Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
Seite
912
JPEG-Download
 

912

Credere Creditsysiem

Sitten sollen jedoch mit denen, welche er schilderte, im Widersprüche gestandenhaben. Via» rühmt seine Heiterkeit, seinen geraden Sinn nnd sein unbescholtenesWesen. Zu dem Kreise der Dominica,ix (einer Sonntagsgesellschaft) war er be-liebt, und der l--,u, wo Piron, Gallet, Collc Lieder dichteren und scherzten,bestand durch seine Geselligkeit in Ehren. Don seinen Werken sind die vorzügli-chern: „l.citrc» <lc la insrguise au coinle >lc (1732, 2 Bde., 12.);,das minder schlüpfrige ,,'I'anrai etXeaclarne" (1732, 2 Bde., 12), voll jetzt un-verständlicher Anspielungen; „Dos cgaremons ein cocur el clo IV-spril" (Haag1736, 3 Bde.), vielleicht das gelungenste, doch unvollendet. Zu den üppigstenDarstellungen gehört: „Dc sopln," (1745, 2 Bde.). Zn demselben verdorbenenSinne sind die meisten seiner andern Schriften gearbeitet: „Des amonrs ,loiiiliisul" (1746); „Dos boureux orpliclins" (1754); „!.a nuit ot lo moniont"(1753); „All, guol conto" (1764); „Do liasarcl ein coin llu len" (1763);„Dettrvs »lo In üuclicsso clv (1768); „Dotlrciilionlennos" (1771). — iNoch zweifelt man, ob die ihm oft zugeschriebenen „Briefe der Marquise von )Pompadour" wirklich von ihm herstammen. Zn der Ausgabe seiner Werke (1779, ^7 Bde., 12.) sind sie nicht mit begriffen. C. bekleidete eine kleine Censorstelle, sEr starb zu Paris am 12. April 1777.

Credere, delCredere stehen, heißt in Handelsgeschäften für Etwas ^gut sagen, Bürgschaft leisten; es findet gemeiniglich statt von Seiten des Ban- ikiers, Commissionnairs oder Mäklers beim Verkaufe der Waaren, wenn der Käuferdem Verkäufer nicht genug bekannt ist, wohl aber Jener, wo alsdann nach den Um- sständen von A bis zu 5 Procent del Credere gegeben wird. Auch bei andern Hand- !lungsgeschästen findet dieses del-Credere-stehen statt, z. B. bei Assecuranzbesor- ^gungen u. s. w. — Credit heißt im Handel der Glaube und das Zutrauen, ver- imöge dessen ein Kaufmann dem andern auf Zeit Waaren gibt, d. h. gegen das jVersprechen, daß ihm die Zahlung nach einer festgesetzten Zeit geleistet werden soll.Der Credit wird mit Recht die Seele des Handels genannt, da die beiden Dinge,durch welche der Kaufmann gewinnt, Capital und Zeit sind, und er mithin durchverlängerte Zahlungstermine sein Capital gewissermaßen vermehrt. Credit undDebet, s. Buchhalterei. — Creditbriefe sind Beglaubigungsbriefe inHandlungSsachcn, vermöge welcher der Aussteller dem Znhaber für eine gewissebaare Summe Credit verschafft. Reisende pflegen, wenn sie das nöthige Geldnicht baar oder in Wechseln mit sich nehmen wollen, sich dergleichen Cretitbriefegeben zu lassen. Offene Creditbriefe heißen sie, wenn sie auf keine bestimmteSumme lauten, sondern einen ungemcssenen Credit geben.

Creditiv, das Schreiben, das einem an einen fremden Hof bestimmtenMinister zu seiner Beglaubigung mitgegeben wird. Es enthält in allgemeinenAusdrücken die Ursache der Absendung, das Ansuchen, dem Gesandten Glaubenbeizumessen, nebst der Bestimmung des Charakters (eines Ambaffadeurs, Envoyöoder Residenten), den man ihm beilegt.

Creditsystem, jede Einrichtung, welche von einer Gemeinheit, oder einerGesellschaft mehrer Gemeinheiten, oder von dem Landesregenten nach bestimmtenund öffentlich angezeigten Grundsiitzen gemacht wird, dem verfallene» Credit aufzu-helfen und ihn aufrecht zu erhalten. Man hat dasselbe aus den HandlungSgeschäf-len entlehnt und dem Credit der Handlung dabei eine größere Ausdehnung gege-ben, indem man den Peisonal- und Realcredit mit einander vereinigte. Es be-ruht auf der Meinung von der Gemeinheit, die eine Verbindlichkeit übernommenhat, daß sie dieselbe erfüllen wolle und könne, und besteht in der Überzeugung, daßdie Gemeinheit als Schuldner mehr Vermögen besitzt, als sie schuldig ist, daß siejederzeit ihr Vermögen ganz oder zum Theil in solche Güter verwandeln könne, diesie zu bezahlen versprochen hat, und daß ihr moralischer Charakter, ihr eigner Nutzen