Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Coustou (Familie)

tert und es den Franzosen unmöglich gemacht wurde, sich an der Weichsel zu hal-ten. Nacb dem Friede» ward C. zum Feldmarschall und Gouverneur von West-preußen ernannt. Er starb im Juli 1811, 78 I. alt. Die Wälle der von ihmvertheidigten Feste decken seine Asche, und ein Monument, voin König und Vater-land ihm geweiht, erinnert an seine Thaten. §. war bieder, freimüthig und sehrrechtlich, jedoch von großer, oft an Grausamkeit grenzender Strenge, die ihm seinVerhältniß als Commandeur eines Freibakaillons, das im siebenjähr. Kriege ausdem Abschaum der Armee und aller Zuchthäuser bestand, zur Gewohnheit gemachthatte. Ihn erkor man daher oft auch zum Zuchrmeister der tollsten, durch keinDrittel zu bessernden Wildsänge, die er gewöhnlich mit der Drohung des Stocks,der Spießruthen und des Galgens empfing, wodurch er nicht selten Besserungerzwäng. 32.

(', <> u r <1' m o ii r, s. Gerichtshöfe der Liebe.

Cours, s. Curs .

Court de Gebelin (Antoine), geb. zu Nismcs 1724 und gest. zuParis 1784. Sein Vater war Protestant und harte nach der Zurücknahme desEdictS von Nantes Frankreich verlassen und sich in die Schweiz begeben. Derjunge G. las leidenschaftlich die Schriften der Alten. Beredtsamkeü, Geschichte,Poesie, kurz alle Schätze des Alterthums zogen ihn an. Im 12. Jahre rißer durch den Umfang seiner Kenntnisse zur Bewunderung hin. Naturgeschichte,Mathematik, todte und lebende Sprachen, Mythologie, Alterthümer, Archäolo-gie studirte er mit brennendem Eifer. Nach seines Vaters Tode machte G. eineReise nach Languedoc , überließ dort einer Schwester das kleine Erbrheil, das ihmgeblieben war, und begab sich nach Paris , nur mit dem Reichthums seines Geniesausgestattet. Bald war er mit den vorzüglichsten Menschen in Berührung. Docherst nach 10 Zähren erschien von ihm 1773—84 „l.e nmiulr gi nn',üb" (,,DieUrwelt"). Dieses Werk setzte durch die unermeßliche Gelehrsamkeit, die es um-faßt, in Erstaunen und gereicht, hauptsächlich in Betracht des Genies, welches dieTheile, aus denen es besteht, zu vereinigen gewußt hat, zur Ehre der französischen Nation. Die Ursprache ist darin erwiesen, entwickelt und niedergelegt; die offen-baren Ungereimtheiten der Mythologie sind darin berichtigt. Er gibt darin ein Ge-mälde der Einrichtungen der ersten Menschenvereine, ihrer Gesetze und Gebräuche,ihrer Schriftzeichen und ihres Geistes. Die franz. Akademie wußte G.'s Verdienstezu würdigen. Um ihn in seinem ebenso nützlichen als kostspieligen Unternehme» zuunterstützen, gestand sie ihm 2 Mal hinter einander den für denjenigen Schriftstel-ler bestimmten Preis zu, der im Laufe eines Jahres das schätzbarste Werk druckenlassen würde. Ein andresWerk ist das „Museum ". Übrigens zeichnete sich G. durchGutmüthigkeit, Sanftheit und Natürlichkeit seiner Sitten aus. „Die Republikder Gelehrten", sagte er, „ist kein Kampfplatz, und unsere Federn sind keine Fäuste.Wir wollen uns gegenseitig achten, lieben, aufklären und, statt uns einander zuunterdrücken, laßt uns in Gemeinschaft ein Gebäude aufführen, der Wahrheit ge-weiht, uns anvertraut zur allgemeinen Glückseligkeit!" Von einer Krankheit be-fallen, nahm G. seine Zuflucht zu Mesmer, der durch die Anwendung des thieri-schen Magnetismus die Quelle seiner Leiden hob. Dies bewog G., als Verthei-diger Mesmer's aufzutreten in s. „I,eltr>; rill le ma^netismo uiiinnil" (Paris 1784, 4.).

Coustou, Nicolas, geb. zu Lyon am 9. Jan. 1658, gest. zu Paris 1732, und Guillaume, geb. 1687, gest. 1748 zu Paris , 4 Brüder, be-rühmt als Bildhauer, durch deren Bemühung in Frankreich unter Ludwig XV. die Bildhauerkunst eine edle Richtung erhielt. Dem ältern spricht man erhabeneIdeen und feinen Geschmack zu; er zeichnete richtig, gab seinen Figuren edle Stel-lungen, zierliche und edle Gewänder. Vorzüglich geschätzt wird seine Abnehmunz