Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Creuzer

grasen Nachfolgerin ernannte ihn zum Staatsrath, die Akademie der Wissenschaftten zu Berlin 1751 zu ihrem Mitgliede, und der Kaiser ehrte seine Kenntnisse durchden Titel eines Reichshofraths. Den Anstrengungen seines Berufs, denn ihm wardie oberste Leitung des Hamburger Landes übergeben, und seinen schriftstellerischenNachtwachen erlag sein Körper schon am 6. Sept. 1770. Zwar kommen mit Rechtseine „Oden und Lieder" (2 Bde., Franks, a. M. 1769) den Meisten ebenso sen-tentiös nüchtern vor wie sein Trauerspiel „Seneca " (Franks. 1751); gleichwolhalf er durch Gediegenheit und ernste Würde der Gedanken, die sich namentlich inseinen „Gräbern" (Franks. 1760, 6 Gesänge), zeigt, eine Periode der deutschenLiteratur herbeiführen, deren wir uns noch Alle erfreuen.

Creuzer (Georg Friedrich, in spätern Schriften bloß Friedrich), Geh. Hofr.,Pros zu Heidelberg, Philolog und Alterthumsforscher, geb. zu Marburg am 10.März 1771, liebte und stndixte die Classiker von Jugend an, studirke zu Marburg und Jena, lebte dann in und bei Gießen , mit dem Durchforschen der griech. Ge-schichtschreiber beschäftigt, nebenher durch Unterricht thätig. Damals erschien seineerste schriftstellerische Arbeit: „Herodot und ThucydideS ; Versuch einer nähernWürdigung ihrer historischen Grundsätze" (Leipz. 1798, auch 1803), die cbenso-wie „I)e Xtmonbnnie birtriricn" (1^99) mit Beifall aufgenommen wurde. AlsHauslehrer in Leipzig , 1798, besuchte er auch Beck's und Hermann's Verträge.Nach Marburg zurückgekehrt, bestimmte er sich dem akademischen Leben, und Sa-vigny band ihn durch Übertragung der Professur der Eloquenz 1802 noch näher anMarburg . Fortwährend mit den griech. Geschichtschreibern beschäftigt, schrieb erüber „Die historische Kunst der Griechen" (Lpz. 1803) und fand in ihrem Stu-dium Erholung von Amtsarbeiten, die, vorzüglich die Elogia, ihm Marburg ver-leideten. Er folgte daher 1804 dem Rufe als Lehrer der Philologie und alten Hi-storie zur Universität Heidelberg . Schon der reizende Ort bewies seine aufregendeKraft an C. und an den mit ihm dort verbundenen Gelehrten. Zur Herausgabeder „Studien" verband er sich mit Daub (später von dem Lehrern allein besorgt,1803—19, k Bde.). Allein gab er seine, leider noch nicht fortgesetzten, „Ili-»lorioor. Arsen, »nliguis^imor. trsAnients" (1805), leitete durch seine Schrift:„Das akademische Studium des Alterthums" (1807) die Errichtung des noch un-ter ihm blühenden philologischen Seminars ein, und nahm, obgleich nur für kurzeZeit, Antheil an den „Heidelberger Jahrbüchern". Außerdem wirkte er durchWort und Beispiel auf einen großen Kreis ihn liebender Schüler. vLeine Vorle-sungen über Mythologie und Archäologie führten ihn jetzt in ein Gebiet, das er beider bisherigen Richtung seiner Forschungen ohnehin fortwährend berührt hakte.Als erste Probe seiner Ansicht über den Zusammenhang der Mythen der alten Weltkann sein „Dionysos r, commeiitstt. scsclem. cle rei um 8s voll! es> um origiu»."(Heidelb. 1808) gelten. C. zufolge gibt es eine älteste Masse griech. Poesie (dennGriechenland muß uns die ganze plte Welt ausschließen), deren Inhalt aus den!Oriente entlehnt ist. Homer , und besonders HesioduS, statt als Urheber der Re-ligion oder auch nur der Mythologie gelten zu können, sehen vielmehr eine ganzeWelt von Poesie, Philosophie und Theologie voraus. Jener Masse ältester griech.Poesie ist aber auch das Symbolische, ja selbst das Magiscke und Allegorische schonbeizulegen. Zwar hat diese dem Oriente entlehnte Poesie sich den wechselnden For-men der Zeiten angeschmiegt, ist aber ihrem Inhalte nach den Griechen nie ganzfremd geworden. Sie erhielt sich in den Priesterschaften und Mysterien, wurdespäterhin von Historikern und Philosophen untersucht, kann aber von uns nur inihren wesentlichen Lehren erkannt und dargestellt werden. Als älteste Überliefererdieser alten Weisheit gelten ihm die PelaSger, wenn nicht ein herrschender Priester-stamm, doch ein Stamm mit herrschenden Priestern. Aber auf Griechenlands Boden gediehen nicht abgeschlossene Priestereinrichtungen. Die Hellenen vertrieben