Band 
Vierter Band. F bis G.
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Fernrohr

seine gelehrte und geschmackvolle Ausgabe der italienischen Dichter (Jena 1801—9, 12 Bde.) und seine „italienische Sprachlehre" (2. Auch, Tübingen 1815,2 Bde.) werden seinen Namen erhalten. Auch verdanken wir ihm die geistreicheBiographie seines Freundes Carstcnü und den Anfang der Herausgabe der Winckel-mann'schen Werke. Eine Freundin des Verstorbenen, Johanna Schopenhauer ,hat uns F.'S Biographie gegeben.

Fernrohr (auch Perspectiv od. Sehrohr), Teleskop und Tubus sindBezeichnungen, die man nicht verwechseln darf. Unter Fernglas, welchesentweder aus beiden oder nur auf einer Seite hohl geschliffen ist, wird eigentlich nurein einzelnes zur Verdeutlichung entfernter Gegenstände dienendes Glas verstanden,und diesen Zweck können unter gewichen Bedingungen alle Linsengläser (s. d.)erfüllen. Das Fernrohr hingegen ist ein aus einer oder mehren ineinander-geschobenen Röhre» bestehendes Werkzeug, welches einige kunstmäßig geschliffeneund in gehöriger Entfernung eingesetzte Gläser enthält, und vermöge dessen ent-fernte Gegenstände näher und vergrößert vors Auge gebracht werden. Willkür-lich, aber sehr gewöhnlich nennt man ei» kleineres Fernrohr Perspectiv, ein grö-ßeres vorzugsweise Fernrohr oder Tubus. Ein für beide Augen zugleich dienendesdoppeltes Sehrohr nennt man Binocularteleskop; man gebraucht solche Werkzeugejedoch kaum mehr, weil man gefunden hat, daß sie mehr hinderlich als nützlichsind. — Teleskop ist, wie Tubus, eigentlich ein allgemeiner Name für jedesFernrohr oder vielmehr, nach dem ursprünglichen Sprachgebrauchs, für die voll-kommener» Arten dieser optischen Instrumente; daher bezeichnet man damit vor-zugsweise die Art der Fernröhre, bei welchen, stakt des Objectivglases, ein me-tallener, die Gegenstände sehr vergrößernder Hohlspiegel gebraucht wird (Spiegel-teleskop), oder die zu astronomischem Gebrauche dienlichen Fernröhre. Der NameReflector für Spiegelteleskop ist aus dem Englischen herübergenommen. UnterRefractor (s. d.) endlich versteht man ein zu genauern mikrometrischeu Mes-sungen vorgerichtetes Fernrohr. — Ferngläser und Fernröhre waren den Altenvöllig unbekannt, und ungeachtet der Spuren, die sich bei Baco u. A. von demGebrauche geschliffener Gläser finden, können doch erst die Z. 1608 und 1609 alsdie wahre Zeit dieser Erfindung angesehen werden, welche von Holland ausging,ohne daß wir den Urheber derselben anzugeben wissen. Unbestimmte Nachrichtennennen einen Brillenmacher in Middelburg. Galilei , damals Professor derMathematik zu Padua , hörte von dieser Erfindung, und sein Scharfsinn erriethschnell die Zusammensetzung. Ein Versuch, den er mit einem planconvexen undplanconcaven Glase anstellte, die er in eine bleierne Röhre fügte, entsprach seinerErwartung. Er verfertigte ungesäumt ein besseres Sehrohr und ärntete Bewun-derung und Belohnung. Bei dem Allen war Galilei'S Fernrohr höchst unvollkom-men. Es bestand dies holländische oder Galilei 'sche Fernrohr, nach seiner ursprüng-lichen Einrichtung, aus einem erhabenen Vorder- oder Objectivglase, und einemhohlen Augen- oder Ocularglase. Beide sind in die Ende» eines Rohres in einersolchen Entfernung eingesetzt, daß der Brennpunkt des VorderglaseS mit dem jen-seitigen Zerstreuungspunkte des Oculars ungefähr zusammenfällt. 11m nach denUmständen die Entfernung der Gläser ändern zu können, sind die Röhre aus zweiStücken gemacht, die auseinander- und ineinandergeschoben werde» können.Man muß, um sich eine deutliche Vorstellung von der Wirkungsweise eines solchenInstruments zu machen, die Natur der Linsengläser kennen. Beide Gläser, so-wol das erhabene als das Hohlglas, müssen auf einerlei Achse gestellt sein, damitder eingebildete Brennpunkt des letzten mit dem wahren Brennpunkte des erstenzusammentreffe. Die Entfernung der Gläser ist also der Differenz ihrer Brenn-weiten gleich. Gegenstände, durch dieses Fernrohr betrachtet, erscheinen geradeund unter einem größer» Sehwinkel eigentlich so viel Mal vergrößert, als dieEonversalivns« Lexikon. Bd. IV. 6