Band 
Vierter Band. F bis G.
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Friedrich II. (König von Preußen)

wünschte den Frieden; doch zerschlugen sich die im Kloster Braunau (im Aug.) deß:halb angeknüpften Unterhandlungen. Die Heere machten hierauf gegenseitig ver-schiedene Bewegungen, jedoch ohne Entscheidung. Als aberKaiharma U. erklärte,sie werde Preußen mit 60,000 M. unterstützen, so ward dieser bairisehe Erbfolge-krieg ohne Schlacht durch den Frieden zu Teschen (13.Mai 1119, s.d.) beendigt.Friedrich hatte gleich anfangs bei den Unterhandlungen großmüthig,erklärt, daß erfür sich, wegen der aufgewendeten Kriegskosten, nichts begehre. Ostreich willigtebloß in die Vereinigung der fränkischen Fürstenlhümer mit Preußen und hob dieLehnshoheik Böhmens über diese Länder auf. 1180 fiel dem Könige, nach demErlöschen des Hauses Mansfeld, derjenige Theil der Grafschaft Mansfeld anheim,der unter magdeburgischer Hoheit stand und bereits seit 200 I. administrirt wor-den war. Noch am Abend seines thatenreichen Lebens schloß Friedrich (23. Juli1185>, in Verbindung mit Sachsen und Hanovcr, den deutschen Fürstenbund(s. d.). Eine unheilbare Wassersucht beförderte den Tod des großen KönigS. Erstarb zu SanS-Souci am 11. Aug. 1186 im 1b. Lebens- und im 41. Regierungs-jahre, und hinterließ seinem Neffen, Friedrich Wilhelm >>., ein um 1325 I2IM.vermehrtes Reich, einen Schatz von mehr als 10 Mill., ein Heer von 200,000 M.,einen hohen Credit bei allen europäischen Mächten, und einen durch Bevölkerung,Gewerbfleiß, Wohlstand und wissenschaftliche Bildung kräftig emporgehobenenStaat. Friedrichs thatenvolles Leben hatte seine Zeitgenossen mit so hoher Ach-tung erfüllt, daß sie den Beinamen des Großen zu gering für ihn hielten; sie nann-te» ihn den Einzigen. Geläutert durch manche bittere Erfahrung, noch ehe er denThron bestieg, gekräftigt durch das Vorbild des Vaters, unterstützt von einem sel-tenen Verstände, der sich in der einsamen Periode seines Lebens zu Rheinsberg ent-wickelt hakte, ergriff Friedrich das Steuerruder seines Reichs, und erschütterte zu-gleich das ganze Sraatensystem Europas , als er das Schwert zog, um seine reichs-ständischen Rechte und die 'Ansprüche seines Hauses zu retten vor den Anmaßungenund dem Drucke des kaiserl. Scepters, als er den Fürstenbund, dies Meisterwerkseiner Politik nach den Bedürfnissen jener Zeit, auSdachte und errichtete. Einesseiner großen Verdienste um sein Land ist, daß er auch in den bedenklichsten Umstän-den keine Staatsschulden machte, wol aber, obschon er einen bedeutenden Theilder Einkünfte in verschiedenen Wegen wieder unter seine Unterthanen zurückfließenließ, einen Schah sammelte, größer, als je ein Regent in Europa dergleichen besessenhat. Zu seinen Fehlern rechnet man die Geringschätzung der priesterlichen Institu-tionen, welche von seinen Zeitgenossen als Geringschätzung der Religion selbst be-trachtet wurde. Daß aber Friedrichs Herz und Geist dem höchsten Gedanken inwahrer Frömmigkeit immer offen war, das beweise» sein Leben und seine Schrif-ten. Daß unter seiner Regierung der Priester-NimbuS fast ganz erlosch, und Vielesich als Freiaeister gefielen, war ein geringeres Leiden der Zeit, als die versuchte Ketzer-lehre unter seinem Nachfolger. Was man Friedrichs Freigeisterei nennt, war wei-ter nichts als ein NorauSscbreiken im Geist über die Spanne seiner Zeit. Bei seinergänzlichen Unbekanntschast mit der deutschen geistigen Bildung achtete er diese ge-ring und trug selbst nichts zu ihrer Vervollkommnung bei. Indeß muß bemerktwerden, daß die deutschen Muten, als Friedrich die franz. Bildung annahm, einekümmerliche Gestalt hatten; Friedrichs Geist konnte sich in dieser Armuth, in denabschreckenden Formen der deutschen Wissenschaft nicht gefallen, und als ein höhererGeist über diese kam, war der vielbeschäftigte König in seinem Kreise schon zu einhei-misch, als daß er für jenen noch hätte empfänglich werden können. Friedrichs sämmtl.Werke, welchevorzüglich dieGeschichte, Staatswissenschaft, Kriegswissenschaft, Phi-losophie und Literatur überhaupt betreffen, ferner seine poetischen und vermijchtenSchriften findet man in den drei Sammlungen: „Oeuvres pozlliuineü <>s bäe-ckerio ll. etc." (Berl. 1188, 15 Bde.); „8upplemcnt 2 >>x Oeuvre; postbu-