm Mexico wiederein, und 1521 fielen der Kaiser, die Kaiserin, die Minister und der ganze Hof inseine Hände. Die Habsucht der Sieger veranlaßte die schrecklichste» Grausamkeiten.C. unterwarf Karl V. ein Reich, größer als Spanien . Dafür ernannte ihn dieserzum Oberfeldherrn und Statthalter von Neuspanien. Allein bald brachen neueEmpörungen aug; C. ging mit vielen Wchähen nach Spanien zurück. Die Re-gierung von Mexico wurde der Audiencia (Gerichtshof) von Neuspanien über-tragen. 1530 bekam es seinen besondern Vicekdnig. Der über diese Verän-derungen mißvergnügte C. ging inzwischen auf neue Entdeckungen aus und fand1536 die Halbinsel Californien. Um mehr Unterstützung zu erhalten, ging ernach Spanien zurück, ward aber mit Kaltsinn aufgenommen und starb auf seinemLandgute bei Sevilla 1554. Sein Körper ward nach Mexico geschafft. C. warunternehmend, tapfer, flaatSklug und ausdauernd, aber fast in gleichem Gradegrausam und treulos.
Cortona, eigentlich Pietro Berettini, Maler und Baumeister , geb. 1586,nach seiner Geburtsstadt Cortona in Toscana u. d. N. Pietro di Cortona bekannt,lernte erst bei seinem Vater Giovanni, der auch Maler und Baumeister war, dannunter Andreas Commodi und Baccio Ciarpi in Rom . Er zeigte anfangs so vielUngeschicklichkeit, daß seine Mitschüler ihn mit Spottnamen belegten. Indeßstudirte er die Antiken und die großen Meister Rafael, Caravaggio , Michel An-gelo, und trat unerwartet als Künstler mit seinem Raub der Sabinerinnen auf.Die Geburt Christi in U. L. F. zu Loretto stellte seinen Ruf fest. Die von ihm ge-malte Decke des großen Saals im Barberini'schen Palaste, den Triumph der Ehrevorstellend, ist ein sehr gelungenes Werk und nach MengS eine der ungeheuerstenCompositionen, die je ein Maler ausgeführt. Er bereiste die Lombardei , den vene-zianischen Staat, Florenz , wo er die Decken des Palastes Pitti malte, und kehrtenach Rom zurück, als Maler und Architekt in steter Thätigkeit. Wann er, vomPodagra befallen, kein Gerüst besteigen konnte, verfertigte er Skaffeleigemälde,welche, obgleich von mindert» Werthe als die großen, doch geschätzt, aber seltensind. Alexander VII. machte ihn zum Ritter des goldenen Sporns für die Ver-zierung des Säulengangcs der Kirche üell.i Poe,-. Er starb 1669 und erhieltk>n ehrenvolles Begrübniß in der zu Rom dem heil, Lucas gewidmeten Kirche