Band 
Vierter Band. F bis G.
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Flöße

steht durchgehende aus 8 Hauptthcilen, nämlich dem Steifstücke und 2 Knieenoder einmastigen Flößen, deren jeder wieder aus 3 Theilen, dein Mittelch'icke und2 Anhängen, zusammengesetzt ist. An den äußern Seiten der letzter,, sind über-dies noch viele einzelne, oder zu 2 und 4 der Breite nach miteinander verbun-dene Tannenstämnie befestigt. Die ersten heißen Streich-, die andern Schormäste.Das Skeifstück ist der wesentlichste und vornehmste, aber auch der unbehülstichsteTheil eines HolländerflosseS. Zuweilen macht es auch mit seinen Anhängen dasGanze aus, und besteht, den Boden mitgerechnet, aus 4, und an manchenStellen aus 5 Lagen Holzes über einander. Die Richtung in der Fahrt wirdihm durch die Knie - oder bewegliche Vorderfiöße gegeben. Die Anhänge zu beidenSeiten haben eine verschiedene Bestimmung. Wahrend der Fahrt dienen sie, denersten Stoß beim etwaigen Anlaufen des Flossesan die Uferabzuhalten, beim Lan-den dazu, daß das Floß zum Stehen gebracht wird, und endlich bieten sie bei Un-Mckssällen das Holz zu neuen Böden dar. Am äußersten Ende des Flosses befin-den sich eine Reihe Ruder (auch Riemen und Sireiche genannt), die sich je zwischen2 und 2 hölzernen Zapfen bewegen. An dem einen Ende hat es gewöhnlich 20,und am entgegengesetzten Ende 22 dergleichen Ruder, außer denen, die sich aufjedein Ansauge desselben befinden. An jedem Ruder sind m der Regel 1 Mannzum Arbeiten angestellt. Der Steuermann, welcher das ganze Fahrzeug dirigirt,gibt auf einem erhabenen Stuhle das Zeichen, ob rechts oder links gerudert werdensoll. Dem Flosse geht eine Stunde weil ein Nachen voraus, um wegen der Schiffe,Mühlen und Brücken Warnung zu geben. Es wird von 16 — 20 Nachen (jedernntstMan»), wegen der nöthige,>A»ker, Seile und Taue, begleitet. Einen Nachenmit Ankern, den man voraus an das Land führt, um dem Flosse indenKrimnnun-gen die Richtung desto sicherer zu geben, nennt man den Postwagen. Die Be-standtheile eines solchen großen Flosses sind folgende: Eine beinahe vollständigeWohnung für den Flößer, Küche, Bäckerei, Kammer des Küchenmeisters, Wasch-haus, Magazin für die Lebensmittel, Wohnung des Steuermanns, eine Hüttefür die Ankerknechte, 6 Hütten für die Ruderkncchte, wovon jede 50 Mann auf-nehmen kann, Biehställe, ein Schlachthaus, eine Wohnung der Köche und eineHütte für st Mann am sogenannten Kapständer. Das Floß hat rechts und linksAnhänge, um es flott zu halten, wenn eS vor Anker liegt. Die sogenannten Knieedes Flosses dienen zu dessen Leitung in den Krümmungen des Stromes, und auchdiese haben ihre Anhänge. Die Bemannung eines HolländerflosseS besteht gewöhn-lich aus 500 Köpfen. Es hat 20—40 Anker bei sich und bedarf für eine Reisenach Dordl in Holland 40 — 50,000 Pfund Brot, 12 — 20,000 Pfd. Fleisch,10 —15,000 Pfd. Käse, 10 — 15 Eentner Butter, 8 —10 Eentner gesalzenes und60—80 Eentner trockenes Gemüse, 5 — 600 Ohm Bier u. s. w. Den bestenBegriff von der Größe eines solche» Flosses macht man sich, wenn man bedenkt,daß die RheinschifffahrtSverwaltung an den Zollämtern für Mannschaft, Provision,Ankerund Geräthschasten 6000 Eentner m Abzug bringen läßt, die nicht verzolltwerden. Solche große Holländerflöße, die man nach der Verschiedenheit ihresBaues gepackte oder ungepackte nennt, werden nicht auf einmal, sondern aus denvom obern Rhein, dem Neckar , dem Mai» und der Mosel kommende» kleinernFlößen zusammengesetzt. Die Hauptbauplätze hierzu sind bei Manheim , am äußer-sten Ende des Neckars, kurz vor seiner Mündung in den Rhein, zu Kassel, Mainz gegenüber, beim Einfluß des Mains in den Rhein , oder unterhalb der Etadl andem sogenannten Gartenfelde, und zwischen Ander,>ach und Unkel an dem Rhein .Für die kleinern Flöße, die über den Maui zum Bauplatz bei Kassel gebracht wer-den, liefern die Waldungen des Fichtelberges und die Provinzen Bamberg , Würz-burg und Baireurh das ersoderlicbe Holz. Der Schwarzwald in Würtemberg undBaden gibt hauptsächlich die Materialien zur Erbauung der kleinen Flöße, die von