Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
Seite
936
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Croimvel!

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ähnlich dem verstockten und verzweifelnden Macbeth, sein Geist erweiterte sich mitseinem Glücke. Er gab die Grundsätze, von denen, er ausgegangen war, als un-haltbar auf. Gern hätte er auch das verschuldete Übel wieder gut gemacht; aberdie Männer, welche er bisher als Werkzeuge gebraucht hatte, waren ihm entgegen,und das Blut de« Königs ließ sich nicht versöhnen. Seine vom Glücke keines-wegs aufgeblähte Gemahlin riech ihm, den verbannten König unter gewissen Be-dingungen wieder auf den Thron zu setzen; allein er gab ihr und Andern, die Das-selbe riechen, zur Antwort: „Nie kann mir Karl Stuart den Tod seines Vatersvergeben, und könnte er es, so ist er derKrone nicht werth". §., der Herr von 3Königreichen, der mächtigste Fürst in Europa , der größte Mann in einem Zeit-alter, dem es an großen Männern nicht fehlte, und würdiger als irgend Einer,so hoch zu stehen, hätte er auf rechtem Wege sich erhoben, war in den letztenZähren seines Lebens sehr unglücklich. Nach dem Wunsche seines Herzens würdeer verfassungsmäßig und freisinnig regiert haben; aber die Selbsterhaltung nöthigteihn, streng und argwöhnisch zu handeln. Weil er Usurpator war, wurde er Des-pot. Er regierte zuletzt ohne Parlament, da keins ihm gefügig sich zeigte, und dieFrömmler, die ihn einst gepriesen, nannten ihn jetzt einen schändlichen Tyrannen.Zhre Verschwörungen gegen sein Leben hielten ihn in fortwährender Furcht. Erging nie ohne Wache aus; man wußte nicht, wohin er fahren wollte; er kehrte ge-wöhnlich auf einem andern Wege zurück; er trug unter seiner Kleidung einen Pan-zer und schlief selten 2 Nächte nach einander in demselben Zimmer. Auf seinemSterbelager hat er, nach Ludlow's Erzählung, Besorgnisse geäußert, daß man seinAndenken beschimpfen und seine Asche mit Füßen treten werde. Einen fanatischenPrediger fragte er: ob es wahr sei, daß die Auserwählten nie mehr fallen könnten?Und alsZener dies betheuerte, versetzte er: „So bin ich errettet; denn ich bin über-zeugt, daß ich mich einst im Zustande der Gnade befunden habe". Die starken gei-stigenMittel, welche man ihm gab, brachten in dem durch das drcitägige.Fiebergeschwächten Körper eine Art Wahnsinn hervor. Er versicherte seinen Ärzten,was die Schwärmer in seiner Umgebung ihm eingeredet hatten, daß er nicht sterbenwürde, was sie auch von seiner Krankheit denken möchten; denn Gott sei mächtigerals die Natur, und Gott habe ihm seine Wiederherstellung versprochen. Seineletzten Worte schienen die eines Vermittlers zu sein, der für das Volk zu Gott betete.C. starb den 3. Sept. 1658, in einem Alter von 59 Z., und wurde in der Wcst-minsterabtei begraben. Um ihn legten die meisten Höfe von Europa Trauer an,selbst der von Versailles . War C. als Feldherr groß, so war er noch größer alsRegent. Zn der Mitte seiner Familie und einiger Freunde lebte er ohne Prunkund Srolz, einfach und zurückgezogen, wie ein Privatmann. Dabei war er nüch-tern, mäßig, unermüdet arbeitsam und genau in seinen Geschäften. Sein Äußeresflößte weder Liebe noch Vertrauen ein. Leine Gestalt hatte weder Adel noch An-muth, seine Sprache und Sitten waren ungebildet und gemein, seine Ltimme ohneWohllaut; in öffentlichen Reden drückte er sich kräftig und mit Feuer aus, aberunzusammenhängend und geschmacklos. Dagegen besaß er außerordentlicheScharfsichtigkeit und Menschenkenntnis; Niemand wußte wie er die Menschen zugewinnen und für seine Absichten zu brauchen. Die kühnsten Plane entwarf erebenso schnell, als er sie rasch und unerschrocken ausführte; kein Hinderniß schreckteihn zurück, und um Hülfsmittel war er nie verlegen. Auf seinen Münzen standsein Wahlspruch: gnneritur bello". Verschlossen und kalt, aber erfüllt

von großen Planen, erharrte er geduldig die Gunst des Augenblicks und wußte sie^zu benutzen. Den feinsten MacchiavellismuS und die Klugheit des .Argwohns ver-band er mit der Maske der Frömmigkeit und Tugend; doch war er ein ebenso auf-richtiger als toleranter Ealvinist. Da seine Politik oft mit seiner Gesinnung imWidersprüche war, so zeigte er sich bald grausam, bald gemäßigt, selbst gegen seine