Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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910 Crayer Crebillon (ProsperJolyot de)

bei Cotta 1825, 2 Bde.) sind interessant, weil die Vers. mit Katharina II., Jo-seph II. und andern Monarchen inVerbindung gestanden hat. Sie starb zuNeapelden 13. Jan. 1828 und hatte zu ihrem Universalerben den Rirter Craven, ihrenSohn erster Ehe, ernannt.

Crayer (Kaspar), niederländ. Maler, geb. 1582 zu Antwerpen und Schü-ler des Rafael Coycis, erhob sich durch Studium der Natur zu einem großen Histo-rien- und Portraitmaler. An dem span. Hofe zu Brüssel malte er den CardinalFerdinand, Bruder des Königs, und erhielt eine Pension. Gleichwol ließ er sich inGent nieder, wo er auch fortwährend Aufträge des Hofs ausführte. Er arbeitetemit Fleiß und Beharrlichkeit bis in sein 86. I. Als Rubens fein schönes Gemäldein dem Refectorium der Abtei Affleghem sah, rief er aus: „Crayer! Crayer! Dichwird Niemand übertreffen!" Die Stadt erhielt 21 Altargemälde von ihm. ZnFlandern und Brabant gibt es viele Werke von ihm; einige Bilder auch in denbffentl. Sammlungen zu Wien und München . Man rühmt an seinen BildernNatur, treffliche Zeichnung und ein derManier Vandyk's sich annäherndes Colorit.Letzterer war seinFreund und malte auch sei» Bild. C. starb 1669.

Crebillon (Prosper Zolyot de), der Ältere, Trauerspieldichker, den seineLandsleute sogar mit ÄschyluS verglichen haben, geb. zu Dijon am 15. Febr .1614, zeigte schon bei den Jesuiten seiner Vaterstadt Talent, aber auch störrischeLeichtfertigkeit. Zum Anwalt bestimmt, sollte er bei einem Procurator in Paris ,Prieur, den Rechtsgang kennen lernen; aber beide waren erklärte Freunde des Thea-ters, sodaß des Jünglings Studien bei dieser Liebhaberei nicht gediehen. Daaußerdem der Procurator bemerkte, daß C. durch seine Leidenschaftlichkeit zum An-walt verdorben sei, in seinem Urtheile über dramatische Werke aber Einsicht undÜberlegung verrieth, so rieth er ihm, der sich bisher nur in kleinen Liedern und ein-zelnen Versen versucht hatte, sich dem Drama zu widmen. C. gab nach; aberdas erste Stück, das er vollendet hatte, „BrutuS'S Söhne", ward von den Schau-spielern verworfen. C. verbrannte die Handschrift und wollte mit Dramen nichtsmehr zu schaffen haben; doch auf Prieur's Zureden kam „Zdomeneus" zu Standeund 1105 auf die Bühne. Einigen Stellen zu Gunsten ertrug man die übrigenMängel, und die Leichtigkeit, mit der C. binnen 5 Tagen ^en letzten Act, der beider ersten Aufführung mißfallen hatte, ganz umschuf, erregte 'Aufmerksamkeit fürdas Talent des jungen Dichters, die seit dem Erscheinen seines „Atreus " (1101)in lebhaften Beifall überging. Prieur hatte sich krank in eine Loge tragen lassen,und sagte zu dem jungen Tragiker: „Ich sterbe zufrieden: ich habe Sie zum Dich-ter gemacht, und ich hinterlasse in Ihnen einen Mann, der der Nation angehört".Was die Franzosen an C. zu besitzen glauben, verdanken sie den Ermahnungen diesesMannes. Aber ein wunderlicher Gefallen an unnatürlichen Wüthereien, zu denenin der„R hodogune" der Ton angegeben war, nun weit von C. im „Atreus " überbo-ten, wurde der Grund, daß er sich in dieser Manier vollends verlor. 1109 erschien„Elektra", ebenso deklamatorisch breit und ebenso verwirrt gehalten wie seine frü-hern Werke; doch sagte es dem Geschmacke eines Volks zu, das an solchen blutbe-nehten Liebeshändeln kein Ärgerniß nahm. Für C.'s Meisterstück gilt „Rhada-miste" (1111), wenigstens nach Laharpe. Der sterbende Boileau aber, demLeverrier die ersten Scenen dieses Trauerspiels vorlas, sott seinem Freunde zugeru-fen haben: „Mein Gott, wollen Sie mich früher todt machen! Das ist einSchriftsteller, gegen den die Boyer und Pradon wahre Sonnen sind. Mir wird esleichter vom Leben zu scheiden, da unser Jahrhundert nur an albernem Zeuge rei-cher wird". Jetzt möchten die Meisten mirBoileau übereinstimmend fühlen. Bin-nen 8 Tagen erlebte „Rhadamiste" 2 Ausi., und Paris und Versailles wetteifertenin Bewunderung. Man hatte C. eingeredet, daß ihm das Schreckliche gerathe,daher wußte er im Grausenhaften nicht genug zu thun, und daher erhielt er auch