Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Cottin

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Couey

Cottin (Sophie Ristaud ), mehr gekannt u. d. N. Madame Cottin, dieVers. mehrer auch ins Deutsche übers. Romane und Unterhaltungsschriften, geb.1773 zu Tonneins im Dep.Lot und Garonne, und im 17. I. an eine» BanquierausBordeaup verheirathet, kam bald darauf nach Paris , wo sie ihren Mann »achwenigen I. verlor. Sie lebte ihrem Kummer und geistigen Beschäftigungen, dieihrer Neigung von jeher zusagten. Um sich zu zerstreuen, schrieb sie Das, wasihren Geist lebhaft beschäftigte, nieder, ohne daran zu denken, daß es einem an-dern Publicum wichtig sein könnte, als dem Kreise ihrer nähern Freunde. In derLeichtigkeit, wie sie ihre Gedanken mittheilte, entwickelte sich eine Anlage, die infrühern Jahren selbst von ihren nächsten Umgebungen war verkannt worden. Ihreersten Versuche waren kleine Gedichte und eine Geschichte von 200 Seiten. Ebenbrauchte einer ihrer Freunde 50LouiSd'vr, um Frankreich , aus dem er verbanntwar, zu verlassen. Mad. C. verkaufte die einzelnen Blätter, um dem Unglückli-chen zu helfen, und so erhielt das Publicum „Clara von Alba". Sie bekanntesich ebenso wenig zu dem Buche als zu dem guten Werke, das sie dadurch stiftete.Das Bedürfniß, sich mitzutheilen, bestimmte sie, ferner als Schriftstellerin auf-zutreten. Nun erschienen „Malvina", „Amalie von Mansfield", „Elisabeth,oder die Verwiesenen in Sibirien ". Die Innigkeit ihrer Empfindung und Beredt-samkeit, mit der sie die geheimsten Neigungen des Herzens darstellt, haben ihr be-sonders bei Frauen viel Beifall erworben. Ihre Lage erlaubte ihr, den Gewinn ih-rer Lchriftstellerei zu wohlthätigen Zwecken zu bestimmen. Eine schmerzenvolleKrankheit hinderte sie an der Vollendung eines Werks religiösen Inhalts und aneinem andern über die Erziehung. Nur für dieses wünschte sie eine günstige, dank-bare Aufnahme, denn sonderbar genug mißbilligte sie schriftstellerische Thätigkeit anFrauen. Nach 3monatlichcn Leiden starb sie am 25. Aug. 1807. Ihre einzel-nen Wchriften enthält die Sammlung: „Oeuvre, uoiiinlelei. elo Kaclanis Oottin"(Paris 1806).

Coucy (Renaud, Castellan v.), der Held einer tragischen Begebenheit, welchein den alten Romanen und Liedern häufig besungen worden ist. Plan hält ihn fürden Neffen oder doch für einen Anverwandten des Raoul, Herrn von Coucy, derden König Philipp August nach Palästina begleitete, und mit welchem er auch ver-wechselt worden ist. Eine Handschrift in franz. Versen auf der königl. Bibliothekzu Paris , betitelt „Roman des Castellan von Coucy und der Dame von Faiel",geschrieben um 1228, und eine Chronik über den nämlichen Luvst von Fouchet,geschrieben um 1380, überliefern uns folgende Geschichte der zärtlichsten Liebe undder empörendsten Grausamkeit. Renaud, Castellan v. Coucy, ward gerührt vonden Reizen der Gemahlin Auberts de Faiel, Gabriele de Vergy. Das SchloßFaiel lag nicht weit vonCoucy, in der Nähe der Stadt Laint-Quentin. Renaudwarf sich mit dem Geständnisse seiner Leidenschaft Zn Gabrielens Füßen, sie wies»hu zurück, aber — nicht für immer. Die Liebenden sahen sich insgeheim. So ent-standen unter der Versicherung der feurigsten Liebe und unter unaushörltchen De-sorgnissen wegen der Eifersucht des Gemahls Renauds Lieder, von denen uns eineSammlung aufbehalten ist, Ausdrücke der glühendsten Leidenschaft. Die Ver-pflichtung, sich zum Kreuzzug zu stellen, unterbrach das stille Glück der Liebenden.Renaud schiffte sich zu Marseille niit Richard, König von England, ein. Mit die-sem kämpfte er an dem glänzenden Tage bei Cäsarea und siegte mit ihm bei'Aska-lon. Aber bei der Vertheidigung eines Schlosses, wo der König sein Quartier ge-nommen hatte, traf ihn ein vergifteter Pfeil. Alle Kunst der Ärzte scheiterte, dieWunde war unheilbar. Da bat Renaud um die Rückkehr m sein Vaterland. Sieward gewährt. Doch schon nach einigen Tagen fühlte er die Nähe des Todes; dagab er seinem treuen Knappen eine silberne Kapsel mir den Geschenken seiner Herrin.„Nimm", sprach er, „und verwahr' es wohl; nach meinem letzten Seufzer schließeEvuverlaiwiis-verieon. Lö. Ul. 57