CoruNa
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Cosel
der Maler, wo er sich schon durch den zierlichen Altar der heil. Martina verewigthatte. C. opferte die Wahrheit dem Gefälligen, das er jedoch nicht immer erreichte.Die Fehler der Zeichnung, welche etwas schwerfällig isi, vergütete er durch dieFruchtbarkeit einer heitern Erfindung, den holden Reiz, den seine jungen weibli-chen Figuren athmen (obgleich man ihnen vorwirft, daß sie einander zu ähnlichsind), und das blühende Colorit der harmonisch abwechselnden Farben. Diese letzteEigenschaft ist sein eigentliches Verdienst, welches weder vor noch nach ihm einAndrer in dem Maße erreicht hat.
Coruna , mit 16,000 Einw., Hafenstadt an der Nordwestküste der Pro-vinz Galicien , auf einer Halbinsel am Eingänge der Bai von Bctanzos (43° 23^82" N. B.), hat Leinwand- und Hutfabr. Die an einem Abhänge liegende obere, Stadt ist mit Mauern umgeben und durch eine Citadelle vertheidigt; ihre Straßensind eng und schlecht gepflastert. Die untere Stadt, auf einer schmalen Landzunge,hat breite und reinliche Straßen. Merkwürdig sind dasArscnal und ein alter, äußersthoherThurm. DerGeneralcapitain, derProvinzialintendant und derhoheGerichtö«Hof des Königreichs Galicien haben hier ihrenSih. Der halbmondförmige, miteinem schönen O.uai versehene Hafen ist geräumig und sicher. DieEinfahrt wird vonden beiden CastellenS.-Martin und Sta.-Cruz, und den beiden Forts St.-Amoraund S.-Anton vertheidigt. Das letztere ist auf einem von den Wellen umgebenenFelsen angelegt und dient zugleich als Staatsgefängniß. Auf einem hohen Berge,eine Stunde vor derStadt, ist ein Leuchtthurm, dessen Flamme 15 deutsche Meilenweit gesehen wird. Alle Monate segelt von hier ein Packekboot nach der Ha-vana, welches auf Portorico anzulegen pflegt; ein andres geht alle 2 Monatenach den Philippinen um das Cap Horn herum. Ebenso wechseln monatlichhie englischen und spanischen Packetboote zwischen Falmouth und C. Am 16.Jan. 1809 griff unweit C. der franz. Marschall Soult die sich zurückziehendenEngländer unter General Moore an; der Letztere verlor das Leben durch eineKanonenkugel, aber den Franzosen gelang es nicht, die Einschiffung der Engländerzu hindern. C. gegenüber liegt der feste Kriegshafen Ferrol , mit 20,000 Einw.
Cosel (Gräfin v.), unter den Freundinnen des prachtliebenden August II.,K. vyn Polen und Kurfürsten von Sachse», diejenige, welche zuerst als königl,Geliebte bei Hofe auftrat, am längsten in Augusts Gunst sich behauptete, diegrößte Gewalt über ihn übte und die bedeutendsten Summen ihm kostete. Siestammte aus dem holsteinischen Hause von Brocksdorf und war Ehrendanie bei dermit dem Erbprinzen von Braunschweig-Wolfenbüttel verm. Prinzessin Johannavon Holstein-Plön. Zu Wolfenbüttel lernte sie der jachs. Cabinetsminister vonHoymb kennen, wählte sie, bezaubert von ihrer Schönheit und Bildung, zurGemahlin, ließ sie aber, um sie vor den Verführungen desHofes zu schützen, aufseinen Gütern wohnen. Allein der König, welchem Hoymb einst selbst, im Wein-rausche, feine Gemahlin mit zu lebhaften Farben geschildert hatte, vermochte die-sen, sie nach Dresden kommen zu lassen, und die Folge war, daß sie bald nachhervon ihrem Gemahle sich scheiden ließ und den Namen Madame de Cosel annahni,Der Kaiser erhob sie zum Range einer Reichsgräfin. Der König baute ihr eine»Palast (den noch jetzt sogenannten Cosel'schen in Dresden ), welcher Alles erschöpfte,was nur Pracht und Üppigkeit darboten. Die Zimmer waren nach den Jahreszei-ten angelegt, und das Gerath allein kostete mehr als 200,000 Thlr, Über 9 Jahrebehauptete sich die C. in der Gunst des Königs. Sie wußte ihm auch Achtungabzugewinnen; allein sie konnte ihrer Herrsch - nnd Eifersucht keine Grenzen setzen,JhrWille galt fürBefehl, und wer ihrzuwider war, mußte fallen. So stürzte sie desKönigs Liebling, den Kanzler Grafen Beichling, und versuchte dasselbe auch an demFstrsten Egon von Fürstenberg und dem Feldmarschall, Grafen Flemming, welcheaber endlich ihren Fall bewirkten, Als August 1716 in Warschau sich befand pgtz