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80 I. erst durfte er nach s. wieder beruhigten Vaterstadt zurückkehren. Als 70jähr.Greis machte man ihn zum Senator der Stadt. Seine Erfahrungen über denLandbau brachte er nun auf einem Gütchen bei Bologna in Anwendung, auf dessenPflege er den Rest feine« Lebens verwandte. M. s. darüber seine Abhandlung überden Landbau („Kur.ilium commnilorum Iibri Xll."), die er auf den WunschKarls I I. aussetzte. Berichtigt durch die Verbesserungen der Gelehrten von Bologna ,denen P. Cresc. seine Arbeit vorgelegt hatte, ist sie ein merkwürdiges Denkmal fürdie Geschichte jener Zeit, über die sie sich weit erhebt, und für die Bildung desmenschlichen Geistes überhaupt. Apostolo Zeno hat erwiesen, daß diese 12 Bücher,in deren Anordnung er dem Columella vorzugsweise gefolgt zu sein scheint, ursprüng-lich lateinisch geschrieben waren. Eine ital. Übersetzung („II liln» clell.i .-i^ricul-tur,i cli I'I. Oe,-6ci>lü>", Flor. 1487 fg.), die noch wegenderReinheit ihrerSprachehochgeschätzt wird, hat die Meinung veranlaßt, daß E. seiner Muttersprache sichbedient hätte. C. kannte die Alten und hatte sie benutzt. Seine Grundsätze sindeinfach, auf Erfahrung gestützt und frei von manchen Dorurtheilen, die nochZahl Hunderte lang nachher im übrigen Europa in großem Ansehen standen. Kaumerschienen, ward sein Buch durch Europa verbreitet. Man übersetzte es in mehreeuropäische Sprachen, namentlich für Karl V. von Frankreich in einer prächtigenHandschrift (1373), die noch vorhanden ist, und kaum war die Buchdruckerkunsterfunden, so wurde eö vervielfältigt. Die älteste bekannte, aber sehr seltene AuSg.erschien zu Augsburg 1471 in Fol. Jene früheste ital. Übers., für deren Vers.Lorenzo Benvenuti von S. Geminiano gehalten wird, gehört noch zudenSprach-tepten, und findet sich hier aufs neue abgedruckt in der Sammlung der „6I-,--.iciit.'lliuui" (Mailand 1805). Eine genauere, aber nicht so geschätzte Übers. besorgteSansovitio. — Bestimmteres über C. und sein Werk verdankt nian dem Pros.Filippo Ru zu Bologna. '
§ rescenzi (D. Juan Baptista), Marquis de la Torre zu Rom , geb.gegen das Ende des 16. Jahrh., bildete sich unter Pomerancia für die Malerei undzog durch einige Jugendarbeiten die Aufmerksamkeit des Papstes Paul V. auf sich,der ihm den Ausbau der paulinischen Capelle übertrug. Cardinal Zapata nahmihn 1617 mit nach Spanien , wo er die Gunst Philipps II I. zu erlangen wußte.Einige Blumenstücke verschafften ihm den Auftrag, jenes Begräbnißpantheon imEscurial auszuführen, das durch seine Pracht und die Schönheit der einzelnen Theilez» den merkwürdigsten Denkmälern Europas gehört. S. Santo's „Geschichte desEscurial", mit Kpf. Die Bronzen daran sind von römischen Künstlern ausge-führt. Philipp I V. erhob den Künstler zum Granden von Casiilien, m. d. Titeleines Marquis della Torre, und zeichnete ihn noch weiter aus. Sein Haus standbis zu seinem Tode, 1660, den Künstlern offen, die dort reiche Schätze für alleZweige der Kunstübung fanden.
Crescentini (Girolamo), einer der berühmtesten Sopranisten, der Ge-sangsfertigkeit mit dem meisten, empfindungsvollen Ausdruck verband, geb. inllr-bania bei Urbino. Er ist auf den größten Theatern in Italien und im übrigen Eu-ropa in der ozier.-, 5eri-> mit Ruhm aufgetreten und hat fast an allen bedeutendenHöfen gesungen. Als er die schöne Arie aus Zingarelli's „Romeo und Julie",„0,»b>'3 sclüruts etc." in Wien 1804 gesungen und unter dem täuschendsten Bei-falle wiederholt hatte, schwebten durch eine künstliche Maschinerie zwei Tauben ausdenWolken herab, welche ihm einen Lorberkranz aufsetzten. Weit 1806 war er alsHofsänger bei der Privatcapelle Napoleons angestellt. Napoleon ernannte ihn zumRitter der eisernen Krone. Seit Napoleons Fall privatisier C. Um den Gesangsun-terricht hat er sich sehr verdient gemacht durch s. trefflichen Solfeggien („liaccoll»<>> r,scrcirj per II csnto etc.", ital. und deutsch , Lpz. bei Kühnel nachgedruckt).
Crescimbeni (Giovanni Maria), Literatvr und Dichter, geb. zuMace-
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