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taire, den Mann des Jahrhunderts, zu sehen, trugen ebenfalls zu der Belebungdieses Orts bei. 1175 war die Bevölkerung auf 1200 Seelen angewachsen.Nach Doltaire's Tode, 1118, sank sie ebenso schnell, und man zählt in Ferney jetzt nur etwa K00 Seelen. Das Schloß, welches Voltaire bewohnte, ist vonseinen Erben in demselben Zustande erhalten und wird von allen Fremden alsMerkwürdigkeit besucht.
Fernow (Karl Ludwig), einer der gründlichsten und geschmackvollstenKunstkenner und Kritiker der Deutschen , war den 19. Nov. 1103 zu Blumen-hagen, einem Dörfchen nicht weit von der pommerschen Grenze in der Ukermark,geboren, wo sein Baker als Knecht auf dem Edelhofe diente. Die Gerichtsherr-schaft nahm sich des Knaben an, dessen Anlagen sich entwickelten. 12 Jahrealt, kam er als Schreiber zu einem Notar, und ward dann bei einem Apotheker mdie Lehre gegeben. Hier hatte er das Unglück, einen Jägerburschen mit desseneignem Gewehr unvorsichtigerweise zu erschießen. Durch die Vermittelung desgutmüthigen Apothekers entging zwar F. einer langwierigen Untersuchung; aberspät erst konnte er sein Herz einigermaßen beruhigen. Nach beendigten Lehr-jahren begab er sich, um den Werbern zu entgehen, nach Lübeck , wo er eine Stellefand, die ihm Zeit übrig ließ, an seiner höhern Bildung zu arbeiten. Schonfrüher hatte ihn seine Neigung zum Zeichnen und zur Dichtkunst gezogen. Erfuhr fort, in beiden seine Kräfte zu üben, machte die Bekanntschaft von CarstenS(s. d.), und gewann, durch den belehrenden Umgang mit diesem, höhere undrichtigere Ansichten der Kunst. Endlich entsagte er der Apothekcrkunst, um sichganz seiner Lieblingsneigung zu widmen. Von nun an lebte er vom Porrraitirenund Zeichncnunterricht, übte sich nebenbei auch in der Dichtkunst; aber seine Ar-beiten, sowol in dieser als in jener Kunst, bewiesen bei manchen löblichen Eigen-schaften doch, daß sein Beruf nicht in der Ausübung derselben sei. Zn Ludwigs-lust lernte F. ein junges Frauenzimmer kennen, an welches ihn bald die reinsteLiebe knüpfte. Er folgte ihr nach Weimar , fand aber seine Hoffnungen getäuschtund ging nach Jena . Hier machte er die bekannte und lehrreiche Bekanntschaftdes trefflichen Reinhold, in dessen Hause er Baggesen kennen lernte, der, im Be-griff, nach der Schweiz und Italien zu reisen, F. den Antrag machte, ihn da-hin zu begleiten. Nichts konnte dem Lernbegierigen willkommener sein. DieReise ward schnell beschlossen; Beide trafen in Bern zusammen, hatten aber ersteinen kleinen Theil Italiens gesehen, als Baggesen durch Familienereignisse zü-rne gerufen wurde. F. fand in dem Baron Herbert und dem Grafen Burgstall2 Gönner, die ihn in den Stand sehten, sich dennoch nach Rom zu begeben(1194) und sich dort einige Zeit auszuhalten. Entzückt durch die kunstreichen Um-gebungen der alten Weltgebieterin, geleitet durch seinen väterlichen Freund Car-stenS, den er in Rom traf, und mit dem er Eine Wohnung bezog, begann er dieTheorie und Geschichte der Kunst, sowie die Sprache und die Dichter Italiens zustudiren. Seine Ansichten erweiterten und berichtigten sich, und als die Unter-stützung seiner Gönner aufhörte, hielt er Vorlesungen. 1803 kehrte er, mit einerRömerin verheirathet, nach Deutschland zurück und ward außerordentl. Professorin Jena . Seine nicht günstige Lage daselbst dauerte bis zum Frühjahr 1804, woer die durch Jagemann's Tod erledigte Bibliothekarsielle bei der verwitw.HerzoginAmalie bekam und nach Weimar zog. Dieses Amt gewährte zwar kein hin-reichendes Auskommen, aber viel Muße, und würde F. in den Stand gesetzthaben, ungestört den Schah seiner Kenntnisse zu verarbeiten, wenn er nicht aufder Rückreise über die Alpen eine Krankheit eingesogen hätte, die ihn, nachdem erin Karlsbad und Bieberstein Genesung gesucht hatte, am 4. Dec. 1808 seinenFreunden entriß. F. flarban einerPulsadergeschwulst in einem Alter von kaum 45Jahren. Seine reichhaltigen „Römischen Studien" (Zürich 180k—8, 3 Bde.),