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übersetzt v. Martini, Dresden 1784) ist ein allzu schwacher Versuch, und Mar-tinas Anmerkungen haben ihn nur um Weniges bester gemacht. Spalart's „Ver-such über das Costume der vorzüglichsten Volker des Alterthums, des mittlernAlters und der neuern Zeiten" (herausg. von Ign. Albrecht, Wien 1796— 99,3 Bde.) ist bester, aber auch nicht fehlerfrei; nützlicher sind die „kecneil, cie« co-,tume8 gntiguez" von Rocheggiani und Willemin, aber nicht das Ganze umfas-send, sowie die „Darstellung des ägyptischen, griech. und röm. Costumes", a. d.Engl. von Michaelis (Leipz. 1815). Seitdem erschienen zu Mailand und London italienisch und französisch in 9 Bdn., Fol., mit vielen Kupfern und Charten:„bloeurs et co5lu,i>e« ancienner et nrnclernc! cle tou« le« pcuple; cl'.vprc« Ic,moi>linie„s etc." (1816 fg^)> Es bleibt dem Künstler oft nichts übrig, als sich andie Quellen zu wenden. In Hinsicht auf das Costume der Alten sind es die archäo-logischen Kupferwerke, in Hinsicht des neuem Costume Betrachtung der Gemäldeaus verschiedenen Zeiten, Grabsteine, Trachtenbücher; in Hinsicht des Ausländi-sche,, aberReisebeschreibungen, die ihm zur Erreichung seines Zwecks helfen werden.Geschichte, Alterthümer und Erdbeschreibung sind unentbehrliche Hülfskenntniffe.Für die neuere Zeit und das Ausländische hat man die „postume« civil« acluel,kle ltt»« Icr peuj>les cniinu«" von St.-Sauveur, ferner die große „Sammlungvon Costumen verschiedener Völker" (London 1800 fg.), und einige Theatercostu-MeS, Nämlich die ,,6»«tume« et snn.vle« cle« gr»ncl« tbeätre« üe ?sri«", die„Costumes des k. k. HoftheaterS in Wien" (mit illum. K., Wien 1812 fg.), die„Theatercostumes des berliner Nationaltheaters" seit 1816—23 (die alten erschie-nen seit 1789—1813).
Ootoclroit, dlnte^aucbe (Rechte und linke Seite in der franz.Deputirtenkammer). Es wäre vielleicht für eine jede ständische Versammlung rath-sam, wenn die Sitze der Mitglieder durch irgend eine Ordnung (nach Departe-ments, durch das Loos u. s. w.) so fest bestimmt wären, daß eine Wahl der Plätzenach ihren politischen Ansichten ihnen unmöglich gemacht würde, wie es in denmeisten deutschen Staaten geschehen ist. Dadurch würde das Übertäuben der Red-ner durch gemeinschaftliches Geschrei, welches in Frankreich so oft vorkommt,einigermaßen erschwert, und die Ordnung leichter erhalten werden können. Indessenist man weder in England noch in Frankreich darauf verfallen. Im engl. Parla-mente gehören zwar die ersten Sitze auf der rechten Seite des Sprechers den Depu-tieren von London , allein sie nehmen solche nur bei der Eröffnung ein und überlas-sen solche sodann dcnMinistern, um welche sich dann ihre Anhänger versammeln.Die Opposition nimmt die gegenüberstehenden Bänke ein. In Frankreich hat sichdie Opposition immer auf der linken Seite gehalten; die heftigsten Mitglieder derNakionalconvention setzten sich auf die letzten höher stehenden Bänke dieser Seite,und bekamen davon den Namen: der Berg. Die gemäßigtem und die Anhängerder Regierung nahmen ihre Plätze in den vordem, niedrigern Theilen des Saals,welche die Ebene, der Bauch, der Morast genannt wurden. Noch jetzt scheidensich die verschiedenen Parteien in der franz. Deputirtenkammer auf diese Weise.DieMinisterialpartei hat ihre Plätze in derMitte (s. Centre), und je weiter sichdie Deputirten in den Richtungen des mehr oder weniger freisinnigen Royalismusvon ihnen entfernen, desto weiter weichen sie auch im Sitzen von ihnen ab. Dieäußerste Rechte und die äußerste Linke bilden die entgegengesetzten Pole der öffentli-chen Meinung. Die rechteSeite war innerhalb der Kammer seit 1815 die stärkste;von 1815—26 wurde kein Beschluß entschieden gegen sie gefaßt, und seit 1820machte sie so sehr die Mehrheit aus, daß dieGegner allen Einfluß auf die Beschlüsseverloren, und die linke Seite nur 15—20 Mitgl. zählte. Sie erhielt diese Mehr-heit durch das neue Wahlgesetz, nach welchem die großem Grundbesitzer einen Theilder Deputirten allein wählen und den übrigen wähle» helfen, also in den Deport«»