Band 
Vierter Band. F bis G.
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Feuerzeug 101

glas) zu untersuchen, so findet man schlackenartigeKügelchen, deren Substanz ver-kalkter (oxydirter) Stahl ist. Daß nicht alle Feuerstähle gleich gute Dienste leisten,beruht auf der verschiedenen Nute und Härtung des Stahls, woraus sie verfertigtsind, und wenn ein Feuerstahl auch am schärfsten Steine nur sparsame Funkenschlägt, so ist es ein Zeichen, daß er entweder aus schlechter»! Stahl gemacht oder zuweich (schlecht gehärtet) ist. Auch die Feuersteine sind, hinsichtlich der Härte, vonverschiedenem Werthe; ein zu weicher Stein schlägt sich bald stumpf; ein scharfgeschliffener Achat hält am längsten. Da nun auch der Zunder (Feuerschwamm,Aündschwamm) nicht immer gut fängt, so ist das Feueranschlagen oft ein langsamesNeschäft, was denkende Kopfe zur Erfindung eines Neschwlndfeuerzeugs veranlaßthat. Man kennt gegenwärtig folgende Arten solcher Feuerzeuge: 1)DaS mecha-nische Feuerzeug, in Form eines Flinten - oder PistolcnschloffeS, dessen auf-gezogener, Mit einem Flintensteine versehener Hakn (wie beim Schießgewehre) diePfanne aufschlägt und den darin befindlichen Lumpeiizunder entglimmt. DerWerth deffelbt ii beruht .H aufber (eichten Beweglichkeit des Pfannendeckels (welcheman durch Einölen, oder besser durch Bestreichen des Newindes mit Knochenfettunterstützen muß), I>) auf der Güte und Härte des Stahls, woraus der Pfannen-deckel besteht. 2) Das pneumatische Feuerzeug. Dieses bestekt in einerkleinen LuftcompressionSpumpe, ähnlich der zu einer Wiudbüchse gehörigen. DieEntzündung des Feuerschwamms oder Zunders wird hier durch schnelles Zusammen-pressen der Luft bewirkt. Negcn dieses Feuerzeug läßt sich einwenden, daß zwar derErfolg sicher ist, die Kosten seiner Anschaffung aber mit der geringen Bequemlichkeit,welche es gewährt, zu wenig im Verhältnisse stehen. 3) Das e lektrisch e Fei! er-zen g (Tachypyrium, Nasopprium, Brennluftlampe -c.). Die Einrichtung ist, derHauptsache nach, folgende: Von 2 über einander angebrachten, mit ihren engenMündungen in einander übergehenden (gewöhnlich gläsernen) Nefäßen enthält dasobere Wasser, das untere Wasserstoffgas (Brennluft, brennbares Gas). Durch ei-nen Hahn wird die Nemeinschaft zwischen beiden Gefäßen für die meiste Zeit aufge-hoben, durch das Drehen dieses Hahns wird sie wiederhergestellt, und zugleich einSeitenrohr geöffnet, durch welches aus einer engen Mündung Wassersioffgas ausdem untern Nefäße entweicht, weil bei der Eröffnung des Hahns Wasser aus demobern Netäße in das untere herabfiel, und das daselbst eingeschlossene Nas durchVerengerung des Raums gepreßt wurde. Durch dieselbe Drehung des Hahns wirdzugleich die Trommel eines kleinen verborgenen Elektrophors in Bewegung gesetzt,welches dadurch elektrisch wird und seine Elektricität einem messingenen Säulchen(als Conductor) mittheilt, welches in der Nähe des «eitenrohrS mit einer wagerech-ten Vpitze versehen ist, welcher gegenüber in einiger Entfernung eine Negenspitze an-gebracht ist. Wenn nun beim Drehen des Hahns ein elektrischer Funke aus derSpitze des Eonductors m die Negenspitze schlägt, so geht der Weg des Funkens gera-de durch den Nasstrom, welcher dadurch entzündet wird, sodaß man ein Papier odereinen Wachsstock daran anstecken kann; der Hahn aber wird sogleich wieder ge-schlossen, um den Nasstrom zu hemmen. Diese kostbare Neräthfchafr eigner sich,wegen der nöthigen Aussicht zur Unterhaltung in gutem Stande, mehr für den imErperimentiren geübten Physiker als zu allgemeinem Nebrauche. Der DpticuS lOster-land in Leipzig hat kürzlich das elektrische Feuerzeug durch Anbringung des Platina an die Stelle des Elektrophors, nach Döbereiner'S Verfahren, sehr vervollkommnet.4) Das Phosphorfeuerzeug. Der Phosphor, unter allen brennbaren-Lub-stanzen eine der entzündlichsten, leuchtet im Dunkeln schon vermöge der bloßen Be-rührung der Luft, deren geringste Bewegung das Leuchten erhöht. Es bedarfdahernur einer geringen Reibung des Phosphors mit festen Körpern , um ihn völlig zuentzünden und schnell verbrennen zu lassen. Daher dessen Anwendung zu einem Ne-schwindfeuerzeuge. Der Phosphor wird zu diesem Behuf in einem Gläschen auf-