Band 
Vierter Band. F bis G.
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Französische Literatur: Speculative Philosophie

unter Heinrichs I I. Regierung zuerst über die sranz. Sprache. Seit Errichtung derAkademie schrieben Daugelas, T. Corneille, Pakru, M, nage, Bouhours, Beau-zäe, Desmarais:c. über diesen Gegenstand. Ostrard dui'ch seine Synonymes,d'Dlivet durch s. Abhandl. über die Prosodie, und Dumarsais durch s. Bemerkun-gen über die bildlichen Ausdrücke, bereicherten und ordneten die Sprachkunde. Con-tillac verbreitete durch s. als Meisterwerk geachtete „tlr-ininnüir piünlxlc" nochhelleres Licht darüber. Jetzt zeichnet sich Domergue alsSprachforscher aus. Erwagt viele, aus Vernunft gegründete Neuerungen. Der treffliche Sicard, Lehrer derTaubstummen, hat viel über Sprachsünde geschrieben und nach Klarheit und Voll-st.,ndigl'eit gestrebt. Ein wuchtiges Werk ist Lcmare'S „tin»,-. tlninl.,»,- ,n<>»>' ,l„ ia lungne >i .INnie.»". Sinnig und geschmackvoll behandelte Marmontel in s. >l'nn >»),<'" auch dieses Fach. Wie viel durch das große, am Ende

des 17. ^fahrh. zuerst erschienene „l>n.ti>>nn.üre »lo l'.,.-xü< nile" dafür bewirktivurde, ist bekannt. Butel erklärt in s. Lexikographie das Verhältniß der sranz.zur latei nscheu S pi ache. De Volney gibt m s. Werke über die orientalischen Spra-chen die Idee an zu einem allgemeine» Alphabet für die Sprache» aller Weltiheile.

2) S p e e u l a t i v e P h i l o s o p h i e. Was die Franzosen PhilosophieundMetaphpsiknenne», ist nicht Dasselbe, was wir karunterverstehe». Lllles tiefGe-dachte und tiefEmpfundkne wurde bei ihnen von jeheralseinstedlerisch und phantastischails der Literatur wie aus der guten Gesellschaft verwiesen. Gegen die Mitte des 17.Jahrh. biltetesich in dercleganren Weltzu Paris eine leichtsinnige Lebensphilosophieim Gegensatz zu der affeetirien Moralität, die noch mir dem Alrromantischen etwaszusammenhing. Beide Systeme wurden durch Gesellsehaftsvereiue verbreitet, ande-ren spitze Damen standen; diegeist>eicheftftnondellEncIoS,mikihremphilosophiren-den Freunde St.-Evrcmond, war die glän:ende?lnftihrerin der ersten, die feinsühlende,liebenswürdige Marguise de Sevigu. wurde die Stutze der zweiten Parkei. BeideVereine gewannen lüerarisches Ansehen; die Sprache bildete sich in diesen Cirkelnzur höchsten Feinheit, aber die Literatur bekam den conversalionsmäsiige» Charak-ter, ohne welche sie keine Literatur für Franzosen hätte werden können. Der wis-lenschaftliche Begriff der Philosophie verlor sich m Frankreichgäntlicb. Descar-tes dtirch sein System, Arnaud, dem die „ tut >>-- zugeschrieben wird,

Nicole, de la Forge, und der tiesdcukende Vialebranche hatten wol einige Zeitlang Aufsehen gemacht, doch sie wirkten nicht ausdie herrschende Vorstellungsart,ihre Ansichten blieben von Dichtung und Leben getrennt. Da die mehrstcn sichscheuten, dunklere Tiefen zu ergründen, so blieb Das, was sie Philosophie nann-ten, meisinur eniegewehnliche Moral, veredelt durch eine bewundernswürdig feinePsychologie. Die höhere Menschenkenntnis;, die nur durch philosophische Rich-tung des Geistes auf das Ziel aller menschlichen Bestrebungen erworben wird, warihnen fremd. Aber in der Weltkenntnis;, die man durch hellen und geübten Blickn» geselligen Leben gewinnt, übertrafen die Franzosen bald alle andre Nationen.Ir>> der Mitte des 1b. Jahrh, gewann Das, was man in Frankreich ausschließenddie gesunde Philosophie nennt, allgemeinen Ruf. Diese Philosophie ist ein Kindder höchst verfeinerten Sinnlichkeit; sie wirft Alles, was sich nicht aus der Stellebegreifen läßt, in die Masse der Vorurtheile. Die Richtung, durch welche die Ge-stalt der sranz. Philosophie bestimmt wurde, stammt von dem englischen Philoso-phen John Locke (geb. 1032, st. 1701). Dieser faßte (1600) in s. scharfsinni-gen „Versuch über den menschlichen Verstand" den großen Plan, den Ursprung,Gehalt und die äußersten Grenzen der menschlichen Erkenntniß anzugeben, da-mit der Mensch endlich zur Gewißheit darüber gelange, was er wissen könne. Erbekämpfte darin die Lehre» von den angeborenen Ideen, d. h. gewisse Vorstellungenoder Formen des Geistes, die ihm ursprünglich beiwohnten, und die er in sich un-abhängig von aller Erfahrung entwickelte, und suchte im Gegentheil zu zeige», daß