Band 
Vierter Band. F bis G.
Seite
100
JPEG-Download
 

100 Fcuervergoldung Feuerzeug

Galizien , zu Avis in Welsch-Tirol, zur Verfertigung der Flintensteine, wozu maneine Art wählt, welche hinlänglich scharfkantig und schalig zerspringt. Die regel-mäßige Form wird ihnen mit eignen Instrumenten gegeben. Das Deisabren da-bei, welches so schnell von statten geht, daß der ungeübteste Arbeiter täglich 500Stück verfertigen kann, war lange ein Geheimniß und ist erst durch Dolo-mieu bekannt geworden.

Feuer Vergoldung entsteht aus der Austragung eines Amalgama vonGold und Quecksilber auf ein metallenes Gefäß. Wirt dieses auf Kohle» gelegt,so verraucht das Quecksilber, und das auf der Oberfläche des Metalls sixirteGold bedarf dann bloß der Politur.

Feuerversicherung oder Brandassecuronz wird sowol durch dieStaatsverwaltung als durch Privatcompagnien veranstaltet. Der Gegenstandderselben sind hauptsächlich Gebäude; aber auch Mobilien und Waaren können,besonders bei den Privatcompagnien, assecurirt werden. Da, wo die Staatsver-waltung dieBrandassecuranz für das Land regulirt, wird als Grundsatz betrachtet,daß jeder Eigenthümer von Gebäuden nach gewissen Verhältnissen und Taxationendaran Theil nehmen müsse. Was nun in einem gewissen Zeitraume durch Brandverlorengeht, wird auf dieGelammtheit der Eigenthümer von Gebäuden vertheilt.Der DerwaltungSgrundsatz ist also hier gegenseitige Garantie, die unstreiria ihregroßen Vortheile hat. Weil die Staatsverwaltung in der Regel sich nicht auf Ver-sicherung von Waaren und Mobilien einläßt, so kaben sich in den bedeutendstenHandels- und Hauptstädten Europas große Vereine gebildet, die auf jedeFeuerS-gefahr und für jeden Gegenstand (Pretiosen, Gold, Silber und Documenre aus-genommen) Versicherung geben. Die großen Capitalien dieser Gesellschaften, dieSchnelligkeit, womit sie ihre Verbindlichkeiten zu erfülle» pflegen, die aufmerk-same Verwaltung, begründen die Vorliebe, welche das Publicuni zu diesen Insti-tuten hat. Als das bedeutendste gilt die berühmte Phömxgescllschaft in London .In Paris gibt es ähnliche Anstalten. In Deutschland macht seit mehren Jahrendie leipziger Feuerversicherungsanstalt, die ebenfalls aus große Capitale und einesolide Verwaltung begründet ist, ansehnliche Geschäfte. Auch in Gmha hat sicheine ähnliche Anstalt auf den Grundsatz der gegenseitigen Garantie gebildet.

F e u e r w e r k e r k u n st, Pvrotechnie, die Kunst, auS>L chießpulver undandern Stoffen künstliche und dem Auge wohlgefällige brennende Figuren zu bil-den. Man theilt sie in Land- und Wasserfeuerwerkerkunst ein. Zu ersterer ge-hören Raketen, Landpatronen, Feuerräder, brennende Sonnen, Namen u.s.w.;zu letzterer die Feuerkugel, Wasserteufel, Igel ic. Verschieden von der Lust-seuerwerkerei ist die Ernstfeuerwerkerei, die sich mit Gcschützpatronen,Brandkugeln, Petarden beschäftigt.

Feuerzeug, eine Geräthschaft zur örtlichen Erzeugung des Feuers, oderzur Erregung des VerbrcnnungsproceffeS. So gemein das gewöhnlichste Feuer-zeug, Stahl und Feuerstein , ist, so wichtig ist diese Erfindung, gleichsam der Ta-lisman aller Cultur, welcher demMenschen das mächtigste Element, die erste Kraftder Natur, dienstbar macht. Der Gebrauch des Stahls und Feuersteins , um damitZunder und Schwefel zu entzünden, belicht auf dem Erfahrungssatze, daß durchdas Reiben zweier harter Kör; an einander Wärme erzeugt wird, welche, wenndas Reiben stark genug ist, in na.nbareS Feuer oder Entzündung übergeht. Düker bedürfen rohe Völker, deren Individuen viel körperliche Stärke besitzen, keines be-sondern Feuerzeugs, indem sie trockene Hölzer durch heftiges Reiben entzünden.Unser Feueranschlagen ist ebenfalls ein Reiben; der den.Stein schnell streifendeStahl wird durch diese Reibung theilweise an seiner Oberfläche elektrisch entzündet,die entzündeten Theile erscheinen als Funken, und wenn man diese auf einem wei-ßen Papier auffängt, un> sie, nach dem Erkalten, mit einer Loupe (Vergrösserungs-