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Aetfci Fetischismus
Nickt die Genauigkeit und schärfe der Berechnung vieler und künstlicher Werketrage» zur niedren Haltbarkeit besonders bei, wei den sogar oft verderblich. Nichtdie zahlreiche Bejahung verstärkt eine Festung; eS gibt vielmehr ein Deich.'.l'iuß,welches nicht überschritten werden darf, wenn die Vertheidiger einander nicht imWege sein. den Unterhalt wegzchren und der nützlichen Wirksamkeit im Felde nichtentzogen werden sollen. Wohl aber entscheiden die Tapferkeit und Treue der Be-satzung, die eiserne Festigkeit des Commandanten, das Genie Dessen, der die Ver-theidigung leitet, der, wenn die Truppen unermüdet thätig den Feind abzuwehrenund durch Ausfälle zu verscheuchen suchen, unerschöpflich im Auffinden neuer Hin-dernisse, Benutzung der Umstände und Anfälle ist, den wahren Werth einer Fe-stung. Feig und schlecht vertheidigt, fällt die stärkste und beste schnell; hartnäckigund geschickt vertheidigt, wird die schlechteste z»m trefflichsten Kriegsmittel, dessenNutzen kein seichtes Raisonnement der Erfahrung abstreiten kann. Man hat dieSchädlichkeit der Festungen überhaupt für einen Staat durch Beispiele und selbstdurch Gründe nicht ganz glücklich zu erweisen gesucht, man hat dabei nicht anFälle wie Missolunghi gedockt, an welchen die ältere Geschichte wte die neuere nichtso arm ist, also einseitige Behauptungen aufgestellt. 5.
Fetischismus, die Verehrung einzelner natürlicher oder künstlicherKörper, belebter oder unbelebter Wesen als göttlicher. DasWort ist neu, die Sachealt. De Brosses in seiner Schrift: ,,U» eulio <lo-i Dionx lV-tiosios" (1160,übers. von PistoriuS, Stralsund N85), hat den Ausdruck Fetisch, der entwederaus dem Portugiesischen von ein Zauberklotz, oder nach Winterbottom
von si-iia/eir.-,, Zauberin, abstammt, zuerst in Umlauf gebracht. Die Portu-giesen nannten die Götzen der Neger am Senegal und andrer wilden Nationen so,und nachher erhielt das Wort eine umfassendere Bedeutung. Man kann zweierleiFetische unterscheiden: I) Theile und Werke der Natur, und 2) Werke von Men-schenhand. Zu den erster» gehören Elemente und Berge, welche die Bewohnerdes Kaukasus, die Perser, Araber, alten Deutschen , Mongolen, Peruaner, Ne-ger, Buräten: Flüsse und Quellen, welche die Hindu, Parther , Kamischadalen;Wälder und Bäume, welche die Slawen, Tscheremissen und Jakuten; Steine,welche die Svrer, Pkrygier, Tunkinesen, Lappländer; Thiere, welche dieÄgvpter,-Ostiaken u. A. anbeteten oder noch anbeten; ferner Häute, Gerippe, Klauen,Köpfe, Federn u. a. m. Die zweite Classe ist nicht minder zahlreich: Pfeile undPflöcke verehrten die Parias, Scvthen, Taurier; andre hingegen Töpfe, Pfähle,Schilde u. dgl. Wichtig ist die Frage, wie der Mensch darauf gekommen sei,Fetische zu verehren? Bei einigen dieser Fetische ist'S begreiflich; bei andern sollteman meinen, die Menschen hätten durchaus nur eine Gottheit haben wollen, unddas Erste Beste dazu gemacht. Woher kam ihnen aber die Ahnung des Göttlichen,die sie nothwendig haben mußten, ehe sie daraus verfallen konnten, irgend Etwas,was es auch sei, zum Gott zu erheben? Die Quelle alles Fetischismus ist die demNaturmenschen eigenthümliche 'Ansicht von der Natur. Ihm unbewußt trägt ersein Leben hinüber in die Narur, und was dann außer ihm durch ihn lebendig ge-worden ist, das erscheint ihm höher und mächtiger, als er selbst ist, und im fremdenWesen findet er das Eigne und Menschliche göttlich. Dies ist der reinere und edlereFetischismus der Natur. Hierbei aber blieb es nicht. Sowie der Naturmenschdem Todten auker sich sein Leben gegeben hatte, so gab er dem Lebenden, der Thier-welt, seinen S inn und sein inneres Leben. Der Instinkt des Thieres wurde ihmAbsichtlichkeit und Überlegung, und da cS durchKunstkriebe, durch List, in der Artseinem Feinde zu entgehen, seine Nahrung zu finden, menschliches Nachdenkenübertraf, da es sogar das Ungeschehene wußte, durch Witterung seiner Nahrungaus der Ferne, Doiempfindung des Wetters, so gab die Thierwelt dem Menschen