424 Friedrich Wilhelm ll. (König von Preußen)
me* äe Isröstrilo le grünst" (Berl., 5 Bde.) und „Oeuvres ste Issest, '-rie II.pnbliisss >Iu vivunt ste I'.iutenr" (Berl. 1789, 4 Bde.); kritischer ist die AuSg.:Amsterdam 1789 u. 1790. Sein „ssuttmaeeli'^ve!" (zuerst Haag 1710) ;eigt,wie er sich zum Regenten vorbereitet habe. Ein köstlicher Fürstenspiegel ist sein Ver-such über Regierungsformen und über die Pflichten der Regenten, welchen er nacheiner lOjähr. Regierung schrieb. Dippold entwirft in s. „Skizzen der allgem.Gesch."ein treffendes Bild von Friedrich. Aber Friedrichs Regierung war eine Selbstregie-rung, und die Folgen derselben zeigten sich am nachtheiligsten in derCiviladministra-tion, die immer mehr zur Maschine ward. Sich selbst genug, kannte Friedrich keinenStaatSrath, was in einer erblichen Selbstherrschaft unvermeidlich dahin führenkann, daß der Geist eines Herrschers sich selbst überlebt. Die -Stärke des Staats,die in der Nation und in der Verwaltung liegt, sah Friedrich bloß in seiner Armee,in seinem Schatze. Nirgends konnte daher die Scheidewand zwischen dem Civil- u.Militairstande so stark werden als in der preufi. Monarchie, was nicht zur Stärkedes Staatsgebäudes beitragen konnte. Indeß mag wol gefragt werden: ob es nichteher ein Glück für deutsche Kunst und Gelehrsamkeit war, daß Friedrich sich ihrernicht besonders annahm, sondern sie vielmehr ihr selbst und dem Volke überließ! EinSelbstherrscher wird einer Sprache immer schlechten Dienst erweisen, wenn er sichmehr gegen sie erlaubt, als nur den freien Gang ihrer Ausbildung zu schützen. Fried-rich kannte den Geist der Sprache seines Volks nicht, und so mag eS ihm zu großemLobe gereichen, daß er sich weder für befugt noch für berufen hielt, sich ihr als Herr-scher aufzudringen, um in dieser großen Angelegenheit Partei und Richter zugleichzu sein. Um so mehr aber ist anzuerkennen, daß Friedrich im edelste» Sinne popu-lair, daß er der Mann des Volkes war. Er lebte ganz eigentlich in Mitten seinesVolks; Jeder seines Volks rühmte sich Seiner und trat ihn an, denn er fand nir-gends Schranken zwischen dem Vater und den Söhnen des Vaterlandes. Und wasallen Tadel, allen Fehl und Mangel des großen Mannes überstrahlt: er betrachtetesich, den König, nur als den ersten Diener des StaatS, und der große Gedanke seinesLebens war: „Als König denken, leben, sterben". M. vgl. W. v. Dokm's „Denk-würdigkeiten :e." (Lemgo 1811 fg., 5 Bde.). Reich an charakrerist. Zügensind Tbi bault s „8.,,,veni,s" (I. A. 1801; 1. A. 1821 in 5 B.; deutsch u. d. T.: „Friedrich d. Gr., s. Familie, s. Freunde II. s. Hof", Leipz. 1828,2 Th.). Eine gute Zusammenstellung ist, „Das Leben Friedr. d. Einz." vonG. Fr. Kolb (Spever u. Leipz. 1828, 1. Bdch.).
Friedrich Wilhelm >>., König v. Preußen, geb. 1711, Bruderssohn u.Ngchfolgcr Friedrichs II. SemVater, AugustWilhelm, 2. Sohn Friedrich Wil-helms I., befehligte 1757 ein preuß. ArmcecorpS in Böhmen und der Lausitz, abernickt mit Glück, und starb 1758. Nach s. Tode wurde Friedrich Wilhelm von s.Dheini, Friedrich I I., zum Kronprimen von Preußen erklärt. Der junge Prinz über-ließsich bald einer Lebensweise, welche der Hheim mißbilligte, und welche Beide einelange.Reihevo» Jahren hindurch von einander entfernte. Doch äußerte Friedrich II. s. Zufriedenheit mit dem Kronprinzen, als er im bairischen Erbfolgekriege (1778)bei Neustädte! in Schlesien einen Beweis persönlicher Tapferkeit gegeben hatte.Friedrich Wilhelms erste Gemahlin war Elisabeth Christine Ulrike , Prinzessin vonBrauuschweig, die noch in Stettin lebt. Nach der Trennung dieser Ehe (1769) ver-mählte er sich mit der Prinzessin Louise von Hessen-Darmstadt, Mutter des jetzt re-gier. Königs. Sein Regierungsantritt begann unter günstigen Umständen (17. Aug.1786). Preußen war in keinen Kampf mit äußern Feinden verwickelt, und Fried-richs >1. Politik hatte ibm in der letzten Zeit s. Lebens eine Art von schiedsrichterli-chem Einflüsse auf die Angelegenheiten Europas verschafft. Doch bald ging durchpolitische Mißgriffe der Credit in den auswärtigen Cabinetten verloren; durch un-nütze Kriege und durch den Aufwand der Lieblinge wurde der geerbte Schah verschleu-