Coulomb
899
Coup
Garrick nach seiner Rückkehr ausFrankreich eingeführt. Noch ein wichtigerer Zweckaber wurde durch sie dadurch erreicht, daß man Dekorationen auf ihnen anbringenkonnte, welche dienten, Ort und Umstände der dargestellten Handlungen auch vordas Auge zu bringen und mit diesen Versinnlichungen, da die Coulissen beweglicheMaschinen sind, so oft zu wechseln, als es die Umstände erfodern; fodaß wirdurch bloßes Zurückziehen der einen und Vorschieben der andern uns aus der Straßein das Innere der Wohnungen, von da in Wald, Gebirg, Tempel, Gefängnißu. s. w. verseht finden. Damit die Täuschung für die Zuschauer aber noch mehr be-fördert werde, müssen die Coulissen perspektivisch gestellt sein und einander decken.Hierzu gewähren breite Coulissen einen beträchtlichen Vortheil, weil alsdann aufjeder einzelnen Coulisse ein großer Theil d«r Vorstellungen perspektivisch gemaltwerden kann, wodurch sich das Ganze besser verbindet. Bisweilen hat man dieCoulissen, damit sie sich besser decken möchten, nach einer schrägen Linie gestellt;hierdurch aber wird die Bewegung derselben erschwert. ,Ist.
Coulomb (Charles Augustin de), geb. 1136 zu Angoulöme, trat in dasGeniecorps, wurde nach Martinigue geschickt und baute dort das Fort Bourbon.1169 erhielt seine Theorie der einfachen Maschinen den verdoppelten, von der Aka-demie darüber ausgesetzten Preis, und einmüthig nahm ihn die Akad. 1181 in ihreMitte auf. Überall gebraucht, wo es schwierige Gegenstände der Mechanik zu be-urtheilen gab, war er zugleich durchaus rechtlich. Man hatte den Ständen vonBretagne einen Plan zu Anlegung schiffbarer Canäle in ihrer Provinz vorgelegt,die er als Beauftragter der Regierung begutachten sollte. C. überzeugte sich, daßihr Ruhen keineswegs für die ungeheuern Summen ihrer Anlage entschädigenwürde, und entschied gegen sie. Da dies dem Interesse einiger Minister zuwider seinmochte, mußte er für dies freimüthige Urtheil in der Abtei büßen. C. federte seinenAbschied; man verweigerte ihn und schickte ihn aufs neue nach Bretagne . Seinzweiter Ausspruch fiel wie der erste aus, und die Stände von Bretagne ehrten seinUrtheil durch eine Secundenuhr mit dem Wappen der Provinz. Beim Ausbruch derRevolution war C. Ritter des Lutwigsordens und Obersilieut. im Geniecorps. Erentsagte allen seinen Stellen, umderErziehung seinerKinder zu leben. DieseMußekam den Wissenschaften zugute. Namentlich führten ihn Forschungen über die Kraft,mit der gebogene Metallfäden zurückspringen, auf die innersten Geheimnisse desMagnetismus und die Lehren der Elektricität, die ihm darum klarer wurden, weil,wie bei allen seinen Untersuchungen, ein Bedürfniß der höchsten Genauigkeit ihn be-stimmt halte, Rechnung mit Beobachtung zu verbinden. Bei der Herstellung desInstituts wurde C. als Mitglied aufgenommen und zum Gcneralaufseher des öf-sentl. Unterrichts ernannt. Thätig für sein Fach, das er durch Schriften fortwäh-rend erweiterte, glücklich im Kreise der Seinen, starb C. am 23. Aug. 1806.
Coup, ein franz. Wort, das in mehren Zusammenstellungen in der deut-schen Gesellschaftssprache vorkommt, heißt im Allgemeinen: Streich, Schlag,Unternehmen, Ausgang einer Sache. So kann ein Feldherr, so kann ein Spie-ler, jeder in seiner Art, einen glücklichen, einen unglücklichen Coup machen. —Coup de main, m der Kriegsfprachc eigentlich ein rascher, gelungener Angriff,jede plötzliche, kühne, leicht geführte und schnell gelungene Unternehmung; eineÜberrumpelung. Der Ausdruck wird auch auf andre, diesen ähnliche Fälle des Le-bens ausgedehnt. — Coup d' oeil ist der schnelle Blick, mit welchem ein Menschalles zum eben vorliegenden Gegenstände Gehörige auf der stelle übersieht; fernerAugenmaß, die Fähigkeit, die Größe und Menge gewisser Gegenstände nach dembloßen Anblick ziemlich richtig anzugeben; endlich auch so viel alsAussicht ot«?2ln-sicht. — Coup de TheLtre, Theatercoup, Theaterstreich, eigentlich arss derBühne eine zu einem bestimmten Zwecke hervorgebrachte plötzliche Veränderung,wodurch ein hoher Grad der Überraschung bereitet wird. Besonders bedient man
57 *