Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Cosier 833

als Befehlshaber der leichten franz. Cavalerie, bildeten sich die ersten Edelleute desReichs und selbst die Prinzen für den Krieg. Als Kaiser Karl V. 1543 Landrecybelagern wollte, warf Briffac ihn 3 Mal zurück und vereinigte sich, trotz derÜberlegenheit desFeindes, mit Franz I. , der mit seinem Heere beiVitry stand. DerMonarch schloß ihn in seine Arme, ließ ihn aus seinem Pokale trinken und machteihn zum Ritter seines Ordens. Nach andern großen Thaten wurde er Großmeisterder Artillerie von Frankreich, und Heinrich II. sandte ihn als Botschafter an denKaiser, um den Frieden zu unterhandeln. Hier bewies er sich auch als guter Diplo-mat und erwarb sich dadurch das Gouvernement von Piemont und den Mar-schallsstab von Frankreich (1550). Dann ging er als Gouverneur der Picardienach Frankreich zurück und leistete dieser Provinz die wichtigsten Dienste. Briffacwar klein, aber äußerst fein gebaut; die Damen nannten ihn nur „den schönenBriffac". Man sagt, daß die Herzogin von Valentinois ihm ihre besondere Gunstgeschenkt, und daß Heinrich II. ihn bloß aus Eifersucht zum Lieutenant-Generalin Italien ernannt habe. Bewundert als Held, verehrt als edler Mensch, starbBriffac am 31. Dec. 1563 zu Paris .

Coster (Laurens), genannt JanSsoen, d. h. Johanns Sohn, ein wohlhaben-der Bürger zu Hartem, geb. daselbst 1370 oder 1371, verwaltete seit 1418 alsMitglied des großen Raths abwechselnd die Stellen eines Schoppen und einesSchatzmeisters; seit 1421, nach Andern schon seit 1399, war er Küster der großenoderParochialkirche zu Hartem, von welchem damals sehr ehrenvollen Amte er auchseinen Beinamen erhielt. Er starb wahrscheinlich bei derSeuche, welche in der zwei-ten Hälfte des I. 1439 in Hartem wüthete, indem 1440 bereits seiner Witwe Er-wähnung geschieht. Dies ist Alles, was die gleichzeitigen Stadtregister von ihm be-sagen. über 100 Jahre später, um die Mitte des 16. Jahrh., zeigen sich Spureneiner Volkssage, welche der Stadt Hartem dieErsindung der Buchdmckerkunst bei-legte. Dann lieferte Hadrian JuniuS in seinem zwischen 1562—71 geschriebenen,aber erst 1588 nach seinem Tode erschienenen „Katari-,", nach mündlichen Berich-ten bejahrter Leute, welche ihreNachrichten wieder vonAndern hatten, eine vollstän-dige ErsindungSgeschichte der Buchdruckerei, in welcher C. die ersteRolle spielt. Aufseinen Spaziergänger, im benachbarten Stadtholz« habe er (so erzählt JuniuS) an-fangs zum Zeitvertreibe Buchstaben in Buchenrinde geschnitzt, dann diese Versuchebis aufganze Zeilen ausgedehnt und endlich gewagt, volle leiten in Holztafeln zuschneiden. Auf diese Art habe er denDruck des onrer k<->>c>u-Ie»is,e" zu

Stande gebracht. Hierauf sei er zu dem Gusse bleierner oder zinnerner Typen vor-geschritten. Aber ein gewifferJohann, den er als Gehülfen angenommen, habe ihmseinen ganzen Druckapparat in einer Weihnachtsnacht entwendet unk sei damit erstnach Amsterdam und von da nach Köl» und Mainz geflohen, an welchem letztemOrte dieserDiebstahl Veranlassung zu größerer Verbreitung der von C. erfundenenKunst geworden sei. Eine unbefangene und selbst von aller Vorliebe für Deutsch-land freie Kritik hält dieses ganze Sagengewebe auf keine Weise aus; aber in Hol-land ist man noch heute so fest davon überzeugt, daß man nicht nur 1622 C. eineStatue errichtete und sein Haus, welches 1818 vor Alter einstürzte, mit wahrerVerehrung zeigte, sondern auch 1740 dasJubiläuni seiner Erfindung feierte. DieseFeier ist 1825 wiederholt worden, da man die Gerechtigkeit der holländischen An-sprüche durchMeermann's „(>, ^ iv, ogiupln, üo" (1765) undKoning's „Ver-

I>.iii>io!ü>^ „ 1 , > lm! <<>r-g>K,,,^ >Ic> ! nebcli »libunkl" (1816) bündig bewiesenglaubt. Mit welchem Rechte, lehrt die Beurtheilung der letztem Schrift im „Her-mes", von Ebert (Heft XX), deren Resultat ist: daß JanSsocn sich zu einer Zeit,welche mit der deutschen Erfindung wenigstens übereintrifft, mit Versuchen beschäf-tigte, welche dieErsindung derBuchdruckerkunst zuAbsichk und Folge hatten. Vgl.Ebert in der „Encyklopädie von Erfch und Gruber" Art. Buchdruckerkunst, und