Band 
Vierter Band. F bis G.
Seite
167
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Focus Föderativstem 167

Handlungen, inMenschen oder Thiere, bis sie in die Classe derSamanäer tritt,und zuletzt in den, Leibe eines vollkommenen Samanäcrs erscheint. Ein solcher hatnicht mehr Fehler auszusöhnen; sie sind in den vorherigen Wanderungen schon abgewaschen; er braucht nicht mehr die Götter zu verehren, die nur Diener des höch-sten Gottes der Welt sind. Frei von Leidenschaften, und keiner Unrcmigkeir mehrfähig , stirbt er nur, um wieder in die einige Gottheit zurückzukehren, von der seineSeele ein Ausstuß ist. Dieses höchste Wesen, der Urstoffaller Dinge, ist von Ewig--keit her unsichtbar, unbegreiflich, allmächtig, gütig, gerecht, barmherzig, und hat sei-nen Ursprung von sich selbst. Es kann durch keine Abbildung dargestellt werde»;man kann es nicht anbeten, weil es über alle Anbetung erhaben ist; aber seineEigen-schaften kann man abbilden, und diese verehren und anbeten. Hier fangt der Bil-derdienst der indischen Völker an; daher die Menge der Schuhgötler in Cbina. Je-des Element, die Veränderung des Wetters, die Lufterscheinunge», selbst jederStand und jedes Gewerbe hat seinen eignen Schuhgott. Alle Feuer-, Wasser-,Soltatengötter rc. der Chinesen sink aber bloß vornehme Beamte des höchsten GottesSeng-Wang-Man, der von seinem Sitze in der obersten Himmelsgegend in müßi-ger Ruhe auf das Treiben der Menschheit herabblickt. Zeder Chinese bildet seinenSchutzgott in Holz oder Stein, und verrichtet vor diesem Bilde 3 Mal des Tagesseine Verehrung. Der Samanäer aber, in beständiger Betrachtung und Nachden-ken über diesen großen Gott verloren, sucht nur sich selbst zu vernichten, um wiederin den Schoß der Gottheit zurückzukehren und sich in ihr zu verlieren, die alle Dingeaus dem Nichts gezogen hak, und selbst nichts Körperliches ist. Als dieser reine Geistdie Materie erschaffen wollte, nahm er selbst eine materielle Form an, und sondertedie in ihm vereinigten männlichen und weiblichen Kräfte. Durch die Wiedervereini-gung derselben wurde die Schöpfung des Weltalls möglich. Der Lingam (s. In-dische Mythologie) ist das Symbol dieser ersten Handlung der Gottheit. Durchsie wurden Brama, Wischn» und Iswara her vorgebracht, welche nicht sowolGötter als Eigenschaften oder Attribute der Gottheit sind.

Focus, s. Brennpunkt im Art. Brennglas.

Adder ativsystem, Staakenbund, und Föderativstaat, Bundes-staat, sind verschiedene, oft nicht scharf genug bestimmte Begriffe. Bei jenem istder Bund das Mittel, durch welches sich mehre Staaten frei und aus immer recht-lich vereinigen, sodaß sie in Ansehung des Bundeszwecks, einzeln genommen,aufhören, unabhängig zu sein; bei diesem ist der Staat, d. i. die Sicherheit allerGlieder des Vereins unter einer höchsten Gewalt, der Ziveck, für welchen derStaatsverein errichtet ist. Hierin liegt es, warum jenes System seiner Naturnach die Freiheit oft unterdrücken muß, indem, was an sich Mittel für Alle scinsoll,von Einigen bloß als Mittel für sich berechnet wird; diese Skaatsform dahingegendie Freiheit Aller im Ganzen sichert. In dem Föderativsystem nämlich ist cs^deinmächtigern Mitgliede, darum, weil es schon vor Errichtung des Bundes volle Selb-ständigkeit besaß, unangenehm, in die Kategorie eines Mittels für Andre zu treten.Es wird daher seine unabhängige Stellung behaupten und die schwächern Mitglie-der des Bundes, ja den Bund selbst, als Mittel für seine Zwecke in die politischenBerechnungen seiner Verhältnisse hineinziehen. Hieraus entsteht nothwendig eineUngleichheit; jede Ungleichheit aber ist der politischen Freiheit nachtheilig. Indeßsträuben sich auch die schwächern Mitglieder, ihr besonderes Interesse dem allgemei-nen nachzusehen. Als Staarcn für sich wollen sie unabhängige, moralische Perso-nen vorstellen, und vergessen, daß sie, indem sie sich einem politische» Bunde fürimmer anschlössen, in Ansehung mehrer Rechte, die mit ihrer Selbständigkeit we-sentlich zusammenhängen, einen hohern Willen über sich gesetzt haben, entwederden der Gesammtheit oder den der Mehrheit. Diese im Begriffe des Föderativsystemü liegende politische Beschränkung der jedem einzelne» Staate zukommenden