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Feste (kathol.)
Heiligen. (S. AllerheiligsteS.) Am 2.Nov. wird das Festaller Seelengefeiert, ein allgemeiner Trauer-- und Erinnerungstag an die Verblichenen, dienoch nicht zur Anschauung des UrwesenS gelangt sind. Odilo von Clugni scheintes zuerst 998 in sinnen Klöstern eingeführt zu haben, von wo es allmälig in dieKirche Eingang gefunden. Den zuverlässigsten Beweis, daß cS kein eigentlich all-gemeines Fest der Kirche sei, gab das ReformarionSproject des Cardmalü Cam-pagni von 1524, worin er 20) in Beziehung aus die Gravamma der deut-schen Reichsstände von 1523, die Abschaffung dieses Festes sogleich bewilligte. —Am 29. Wept. wird das Fest Michaelis als ein allgemeines Fest der Engel ge-feiert, welches eineSthcils als Fest des Sieges des guten Princips über das Böse,und zum andern als Kinderfest (nach Match. 18, 1—11) zu betrachten. — Am6. Aug. ist das Fest der Verklärung Christi, welches vorzüglich bei den (Krie-chen sehr feierlich begangen wird. — Die Verehrung des Kreuzes führte zu2 Festen, das Fest der KreuzeSersindung am 3. Mai, und das Fest der Kreuzes-erhöhung am 1. Sept. — Das Fronleichnamsfest (s. d.), 1264 entstan-den, wird am Donnerstage nach dem TrinitätSseste gefeiert. Die Eucharistiawird an diesem Tage in feierlicher Proceffion herumgetragen, und dieses Fest trägtdazu bei, denGlauben an die Eucharistia, den edelsten Theil der christlichen Mystik,zu erhalten. Durch seine Feier beurkunden die Katholiken, daß sie »och praexeixKunn-n haben. Welkst Luther sagt in seine» Tischreden W. 359: „Das Fest desFron-Leibs hat unter allen den größte» und schönsten Schein". — Als beson-deres und außerordentliches Fest erwähnen wir nur noch die Kirchenfeste (best-, lx-oakuilo, un>), welche offenbar aus dem Iudenthume stammen. — Welche großeWirkung die kirchlichen Feste auf die Gemüther äußern, bedarf hier keiner Ausfüh-rung. Nur des Vortheils muß noch gedacht werden, daß sie zugleich der Unter-richt in den Religionswahrheiten für das Volk in einer Zeit waren, wo Druckereiund Schulunterricht noch nicht Kenntniffe verbreiteten. Selbst jetzt noch ist dieFestseier ein die Gemüther erhebendes und unterrichtendes Mittel. — Im 18.Jahrh, sind i» der katholischen Kirche viele Festtage abgeschafft oder aufdie Wonn-tage verlegt worden, und die Juristen waren cdeldenkend genug, aus diesen abge-setzten Feiertage» keine Frobnen stattfinden zu lassen. In der sogenannten Auf-klärungszeit erklärte man sich aber häufig ganz gegen die Feiertage, und zwar dieTheologen, weil sie die Dogmen, die die Feiertage versinnbilden sollten, nicht mehrglaubten, die Cameralisten aber, weil sie engherzig genug waren, die Gürerpro-duction als das Höchste im Lebe» zu betrachten, ohne zu bedenken, daß der Menschund seine Behaglichkeit—die offenbar durch Festtage, in mäßiger Zahl versteht sich,gewinnt — der höchste Zweck aller ökonomischen Productionen sein müsse, daß dieNatur der nothwendigen Güter immer noch genug gebe, daß der durch Festtage ander Production sich ergebende Ausfall dadurch, daß Alle nicht arbeiten, sich wiederausgleiche. Freilich, wenn man alle andre Wtaaten als Festtage feiernde, und nureinen einzigen producircnden Staat als nicht feiernd denkt, so ist ein Nachtheil fürdie übrigen vorhanden, ebenso als wenn ein Staat sein Mercankilspstem, nur zuverkaufe», nicht zu kaufen durchsitzt. Nach solchen einseitigen Ansichten kannman aber so große Fragen nicht entscheiden. —> Diejenigen unter uns, welche diereligiösen Feste gern durch profane Feste, z. B. neue Natur-, Frühlings-, Herbst-u. s. w. Feste ersitzen möchten — weil sie keinen Sinn haben für die hohe Be-deutung der christlichen Feste, für das Symbolische, Erhabene und Reinmensch-liche, was darin liegt— werden doch immer nur einen schwachen Nachklang Dessengeben können, was die franz. Republik schon längst weit grandioser auSsprach.Als nämlich der Nationalconvent 1793 aufRobespierre's Antrag das Dasein deshöchsten Wesens und die Unsterblichkeit der Seele decretirte, und diesem Wesenauf den 20. Prairial ein Nationalfest widmete, wurden zugleich folgende an den