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Fett Feuer
seinen eignen Sinn höher und übermenschlich zurück (Thierfetischismus). NichtThiere, sondern die belebte Natur mit Sinnen und Gestalt der Thiere betete ur-sprünglich dieser Fetischismus an. Den niedrigsten Fetischismus dieser Art erzeug-ten die brennendsten Klimate von Afrika und die kältesten des Nordens. Die äu-ßerste Ausartung des Fetischismus im Alterthume war unstreitig in Ägypten ; vonden Wilden der neuern Zeit ist es bekannt, daß sie ihre Götzen, wenn sie ihreWünsche und Gebete nicht erhören, verkaufen und ersäufen, ihnen drohen, sie be-schimpfen, prügeln und zerstören. Die feinste Veredlung des Fetischismus hatteohne Widerrede Griechenland , wo durch die Sängerschulen und die bildende Kunstau« ihm ein schönes geordnetes Göttergeschlecht hervorging. Der edlere Fetischis-mus oder Polytheismus bildete das Leben in der Natur zu Naturgeistern, mit eigen-thümlicher Persönlichkeit in menschlicher Gestalt, mit menschlichem Willen undDenken, und ordnete dieselbe zu einem Ganzen (zu einem Götterstande oder einerGötterfamilie) an. Die dritte Art des Fetischismus gilt nur uneigentlich für sol-chen, denn wenn manche Wilde die Gottheit in Thierfellen, Pfählen u. s. w. an-beten, so ist eine Anbetung unter solcher Gestalt nicht unmittelbar aus Belebungder Natur entsprungen, sondern nachdem diese im Cultus unvrgegangen war, alsCultus selbst entstanden. Daß Fetischismus die erste Art der Religion gewesen,wird von Vielen bezweifelt.
Fett, ein Bestandtheil thierischer Körper, weich, beinahe flüssig, so langees warm und im lebenden Körper enthalten; hart, fest, weiß und blätterig, wennes kalt ist. Es besteht nach den neuesten chemischen Untersuchungen größtentheilsaus Wasserstoff und Kohlenstoff, mit einem geringen Antheil von Sauerstoff.Don der vorherrschenden Neigung des Wasserstoffs und Kohlenstoffs, sich mit ei-nem größern Antheil von Sauerstoffe zu verbinden, rührt die Verbrcnnlichkeit desFettes her. (S. Öle.) Der chemischen Kunst ist es gelungen, durch die Verbin-dung von Kohlenstoff und Wasserstoff eine Masse hervorzubringen, welche sich ganzwie Fett verhält (s. „Handwörterbuch der Chemie" von John, 1817 —19). Auchhat man gefunden, daß andre weiche thierische Theile sich in eine fettähnliche Masseverwandelten, wenn sie lange unter Wasser, welches sich stets erneuerte, oder infeuchter Erde aufbewahrt wurden. In dem thierischen Körper ist die Erzeugungund Absonderung des Fettes die Verrichtung desjenigen Theils des Haargefäß-systems, welcher sich in Zellchen des Zellgewebes sowol unter der Haut als um ver-schiedene Eingeweide, besonders aber in den Netzen des Unterleibes befindet, wo sichalsdann das Fett ansammelt. (Vgl. Corpulenz.) Blut und Lymphe sindwahrscheinlich die einzigen Körper, welche kein Fett enthalten. Bei jungen Thie-ren ist das Fett weicher als bei ältern. Im Wesentlichen besitzen die fetten Erzeug-nisse der Pflanzen gleiche Eigenschaften mit den thierischen Fetten. Das härtesteFett ist dasjenige über der Augenhöhle der Hirsche. Sehr verdünnte Mineralsäu-ren orydiren das Fett und nähern es dem Wachse. Alle Fette lassen sich in Öl undin Talg scheiden; die Butter ist Winters talg- und Sommers ölreicher.
Feudalrecht, Feudalsystem, s. Lehnrecht, Lehnsystem.
Feuer, s. Wärme.
Feuer (das griechische) ward im 7. Jahrh, erfunden. Als 668 die AraberKonstantinopel belagerten, ging der griechische Baumeister KallinikuS aus Helio-polis von dem Khalifen zu den Griechen über und brachte eine Mischung mit,deren unerhörte Wirkungen den Feind in Schrecken setzten und zur Flucht zwangen.Bald wurde es mittelst flachsumwundener Pfeile und Wurfspieße auf feindlicheFestungswerke und Gebäude abgeschossen, um sie in Brand zu stecken; bald triebman durch dasselbe aus eisernen oder metallenen Röhren steinerne Kugeln gegen dieFeinde. Der Gebrauch dieses Feuers dauerte wenigstens bis zu Ende des 13.Jahrh, fort; aber kein einziger gleichzeitigerSchriftsteller hat uns die Bestandtheile