Band 
Vierter Band. F bis G.
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Förderung Form

ziemlich erwachsen, als er auf dem Seminarium zu Padua anfing Lateinisch zu ler-nen. Sein Lehrer in dieser Sprache, und bald sein Freund, war der Literawr undPräs Facciolaro (s. d.). F. machte schnelle Fortschritte den alten Sprache»,und Faeciolato bediente sich s Hülfe bei der neuen, von ihm sehr verm. ?lt sa. vonCalepin's „Lepikon in sieben sprachen". Beide Freunde faßten darauf 1718 denEntschluß, ein vollständ. Wörterbuch der latein. Sprache herauszugeben. Die Aus-führitng wurde jedoch verzögert, da F. nachCeueda in der trevisanerMarkals Pros.der Rketorik itnd Director des Seminaisiums versetzt wurde. Als er aber 1731 nachPadua zurückberufen worden war, und durch die saunst des Bischofs dieser Stadt,des Card. Rezzonico, hinlängliche Muße erhallen hatte, vollbrachte er unter Fac-eiolato's Leitung s. Arbeit u. d. T.: „4egi>!!> lornolllni !<>!>»>; !utlnlt.tt>>> In vi-<»>» rin." (Padua 1771, 4 Foliobde., N. Verb. A. Pad. 1827. ?lueh in London erschien dieses Werk, und umgearb. von Voigilanter u. Herrel, Schneeberg 1829fg.). F. fiarb 1768. Sein Werk ist ei» Denkmal s. genauen Kenntniß der La-tmität, ausgebreiteten Belefenheit und richtigen Beurtheilung.

Förderung, s. Bergwerkskunde.

Forkel (Johann Nikolaus , I>. der Musik, der größte musikalische Litera-tor und Historiker unserer Zeit, geb. 1749 zu V-eeder, einem Flecken bei Koburg,verdankte seinen ersten Auffing in der Kunst dem „Vollkommenen Capellnieister",einem Werke des großen Hamburg. Musikers Mattheson . Erging zuKobirg in dieSchule, kam bald nach Lüneburg , von da ini 17. I. durch Einpfehlungen alsPräposituS des Chors nach Schwerin . Hier machte er durch s. Stimme wie durchs. Harfenspiel auch bei der heigogl. Familie Glück. d.Kan suchte ihn zu bereden, dieRechte zu studiren, um ihn dereinst in Schwerin anzustellen. So wenig ihm dieseAussieht wunfchenswerth schien, so ging er doch, weil er so arm als wißbegierig war,nach Göttingen und widmete dort 2 Jahre den Rechten. Doch bald war sein Ent-schluß gefaßt, der Tonkunst s ganze Kraft zu weihen. In dieser Zeit schrieb er s.„Muslkalisehckrirische Bibliothek", in der gleich die erste Recension des göttingerStudenten über Gluck'S „Aleeste" viel Aufsehen erregte. Als die Stelle des Con-certmeisters, die bisher ein Violinfpieler aus der Benda'schenSchule versehen hatte,'in Göttingen erledigt wurde, erhielt F. dieselbe mit dem Titel eines Musikdirec-tors. Er bekleidete sie bis an das Ende s. Lebens, und sie gewahrte ihm die nöthigeMuße, die wichtigen Werke, die wir von ihm besitzen, auszuarbeiten. Seine „Lite-ratur der Musik", die ersten 2 Bde. einer Geschichte dieser Kunst, eine „Biogra-phie und Charakteristik Sebastian Baeh's", wachen s. Namen unsterblich. Zu-gleich bildete F. theoretisch und praktisch viele Schüler, denn er war einer der We-nigen, welche L:ebastian Bach'S Methode des ClavierspielS in ihrer Reinheitbewahrt hatten. Er starb zu Göttingen 1818.

Form wird in der Philosophie der Materie (s. d.) entgegengesetztund bedeutet die Art und Weise, wie eine Thätigkeit wirkt, ferner die Art derVer-bindung eines Mannigfaltigen zu einem Ganzen; auch so viel als Gestalt, Gestal-tung. Das Formale dem Materialen entgegengesetzt, deutet die Gestaltung, Be-stimmung, Verbindung der Theile eines Dinges an. — Formalismus, inder Wsisenschast, namentlich in der Philosopbie, das bloße Berücksichtigen undBeobachten der formellen Erfodermsse, oder Berücksichtigung der Art, wie eineThätigkeit wirkt, mit Vernachlässigung ihres GehaliS, des Gegenstandes derThätigkeit (Materie , daher auch formelle Pbilosopkne; — Forwalphiloso-phie aber, welche von der Form des philosophischen Erkennens handelt. — Inder Biichdruckerkunst heißt Form die in ihre Columnen und Spalten abge-theilte und zum Abdruck gesetzte, in eiserne Rahmen eingeschlossene Hälfte einesBogens, welche auf eine Seite des Papicrbogens kommt. Sie enthält in Folio 2,in Quarr 4, in Hctav 8 Coliinincn :c., welche auf einmal abgedruckt werden.