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Zweiter Band. Bo bis C.
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Crillon (Louis de Balbe)

Festungscommandanten, er ergriff ihn und warf ihn in den Graben. Die Englän»der hatten 11 Monate zur Wegnahme des Platzes gebraucht; die Franzosen erober-ten ihn in 8 Tagen wieder. In der Folge zeichnete er sich in den Schlachten vonDreux, von Iarnac und von Moncontour (1561,1563, 1569) gegen die Huge-notten aus. Als Malteserritter that sich der junge Held aus den Kreuzzügen gegendie Türken hervor. Selim II. hatte Cypern von den Venetianern erobert. DerSchrecken vor den Waffen der Muselmänner erfüllte ganz Europa , eine Coalitionwurde gebildet und die berühmte Seeschlacht von Lepanto (1571) geliefert. C. hattein diesem furchtbaren Kampfe Wunder der Tapferkeit gethan; die Wahl, die großeSiegesnachricht dem Papste und dem Könige von Frankreich zu überbringen, fieldaher auf ihn, obgleich er verwundet war. Der Papst PiuS V. und der König vonFrankreich (Karl IX. ) überhäuften ihn mit Gnaden und Ehren. Die Bartholo-mäusnacht, deren Vorbereitungen man T. sorgfältig verborgen hatte (1572),wurde von ihm laut gemißbilligt. Wir finden C. im nächsten Jahre bei der be-rühmten Belagerung von La Rochclle und in der Folge fast bei allen andern Er-eignissen, wo es Tapferkeit und Muth galt. Heinrich III. wagte es, ihm die Er-mordung des Herzogs v. Guife, die von den Ständen in Blois beschlossen war,anzutragen. „Ich kann die Ehre nicht mit'einer Schandthat bestecken", war feineAntwort. Für Heinrich IV. focht er gegen die Liguisten mit dem größten Helden-muthe. Nach dem Gefechte bei Argues in der Normandie , wo C. nicht gegenwär-tig war, schrieb Heinrich ihm: „l'unds toi, br-nc (Aillon, nvus->von, aon>-b.attu ü Xrgueset t» n'v üwiü Xilion. br.-ive (nilln,, , je vnu.? »uns ütuet e> ü truvers". — Es gelang ihm, sich in O.uillebeuf zu werfen, das einekleine Schar gegen die Armee des Marschalls VillarS vertheidigte. Villarg federtedie Stadt aufs neue auf und stellte C. vor, daß es ihm unmöglich sei, einenfast offenen Platz ohne Munition, ohne hinreichende Besatzung gegen seine Armeezuhalten. C.'s Antwort war: „<.ü>>!«>> est d«!--»!,, et Viü-ur vrt-ioiinr,".VillarS befahl Sturm zu laufen, aber T. schlug den Angriff zurück, und die Be-lagerung ward aufgehoben. Der junge Herzog von Guife, der sich mit C. inMarseille befand, vor dessen Hafen eine spanische Flotte kreuzte, erlaubte sichhier einen Scherz, der C.'S Heldensinn in seiner ganzen Größe zeigte. Guifedringt mit einigen seiner jungen Freunde um Mitternacht in C.'s Schlafge-mach. Sie wecken ihn hastig auf und rufen, AllSS fei verloren; die Spanier hät-ten sich des Hafens und aller wichtigen Punkte der Stadt selbst bemeistert; es seikeine Rettung möglich. Nun schlägt der junge Herzog C. vor, sich mit ihm zuretten. C. weist diesen Antrag mit Unwillen ab: „Es ist besser", ruft er aus,„mit den Waffen in der Hand zu sterben, als den Verlust dieses Platzes zuüberleben". Er bewaffnet sich, stürzt die Treppe hinunter, bis ihn endlich dasLachen des jungen Herzogs belehrt, daß nur Scherz mit ihm getrieben worden,C. dreht sich ernsthaft um, faßt den Herzog bei der Brust und sagt: „JungerMensch, versuche es nie, damit zu spielen, das Herz eines braven Mannes aufdie Probe setzen zu wollen. Bei Gott, hättest du mich schwach gefunden, ich stießedir jetzt diesen Dolch ins Herz!" Als endlich der Friede mit Savoyen die Kriegegeendigt, welche Europa erschüttert hatten, zog sich C. nach Avignon zurück undstarb daselbst 1616 im 75. Jahre. Die Geschichte zeigt uns diesen Helden glän-zend im Gefecht, weise im Rathe, treu seinem Worte und jeder Pflicht; erverließ Heinrich III. nicht, auch als die Krone für ihn verloren schien; er warHeinrich IV. treu, als noch Alles erst zu erobern war. Indeß ging sein Frei-mulh bis zur Rohheit. Seine Empfindlichkeit hatte keine Grenzen, ein ver-letzendes Wort brachte ihn außer sich. Im Fluchen und Schwören suchte erseine Meister, und in den letzten Tagen seines Lebens besiegelte er das Verspre-chen, nicht mehr zu schwören, mit seinem Lieblingsschwur, Neben Bayartz