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Floris Flöße
und die Belagerung von Gibraltar (1782), hatten einen nachtheiligen Ausgang.Kurz vor dem TodeKarls III., ünÖct. 1788, verlangte er seine Entlassung undlegte dem König eine Rechtfertigung seines geführten Ministeriums vor. Der Kö-nig billigte dieselbe und verweigerte die Entlassung. Aber unter Karl IV. gelang esseinen Feinden, unter denen auch der Friedcnsfürst war, ihn 1792 zu stürzen. SeinNachfolger war der Graf Aranda (s. d.). F. wurde in dieEitadellezu Pampelonagebracht, nach einiger Zeit aber freigelassen und auf seine Güter verwiesen. 1808erschien er noch einmal auf dem Schauplatze bei der Versammlung der CorteS,starb aber im nämlichen Jahre ani 20. Nov., fast 80 Jahre alt.
Floris (Franz), ein niederländischer Maler, dessen Familienname deDriendt war, geb. zu Antwerpen 1520, von seinen Zeitgenossen der niederländischeRafael genannt. Er studirte die Malerei zu Lüttich bei Lombard. Der Schülerübertraf bald seinen Meister. F. ging nach Antwerpen zurück und errichtete da-selbst eine Schule, hierauf nach Ztalien, wo die Meisterwerke Mich. Angelo'S sei-nen Geschmack, besonders in der Zeichnung bildeten; koch erreichte er die Anmuthund Reinheit der Formen der florentnüschcn und römischen Schule nicht. SeineManier war groß, aber an seinem Colorit und den Umrissen seiner Figuren wirdVerschiedenes getadelt. Nach der Rückkehr ins Vaterland erhielt er wichtige Be-stellungen von Gemälden und erwarb sich bald Reichthümer, verschwendete sie aberwieder durch Ur,Mäßigkeit. Er rühmte sich, der stärkste Trinker seiner Zeit zu sein,und machte, um diesen Ruhm zu behaupten, die unsinnigsten Wetten. Er maltemit außerordentlicher Leichtigkeit, und, vom Weine befeuert, war er in der Ausfüh-rung bisweilen so kühn, daß er selbst darüber erstaunte, wenn er seine Arbeit nach-her mit nüchternem Auge betrachtete. Aber diese Unmäßigkeil stürzte ihn früh insGrab. Die meisten seiner Werke, namentlich seine Triumphbogen für den EinzugKaiser Karls V. und Philipps 1>. in Antwetpen, und die 12 Arbeiten des Herculessind von geschickten Künstlern gestochen worden. Seine Gemälde sinken sich inFlandern, Holland, Spanien, Paris, Wien und Dresden . Er starb 1570.Wenig Künstler haben so viele Schüler gehabt; er hatte deren 120. Unter ihnenwaren seine beiden Söhne, von denen Franz Floris auch als Maler berühmtgeworden ist.
Florus (Lucius AnnäuS), ein römischer Geschichtschreiber, wahrscheinlichaus Spanien oder aus Gallien gebürtig. Er lebte im Anfange des 2. Jahrh, nachChr.undschriebeine kurze Übersicht (ki>>il-»»e) der römischen Geschichte in 4 Bü-chern, von Erbauung der Stadt bis zur ersten Schließung dcsIanustempels unterAugustuS. Sein Styl ist blühend, aber für die Geschichtschreibung nicht einfachgenug. Einige halten dafür, das Werk des F. gehöre dem Augustischen Zeital-ter an, sei aber, in Sachen und Sprache interpolier, auf uns gekommen. Diebeste Ausgabe ist von Düker (Leyden 1744); neuere von Fischer (1760) undTitze >1819).
Flöße. Um Bau-, Schiff-und Zimmerholz zu Wasser ausführen zukönnen, werden auf mehren Strömen in Süd - und Norddeutschland Flöße oderflache Fahrzeuge erbaut, die, wenn sie von einiger Bedeutung sind, sich dem Augeals schwimmende Inseln darstellen. Die größten Fahrzeuge solcher Art hat, unterdem Namen Holländerflöße, nur der Rheinstrom, weil Holland , des meisten Hol-zes für seine Marine, sowie andres Bauholzes bedürftig, dem großen Holzhandel,der eine» der wichtigsten Artikel der Ausfuhr auf dem Rhein ausmacht, den vor-theilhaftesten Markt darbietet, da es nur einen Theil seines Bedarfs bei offener Seeaus dem Norden beziehen kann. Ein Holländerfloß ist aus ganzen, in der Längeaneinandergelegten Baumstämmen oder Balken von Elchen, Tannen, Föhren undFichten, die 36 — 92 Fuß Länge, 20 — 30 Zoll Dicke haben, und durch Floß-band und Floßwieten mit einander verbunden werden, zusammengesetzt. Es be-