162
Flöte Flüe
Gebrauche auf dem Euphrat. In China gibt es ganze Dörfer, dieauS Flößen vonstarkem Bambusried erbaut sind und auf den großen Flüssen umherschwininien. —Floß heißt auch in der Schiffbausprache ein aus 3 bis 4 Masten mit Bretern be-legtes Gerüst, um sicher darauf stehen zu können, wenn das Schiff kalfatert wird.
Flöte (b'l.iut,,), ein Blasinstrumentvo» Holz, Horn oder Elfenbein. Esgibt deren verschiedene Arten: 1) blute a k»-o (l l,i w elv,><:>', Ploch-oder Plock-fiöre> ist veraltet, war mit einem Kern versehen, hatte 7 Tonlöcher fürdieFin-ger, ein Tonloch für den Daumen, und wurde wie die Hoboe gehalten. Der Ton-umfang erstreckte sich von dem eingestrichenen k bis zum dreigestrichenen p. 2) Diejetzt gewöhnliche und seit Friedrich dem Großen, dessen Lieblingsinstrunient sie war,sehr beliebte Querflöte, b'l-iiiio lraveiiin, aus dem Kopfstück, 2 MittelstückeNund dem Fuße bestehend. Sie wird durch ein Mundstück angeblasen und das Ldff.nen und Schließen der Tonlöcher bringt die verschiedenen Töne hervor. Das Kopf-stück enthalt Mundloch und Pfropfschraube, mittelst deren ein in der Höhlung desInstruments über dem Mundloche befindlicher Pfropf von Kork höher oder tiefer ge-schraubt werden kann, um bei dem Gebrauche verschiedener Mittelstücke die reineStimmung der Oktaven zu erhalten. Das obere Mittelstück hat 3 Tonlöcher fürdie Finger der linken, das untere 3 für die Finger der rechten Hand, und an den»Fuße befinden sich 2 Klappen für die Töne <-5 und <li«. Man hat außerdem nochverschiedene Klappen angebracht, um einzelnen Tönen mehr Reinheit zu geben;indessen gewinnt das Instrument im Ganzen dadurch wenig. Der Umfang derFlöte erstreckt sich von dem eingestrichenen >l (neue Flöten gehen noch tiefer) biszum dreigestrichenen l>. Ihr Charakter ist sanft; doch dringt sie in der Höhe auchdurch die kräftigste Drchcsterbesetzung durch. Im Solo thut sie treffliche Wirkung;ganze Concerre aber sollte man nicht für sie schreiben und auf ihr spielen, da ihrSpiel auf die Länge ermüdet, und ihrTon nichtgenug Mannigfaltigkeit hat. 'Au-ßerdem hat maii b U/w st'amoui, eine kleine,Terz tiefer, eine Terzflöte, eine kleineTerz höher, eine Quartflöte, eine Quart hoher, Octavflöte oder I l.intc, ,eine ganze Octave höher als die gewöhnliche Flöte, sie ist für rauschende, z. B. fürMililairmusik. Das beste Werk über Flötenspiel war sonst Tromlitz's „Ausführli-cher und gründlicher Unterricht, die Flöte zu spielen". Neuerdings ist die Flöten-fehule des pariser Conservatoriums und die von Frölich in Gebrauch.
Flott, in derSchiffersprache.aufdemWasserschwimmend.EiniLchiffflottmachen, heißt: ein feststehendes Schiff, das z. B. aufeine Sandbank gefahren ist, wie-der in Gang bringen. EinLchiff wird flott, indem der Anlauf der Flut dasselbe hebt,wenn es wahrend derEbbe trocken oder im Schlamme lag. — Flotte, eine Anzahlschiffe, die einen gemeinschaftlichen Anführer haben. "Es gibt KriegS'und Han-dels-odcr Kauffahrteiflotten. — Flottille, eine kleine Flotte. Escadrenennt»nan eine Zahl von wenigstens 9 Kriegsschiffen, die unter einem Befehlshaber(Contrcadmiral) stehen.
Flöhe, Flötzgebirge, s. Geologie und Geognosie.
Flüchtigkeit, in der Chemie die Eigenschaft eines Körpers, nach wel-cher er sich beieinem gewissen Grade der Hitze in Dämpfe auflöst und verflüchtigt;sie steht der Feuerbeständigkeit entgegen. Wahrscheinlich haben jedoch alle Körperdie Eigenschaft der Flüchtigkeit, nur daß wir einige nicht zu verflüchtigen vermögen,weil uns die erfoderlichen Grade der Hitze fehlen; eine absolute Feuerbeständigkeitsinket mithin wahrscheinlich gar nicht statt.
F l ü c (Nicolaus von der, Bruder Klaus), geb. 1417 im Dorfe Saxeln,CantonS Unterwalden ob dem Walte, bewirthschaftete mit seinen Ältern und Kin-dern das väterliche Gut und führte ein durchaus unbescholtenes Leben. Auf s.verschiedenen Kriegszügen zeigte er sich ebenso menschlich als tapfer. Als'Landrathdes Canlon» bewies er eine eigne Geschicklichkeit, die vorkommenden Angelegenhei-