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Feste (kathol.)
res Oktaven von ihm sind. Über die Ableitung des Namens isi man keineswegseinig. Ostern ist ein Tag der Freude; vorzüglich lebhaft sind die Ausdrücke dieserFreude bei den Griechen. Was Görhe'S Faust am Ostermorgen gedacht über dieTöne mächtig und gelind, die ihn suchten im Staube, ihn, der sie klingen hieß,wo weise Menschen sind, ihn, der sich so sehnsüchtig der Jugendzeit, wo er diesesFestes Dogma noch glauben und fühlen konnte, erinnert — dies ist den Gebildetenim Gedächtniß. — Der Ostcrcyklus theilt sich i» 2 Wochen, in die Woche vorOstern, die schwarze Wocbe, und die nach Ostern, die weiße Woche. Derweiße Sonntag oder die Osteroctave beschließt diese Woche. — Der 3. Cyklussind die Pfingsten, oder die höhere Beglaubigung und Vergeistigung des Chri-stenthums als Lehre und Anstalt. Das von der Kirche in den 2 ersten Cyklenversinnbildete und geschichtlich feierlich begangene Zrdenleben Christi war nun be-endet, Christus wohnte nun beim Vater und hatte den Tröster gesandt, der da er-leuchtet und stärket des Menschen Herz. Der eigentliche erste Festtag im Psingst-cyklus ist das Himmelfahrtsfest, und die Octave des Psingstfestes endet den Cyklusmit dem auf keinen Fall vor dem 9. Jahrh., und zwar in der katholischen Kirche entstandenen Trinitäksfeste, welches nun die kirchliche Zeitrechnung bis zum Ad-vent begründet. Man kann mit Sicherheit annehmen , daß sowol das Fest derHimmelfahrt Christi als auch das Psingstfest schon am Ende des 4. Jahrh, beson-ders und allgemein gefeiert worden. — Auf diese Weise sind die 3 Cyklen abge-schlossen. Diese befassen sich aber nur mit den Festen des Herrn. Die übrigenFeste gehen durch diese Cyklen durch. Die Maria-Verehrung beginnt im5. Jahrh, und von der Zeit an, wo der von Nestorius angefochtene und von derKirchenversammlung zu EphesuS (431) und Chalcedon (451) sanctionirte Aus-druck: Okorox!,-:, eine besondereWichtigkeiterhalten hatte; der Ausdruck selbst warschon alt. Die Veranlassung der Maria-Verehrung ist in Dunkel gehüllt. Esläßt sich allerdings denken, daß, sowie die heidnische Verehrung der aus demMeere erstiegenen Göttin aufhörte, dieses in den Gemüthern entstandenedurch die Verehrung der reinen Jungfrau und GotteSgebärerin ersetzt ward ; schonder Gegensatz zwischen dem sinnlichen Heidenthum, dessen Geschichten von der cy-prischen Venus nicht zu den erbaulichen gehören, und dem ernsten Christenthum,das die Idee der Keuschheit so hoch hielt, führte dazu, für diese Keuschheit einwirklich gewordenes Ideal hinzustellen. Das Zarte, Gemüthansprechende, wasin dem Cultus der Urauischen Venus lag, ward auf solche Weise erhalten, veredeltund von dem Beiwerke der cyprischen befreit. Es liegt in der menschlichen Natur,daß das Strenge mit dem Zarten verbunden werde, und wenn Schlegel den Kundder Kirche mit den Künsten besungen hak, wo die Himmlische die auf den Parnaßentflohenen Künste tröstet und sie zu ihrem Dienste in das Christenthum herein-führt, so bedarf eg hier nicht weiterer Erörterungen. Die Maria-Verehrung,da sie genau von Anbetung der Gottheit unterschieden ward, hat dem Christen-thume nicht geschadet, sie hat es und seine Keuschheitsidee popularisier. Selbst dieKirchenvater lassen es an etymologischen Anspielungen auf das Meer (äl-,ri->), aufden aus dem Meere sicherbebenden Abendstern (Xve ni-ni-i stell-,. Stern derLiebe) nicht fehlen. Der Marienfeste sind neun: 1) das Fest der VerkündigungMariä, 2) Maria Reinigung oder Lichtmeß, 3) Maria-Heimsuchung, 4) Ge-dächtnißtag der Maria Magdalena , 5) Maria Empfängnis k) Maria Geburt,4) Maria Opferung, 8) Maria Himmelfahrt (Krautweihe), 9) mehre kleinereMarienfeste. Die 3 ersten werden auch in der protestantischen Kirche gefeiert. —Auch die Gedächtnißtage der Märtyrer und Apostel werden gefeiert,ferner noch verschiedene Heiligen-, Engel- und Christusfeste. Am 1. Nov. ist dasFest aller Heiligen. Schon im 4. Jahrhundert feierten die Griechen in derPfingstoctave — heutzutage Trinitätsfest—ein allgemeines Fest aller Märtyrer und