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wirklich manches Drückende ab, löste aber die Versammlung der Stände den 8.Aug. 1818 auf. Im Dct. berief er sie ein zweites Mal. Jetzt legte er ihnen mitunerwarteter Nachgiebigkeit, als Grundlage einer neuen Verfassung für altes undneues Land, 14 Sätze vor, die in Würtemberg einen günstigen Eindruck machten.Ein neuer Entwurf kam zu Stande. Aber noch ehe er ihn ganz geprüft hatte, starbKönig Friedrich . — Die Nachwelt wird seinem Geiste und seiner Charakterstärke,durch die er seinen >Ltaat rettete und vergrößerte, Gerechtigkeit widerfahren lassen;allein sie wird es auch bemerke», daß er sein Volk nicht glücklich zu machen verstand,weil er sich selbst nicht zu beherrschen wußte. Ihm fehlte auf dem Throne nichtsals der rechte Begriffvo» der sittlichen Natur des Menschen und von der Heiligkeitdes Völkerrechts. Stand daher Friedrich I. boch als Regem, wenn er, frei vonautokratischen Vorurrheilen, mit Gedankenblitzen das Nothwendige und Nützlichetraf, so sank er dagegen fast immer durch die Sucht, überall, auch im Kleinen undUnwesentlichen, groß, königlich und selbstartig zu sein, bis zur Seltsamkeit herab.Nach seinen kömgl. Handlungen darf man aber nietn den Menschen >n ihm beurthei-len. Als Mensch warcr, wie Männer bezeugen, die ihn langem der Nähe beobach-tet haben, nicht böse. Er wcllte das Gute und Rechte, und dennoch rissen ihn fastin der Regel Leidenschaft und Verwöhnung zuM Schlechten hin. Indeß verlor ernie das sittliche Vermögen, wieder zu sich zu kommen und das erkannte Unrecht gutzu machen. Durch dieses Gemisch von Größe und Niedrigkeit, von Hoheit und Ver-irrung, erhält sein Leben ein räthselhaftes psychologisches Interesse. Unstreitig har-ten der Gang seiner unsteten Bildung und äußere Verhältnisse mehr den Verstandin ihm entwickelt und geschärft als dasGemürh erhoben. Im Kampfe mit der Au-ßenwelt vergas; er den Kampf mit sich selbst. Das Ideal der Menschheit, die reineForm des Wahren, Guten und Schönen, war ihm nie klar geworden, um sein Stre-ben auf das Höchste zu lenken. Daher verlor er mit dem Schwerpunkte der Sitt-lichkeit auch den Zügel des Maßes, und seine Größe versank inSchwäche. Dochging sie nicht ganz unter. Vcrgl. „Zeitgenossen^, VII. u. IX. Ix.
F riedri ch (L. D.), Landschafismaler in Dresden , geb. 1116 in Greiss-wald, begann seine Srndien auf der Akademie in Kopenhagen und ging 1795nach Dresden , wo er sich ohne Leitung eines ältern Künstlers, lediglich aus sichselbst und unccr Leitung der Natur gebildet hat. Um Studien nach der Natur zufertigen, unternahm cr von Zeit zu Zeit Reisen. Italien hat er nie besucht; estragen vielmehr alle sinne Arbeiten einen nordischen Charakter an sich. Früher be-schränkte er sich fast gänzlich auf Zeichnungen in Sepia, die er trefflich zu behan-deln versteht, sotaß er darin von wenigen der neuern Künstler übertreffen wird.In der Folge trat er mit Ölgemälden hervor, welche bei dem ungemeinen Fleiß undder innigen Liebe, womit er sein Talentauszubilden strebt, immer mehr an Vollen-dung gewonnen haben. Eine große Wimerlandscbafr, emen Kirchhof mit den Rui-nen einer gothischen Capelle, die zwischen Eichen steht, vorstellend, bewirkte 1809s. 'Aufnahme zum Mugliede der berliner Akademie. Bekannt ist s. Altargemäldefür die Kirche in Tetschen : ein auf der Spitze des Felsens stehendes Kreuz, hinterdem dieSoiineaufgeht. Mannigfaltigkeit der Erfindung, Tiefe des Gefühls, Stu-dium der Natur. Einfachheit und Einheit der Darstellung, ein meist düsterer, oftmelancholischer Charakter, entfernt von aller Nachahmung, sprechen sich in F.'SLandschaften mehr oder weniger aus. Außerdem aber, daß sie schon beim flüchti-gen Anblick als GinMNe den Beschauer anziehen, wohnt in ihnen noch ein poetisch-religiöser Geist, wodurch sich dieser Künstler fast zum Schöpfer einer neuen Gat-tung der Landschaftsmalerei erhob. Denn wenn man auch bei frühern, in Hinsichtdes Technischen von F. noch nicht erreichten Künstlern, einem Claude Lorram. Sal-vakor Rosa, Ruvkdael u. A., eine leise Ahnung solcher Ideen bemerkt, so hat dochKeiner sie so klar und bestimmt ausgedrückt, als er. Dsr aber verlieren sich auch