944 Culmination Cumberland (Richard)
det. Um diese zu vernichten, wurden alle Einrichtungen, woran sie geknüpft schien,aufgehoben. Seitdem sind die altschottischen Sitten und Gebräuche immer mehraus dem Leben verschwunden.
C u l m i n a t i o n, in der Astronomie, das Durchgehen der Sterne durch dieMittagslinie, weil sie in dem Augenblicke des Durchgangs den höchsten Gipfeloder Punkt ihrer Bahn erreicht haben. Einstein culm inirt, d. i. ergeht durch die Mittagslinie, hat seinen höchsten Standpunkt am Himmel erreicht.
Cultur (von aolere, bebauen, bearbeiten) bedeutet 1) die auf ein Dinggerichtete Thätigkeit, um die in ihm schlummernden Kräfte zu entwickeln und aus-zubilden; 2) aber auch den Zustand, in welchem diese Kräfte schon big zu einem be-deutenden Grade entwickelt und ausgebildet sind. Daher spricht nian ebensowolvon der Cultur eines Ackers oder Landes als von der Cultur eines Menschen oderVolks. Rousseau in seiner Schrift: „8ur l'iii^.-.litä les lmmmer", be-
trachtet den Culturstand der Menschen als die Hauptguelle des physischen und mo-ralischen Elends, wodurch die Menschen gedrückt werden, weil durch Cultur ihreVerhältnisse so gesteigert werden, daß ihre Neigungen und Wünsche keine Grenzenmehr anerkennen. Er meint daher, die cultivirten Menschen sollte» in den ur-sprünglichen Zustand natürlicher Rohheit zurücktreten, um sich von jenem Elendezu befreien und ihre Bestimmung zu erreichen; worunter er nichts Andres als dieBehaglichkeit eines aus leicht befriedigten Bedürfnissen hervorgehenden Zustandesversteht. (S. Bestimmung des Menschen, Bildung und Natur-fiand.)
Cultus, s. Gottesdienst.
Cumberland (Herzog v.), zweiter Sohn Georgs II. von England, geb.1721, gest. am 30. Dct. 1765. Zn der Schlacht bei Detkingen, 1713, ward eran der Seite seines Vaters verwundet. Bei Fontenvi unterlag er der Kriegskundedes Marschalls v. Sachsen, wogegen er durch die Dämpfung des Ausstandes inSchottland , welchen die Landung des Karl Eduard Stuart (1715) bewirkt hatte,desto mehr Ruhm erwarb, den er jedoch weniger einem ausgezeichnetenFeldherrn-talente als der Planlosigkeit und Uneinigkeit, womit seine tapfern Gegner denKriegführten, verdankte. Als Karl Eduard, nur »och 2 Tagemärsche von London ent-fernt, von Carlisle aus (Jan. 1716) seinen Rückzug nach Schottland angetretenhatte, wurde er (Apr.17l6) beiCulloden (s. d.) gänzlich geschlagen. Der Herzogschändete seinen Nachruhm durch den grausamsten Mißbrauch des Siegs, den erwenigstens zuließ, wodurch sich die Engländer uni so mehr entehrten, da die An-hänger des Prätendenten auf ihren« Zuge durch das schottische Niedcrland und nachEngland die edelste Schonung und Menschlichkeit bewiesen hatten. 1717 wardCumberland von« Marschall von «Lachsen bei Laffeld geschlagen. 1757 verlor ergegen d'Elr> es das Treffen bei Hastenbeck und schloß den 8. Sept. die Conventionzu Kloster-Zeven, worauf er zurückgerufen wurde und der Herzog Ferdinand vonBraunschweig das Heer der Allurten befehligte.
Cumberland (Richard), Sohn des nachmaligen Bischofs von Kilmore,geb. 1732 zu Cambridge , wurde Privatsecrerair des Lord Halifax. Nach demSturze dieses Ministers benutzte C. seine Muße zu literarischen Arbeiten. Mitdem Wiederauflreten des Lord Halifax trat auch C. wieder ins öffentliche Lebenein, folgte seinem Gönner nach Dublin , wo er die angetragene Würde eines Baro-nets ausschlug. Nach seiner Rückkehr nach England erhielt er eine Stelle in derKammer des Hantels und der Colonien und konnte nun ganz unabhängig sich sei-nem Hange für dramatische Dichtkunst hingeben, der sich bei ihm schon als12jähr.Knaben gezeigt hatte. 1765 erschien sein Sommermärchen („8uir>>ne>5-luw")ein Stück, das vielen Beifall fand, aber durch die 1760 erschienenen „Brüter"und den „Westindier" (ubers. v. Bode), die mit rauschendem Zubel aufgenommen