Band 
Vierter Band. F bis G.
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Formey (Johann Ludwig)

boren« und nie über die deutschen Grenzen gekommene berliner Gelehrte, der nochdazu eine deutsche Mutter hakte, niemals dahin gelangte, das Deutsche geläufigund ganz richtig zusprechen, obgleich ikn die greifswalder Gesellschaft zur Be-förderung und Reinigung der deutschen Spräche zu ihrem Mitglied ernannte, son-dern stets Franzose in Sprache und Eigenthümlichkeit blieb. Weine schriftstelleri-schen Arbeiten sind meist in Meusel's „Gelehrtem Deutschland" verzeichnet; ihrgrößter Theil ist in franz., Einiges auch in lat. Sprache verfaßt, die er so gut wiedas Französische sprach und schrieb. Beinahe ebenso gewandt war F. im Griechi-schen und nicht minder wohlbewandert im Hebräischen. Seine akademischen Ab-handlungen gehören meist in das Gebiet der praktischen Philosophie, oder find Denk-schriften auf verstarb. Akademiker, Reden bei öffentlichen Sitzungen l durch welcheer sich, sowie früher durch st Kanzelvorträge, vielen Beifall erwarb, u. s. w. Fündengeistlichen Stand, aus welchem er bald »ach s. Ernennung zum Secreiair der Aka-demie trat, behielter, gegen die Sitte der Philosophen seiner Zeit, große Hochach-tung, und seine Bescheidenheit blieb, bei allen Auszeichnungen, die ihm wurden,stets gleich groß. Hm s, „8ouve»irs ck'u» uitu^en" finden sich anziehende Nach-richten über ihn.

Formey (Johann Ludwig), königl. preuß. Geh. Obermedicinalrath, geb.zu Berlin 1766, Wohn des Vorigen, erhielt seine Bildung theils im väterlichenHause, theils in dem franz. Gymnasium s. Vaterstadt. Als er sich daselbst für dasStudium der Anatomie und der Naturwissenschaft vorbereitet hatte, ging er 1784nach Halle, dann nach Göttingen , und 1788 zurück nach Halle, wo er die medici-nische Doctorwürde erhielt und eine Dissert.: „Du v>-,5»i»r» sl>8o> I>e»tiu», >»-<>,>lu", herausgab. 1789 ging er über Strasburg , wo Spielmann, Lauch undHermann ihm nützlich wurden, nach Paris. Hier gaben Fourcroy , Bieg d'Agyr,Portal, Lacäpede, Thouret. deMachy, Eabanis seiner Wißbegierdevolle Nahrung,sowie die Ausnahme bei Lalande, Thiebault, Lagrange, Bailly (Moire von Paris),dem Abbe de l'Epee und bei Goldoni ihm den Zutritt in die ausgcwähltesten Cirkelverschafften. Die schauderhaften Vorfälle zur Zeit der Revolution bestimmten ihnzur Abreise. An derBarriere aufgehalten, wurde er nach dem Rathhause gebracht,wo er s. Rettung vorder Volkswuth dem Moire Bailly verdankte. Nach 14 Tagengelang es ihm, Paris zu verlassen. Hierauf ging er nach Zürich , Genfund Bern,sodann über München und Regensburg nach Wien , überall die Institute und denUmgang mit ausgezeichneten Männern zu s. Bildung benutzend. Nach s. Rückkehrward er als Feldarzt angestellt, und der Generalstabsmedicus Riemer übertrug ihmdie wichtigsten Lazarelheinricbtungen. 1791 wurde er zum Oberstabsmcdicus er-nannt; 1794 führte er gemeinschaftlich mit dem Generalchirurgus Mursinna dieDirection des Lazareths. Als Leibarzt 1796 von Friedrich Wilhelm II. nach Pots-dam berufen, blieb er daselbst bis zum Tode des Monarchen. Auf seine Bitte er-hielt er s. Entlassung und trat in seinen Wirkungskreis bei dem Ober-('.»Ilcgio»nullen, dem Ober-Oulle^in 8!>»>tsil8 und der Hofapothekencommission rssederein. Seitdem prakticirte er in Berlin . Auch gab er eine „Medicinische TopogMihievon Berlin ", „Medicinische Ephemeriten" und eine neue Bearbeitung von Zü-ckert's „Anweist zur Erziehung der Säuglinge" heraus. Er erhielt den Preis derkaiserl. ökonomischen Gesellsch. zu Petersburg über die Mittel zur Verbesserungder Luft in den Zimmern. 1798 wurde ihm die Professur der Kricgsarzneikunde,und spater die der gestimmten Heilkunde bei dem Ooile^l» »>e<liri>-c:I,i>u>>»ia»übertragen. Der im Nov. 1810 erfolgte Tod Selle'S (seines Lehrers) vermehrte s.praktischen Wirkungskreis bedeutend. 1801 wurde er zum Geh.-Obermedicinalrathernannt, 1803 zuni Arzre bei der franz. Colonie von Berlin , und 1804, nach Rie-mer's Tode, zum Generalstabsmedicus der Armee. Die letzte Stelle legre er 1805nieder, weil durch den Einfluß des GeneralstabschnurguS Görcke und durch eine