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Crebiüon (Claude Prosper Iolyot de)
den Namen des Schrecklichen. „Terxes" (1714) überbot das Bisherige, verschwandaber bald von der Bühne. „Semiramis" (1717), die in den Sohn verliebte Mut-ter, die auch nach der Erkennung nicht von ihrer Leidenschrft geheilt wird, wurdelebhaft getadelt. Erst 9 Jahre später erschien s. „Pyrrhus" (1728) und fand gegendie Erwartung des Vers., der dies Mal die Gräßlichkeiten gespart hatte, Theil-nahme. Noth im Hause und Dürftigkeit schienen von nun an die Kraft s. Geisteszu lahmen. Sein kleines Erbe war für mitübernommene Schulden und Gerichts-kosten daraufgegangen; eine Frau, die er lieble, war ihm kurz nach dem Tode sei-nes Vaters gestorben. In der Verlassenheit, in der er sich fühlte, wies er mit genia-ler Unbiegsamkeit alle Hülfe zurück, die ihm von mehren Seiten angeboten wurde.Erst als Frau von Pompadour Voltaire zu demüthigen wünschte, dachte man anC. Der König gab ihm die Wtelle eines Censors beim Polizeigerichte, eine jährstPension von 1000 Fr. und eine Stelle bei der Bibliothek. So den Sorgen ent-nommen , endete er s. „Catilina ", der 1749 auf königl. Kosten mit allem Prunkedes damal. Hoftheaters aufgeführt ward. llberpriefen durch die Partei, die Vol-taire herabsetzen mochte, ist dies Stück von Laharpe unter seinen Werth herabgesetztworden. Um die Manen Cicero's zu sühnen, die durch s. „Catilina " nach dem all-gemeinen Gefühl beleidigt worden lfiaren, schrieben, 76 I. alt, (.„Triumvirat,oder den Tod des Cicero", das er in seinem 81. 2- auf die Bühne brachte. DieEhrerbietung gegen den Greis erhielt das strick, welches die Achtung' gegen denDichter verminderte. Seinen „Cromwell" ließ er auf höhere Weisung unvollendet.So viel über seine dramatischen Leistungen. Zm Allgemeinen bemerkt man nir-gends in C.'s Werken Erhebung der tragischen Kunst, sondern nur ein Folgen indem von Corneille eingeschlagenen Wege, in einigen Stellen mit glücklicher Nach-ahmung. Vielleicht hätten glücklichere Verhältnisse seinem Streben eine edlereRichtung gegeben; aber vernachlässigt, wie er glaubte, von den Menschen, suchte erim Umgänge mit Hunden und Katzen, die er auf den Straßen zusammenlas (unddie kränksten waren ihm oft die liebsten) eine Entschädigung und in einem regellosenLeben eine Art Genuß. Seit 1731 war er Mitglied der Akademie. C. starb am17. Juni 1764 in einem Alter von 88 Zähren. Ludwig X V. ließ ihm ein prächti-ges Denkmal in der Kirche St.-Gervais errichten, das aber erst vollendet wurde,als man es nach dem Museum der franz. Denkmäler (-»ux petits Xu»»slins) ver-setzte. Außer der prächtigen Ausgabe, die Ludwig XV. nach der gelungenen Auf-führung des „Catilina " von C.'s Werken zu Gunsten des Verf. veranstalten ließ(„Oeuvres de Liebillon", iiuprinierie 11. du Uornro, 1780, 2 Bde., 4.), gibtes noch andre, auch eine ven Didot dem Ältern (1812, 3 Bde.), denen allen aber6 Verse im „Catilina " fehlen, die, als deutfam für die Marquise von Pompadour,bei der Darstellung weggelassen worden waren.
Crebillon (Claude Prosper Iolyot de), der Züng., des Vorigen Sohn,geb. zu Paris den 14. Febr. 1707, machte als >Lchriftsteller in einer sittenlosenZeit sein Glück. Durch die Darstellung des nur mit koischen Schleiern verhülltenNackten und durch Spitzfindigkeiten, mit denen er den leichtfertigsten Sitten dasWort redet, hat C. dazu beigetragen, eine Verdorbenheit allgemeiner zu verbreiten,die damals wol in den höhern Classen der pariser Gesellschaft zu Hause war, dieman aber doch nicht durch ganz Frankreich verbreitet annehmen darf. Späterhinhat sich, besonders durch die Revolution, der Sinn der Franzosen so geändert, daßDarstellungen solcher Liederlichkeiten, wie man bei ihm findet, jetzt gemißbilligtwerden. Man findet selbst in seinem oft gepriesenen Style Dunkelheit und sprichtseiner systemanfchen Verderbtheit den Reiz ab, der den Cynismus scheinbar ent-schuldigt. Hätte C. Glut und Begeisterung: man würde einer zu angespanntenEinbildungskraft vielleicht Manches zu Gute halten, was bei einer innern Verdor-benheit, die sich hinter einer arglistigenDialcktik verbirgt, widerlich erscheint. Seine