Band 
Vierter Band. F bis G.
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435
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Fricg Fries (Jakob Friedrich) 435

(.Darstellungen in das (Gebiet des Mystischen. 1817 wurde F. bei der königl.Akademie der Künste zu Dresden als Mitglied mit Gehalt aufgenommen.

Fries, s. Säule. Bisweilen wird auch ein langer schmaler Streif sogenannt, der in horizontaler Richtung obenan einer Wand herumläuft, oder anSchleusenthüren, um die Fugen desselben gegen Wassereindrang zu schuhen.

Fries (Jakob Friedrich), Hofr. und Pros. zu Jena , geb. den 23. Aug.1773 zu Barby . Sein Vater, aus einem hessischen Geschlechte stammend, lebtezur Zeit s. Geburt in Barby als Mitglied der Dircction der evangel. Brüderge-meinde. Da ihn weite Geschäftsreisen oft vorn Hause entfernt hielten, mußte erden Sohn schon 1778 in die Schule der Brüdergemeinde abgeben. Tort erhieltdieser seine Jugendbildung, und vollendete auf dem Seminarium der Brüderge-meinde die Studien der Theologie. Um sich aber den philosophischen Wissenschaf-ten zuwidmen, besuchte er 1795 die Universität Leipzig, 179b Jena , und verbanddamit in Leipzig eine allgemeine Übersicht der Rechtswissenschaften, in Jena aberder Naturwissenschaften. In der Philosophie folgte cr den Lehren Kanr'S, beson-ders darin, daß er für die wissenschaftliche Ausbildung der Philosophie das zerglie-dernde Verfahre» als das geeignete erkannte. Indessen glaubte er, daß zur Kant'-schen Lehre noch ein Princip der concentrirten systematischen Darstellung derselben,als eigentliches Princip der Vernunstkrink, hinzugeftmden werden müsse. Diesesfand er in der Naturlehre vom menschliche» Geiste, welche er die philosophische An-thropologie nannte. Er verlangte, daß, nachdem durch Zergliederung die Grundfor-men der philosophische» Urtheile aufgefunden seien, aus den Gesehen der psrchischenAnthropologie noch nachgewiesen werde, wie und warum wir gerade diese Formender philosophische» Erkenntnisse in den menschlichen Beurtheilungen vorfänden.So mußte er seine Lehre von der Deduktion aller Principien der rein vernünftigenUrtheile an die Stelle der Kant'schen Deduktion der Kategorien setzen. Diesem ge-mäß fand er seit 1795 und 1796 seinen Beruf theils in der neuen Bearbeitung der„Kritik der Vernunft ", theils in Vertheidigung der Kant'schen Lehre gegen neuereabweichende Versuche, besonders gegen die Fichte'sche Schule. Zugleich führtenihn die naturwissenschaftliche» Sludie» zu einigen chemische» Abhandl. 1797 fg.war F. Hauslehrer in Zosingen. Als er dort die erste Bearbeüuug s. „Kritik derVernunft" beendigt hatte, kehrte er 1800 nach Jena zurück, suchte sich eine allge-meine Kenntniß der Medicin. Wissenschaften zu verschaffen, wurde 1801 IX derPhilosophie und erhielt die Erlaubniß zu lesen, linier den um diese Zeit herauSg.Schriften sind die „Philosophische Rechislehre" (1804) und das „System der Phi-losophie als evidente Wissenschaft (1804) zu nennen. Den größten Theil von1803 und 1804 brachte er in Gesellschafts. Freundes, Frech. v. Hainiz, unfeinerReise durch Deutschland, die Schweiz, Frankreich und Italien zu; lehrte dann inJena 1805 Philosophie und gab s. Schrift: „Wissen, Glauben und Ahnen", alseine vorläufige Darstellung der metaphysischen Ergebnisse s. Vornunftkritik, heraus.1805 folgte er einem Rufe zu einer ordentl. Professur der Philosophie und Elemen-tarmathematik nach Heidelberg , wo er bis zum Herbste 1816 blieb, und seit 1813die Professur der Experimentalphysik mit der vorigen vereinigte. Von den in dieserZeit HerauSg. Werken führen wir an: „NeueKrilikderVernunft", 3Bde.(1807);„System der Logik" (1811, 2. Aufl. 1819); „Populaire Vorlesungen über dieSternkunde" (1813); „Entwurf des Systems der theoretischen Physik" (1813);„Fichte'S und Schelling's neueste Lehren von Gott und der Welt" J807); „Vondeutscher Philosophie Artu. Kunst, ein Votum für F. H. Jacobi" (1812); „Vondeutschem Bund und deutscher Staatsverfassung; allgemeine staatsrechtliche An-sichten" (1816); „Über die Gefährdung des Wohlstandcs und Charakters derDeutschen , durch die Juden" (1816). Außerdem gab er in die von Daub undCreuzer HerauSg. Studien 2 Abhandl.: „Über Atomistik und Dynamik", 1807;

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