Fouqu« (Heinrich August) Fouque (Friedrich) 207
8 Bde.); Herodot (mit lat. ilbers, 1761, 9 Bde.); Renophon (mit lat. Übers,1762—67, 12 Bde.); Cicero (1719, 20 Bde. in 12.); „Das neue Testament "(griechisch, 1750). Der große Eifer beider Bruder, die schönen Künste in ihremNaterlande emporzubringen, verursachte ihren Ruin. Sie wollten in Schottland eine Kunstakademie errichten, unterhielten deßwegen mit großen Kosten Schüler inItalien und ließen von daher eine Menge Kunstsachen kommen. Da sie aber nichtuntersinkt wurden, konnten sie diesen Auswand nicht weiter bcstreiten. Andreas F.starb 1774, und Robert F. war genöthigt, seine Kunstsammlung, wovon der Kam,log 3 Bde. ausmachte, nach London zu schiffen, wo sie um einen Spottpreis ver-kauft wurde. Er starb zu Glasgow 1776.— Ein Nachkomme der Geb. F. hatnoch bis 1806 schöne Ausgaben von Elassikern, namentlich einen Virgil 1778, undeinen ÄschvluS 1795, beide in Fol., geliefert.
Fouquü (Heinrich August, Freiherr de la Motte), k. preuß. General derIns., geb. 1698 in Haag, gus einer alten normannischen Familie, welche der Re-ligion wegen Frankreich verlaffen hakte. Im 8. Jahre wa, der Page an. Hoff desFürsten Leopold zu Anhalt-Dessau . Wider dessen Willen machte er 1715 denFeldzug' gegen Karl XU. als Gemeiner mit, wurde 1719 Fähnrich und 10 Jahredarauf Hauptmann. Der Kronprinz (nachmals Friedrich II. ) schenkte ihm seinVertrauen, und Friedrich Wilhelm I. erlaubte es, daß F. den Kronprinzen im Ge-fängnisse zu Küstrin besuchte. Verdrießlichkeiten mit seinem Chef, dem Fürsten vonDessau , bewogen F., den preuß. Dienst 1738 als Major zu verlassen und in däni-sche Dienste zu gehen. Als aber Friedrich I I. den Thron bestieg, rief er F. wiederzu sich und ernannte ihn zum Obersten und Commandeur eines neuerrichteten Re-giments. F. machte nun die Feldzüge in Schlesien mit und zeichnete sich 1742 alsCommandant der Festung Glah aus. Noch mehr that er sich als Generallieutenantim siebenjähr. Kriege durch Klugheit und Tapferkeit hervor. Er befehligte öftersabgesonderte Corps. 1760 ward er (23. Juni) mir seinem aus 10,000 M. be-stehenden Corps in den Verschanzungen bei,Landshut in Schlesien , die nicht hin-länglich beseht werden konnten, von30,000 OstreichernunterLaudonangegriffenundüberwältigt. Nur 1500 Preußen entkamen; der Rest mußte sich, nachdem diemeisten Anführer getödket oder gefangen worden waren, ergeben. Auch der tapfereF. wurde schwer verwundet und gefangen. Bei der darauferfolgten Übergabe vonGlah verlor er fein ganzes Vermögen und wurde von den Ostreichern, so lange derKrieg dauerte, nicht ausgewechselt. Die Kaiserin Maria Theresia suchte ihn in ihreDienste zu ziehen, aber vergebens. Nach geschlossenem Frieden (1763) kam er wie-der zu s. Regimente nach Brandenburg und genoß fortwährend das Wohlwollenund die Freundschaft des großen Königs, welcher, obgleich selbst anders gesinnt, diereligiöse Denkart F.'s mit schonender Achtung behandelte. Er starb den 2. Mai1774. Die „Iläm. du 6,ir. <Ie la hlolke I'ongne." (Berl. 1788, 2 Bde.;deutsch, ebend. 1788, von Büttner, F.'s Privatsecretair) enthalten F.'s Brief-wechsel mit Friedrich II. Sein Enkel (s. d. folg. Art.) gab zu Berlin 1825 ausFamilienpapieren die Lebensbeschreibung des Generals F. heraus, mit einem Planedes Treffens bei Landshut .
Fouque (Friedrich, Baron de la Motte), kön. preuß. Major und Ritterdes IohanniterordenS, geb. zu Neubrandenburg den12. Febr. 1777, lebt abwech-selnd in Berlin und in Nennhausen bei Rathenau. Dieser Enkel des berühmtenpreuß. Generals gl. N. hat sich mit dem Schwert und mit der Leier Lorbern er-rungen. Seine Iugendbildung verdankt er dem Sokratischen Hülsen. Mit seinemunglücklichen Freunde, Heinrich von Kleist , machte er als Lieutenant im Reg. derGarde du Corps den Feldzug am Rheine in den neunziger Jahren mit und lebtehierauf in ländlicher Stille der Freundschaft, der Liebe und den Musen, bis 1813der Aufruf seines Königs zu den Waffen erscholl, welchem er selbstein Fähnlein er-