Band 
Vierter Band. F bis G.
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Friese!

,.Tradition, Mysticismus und gesunde Logik, oder über die Geschichte der Philoso-phie", 1810. Auch redigiere er einige Jahre den Philosoph,, mathemat . und na-turwissenschaftl. Theil der „Heidelberger Iahrb. der Literatur", in welchen sich sieleAnzeigen von seiner Hand finden. 1816 ging er als grofiberzogl. sächs. Hoftathund ordentl, Pros. der theoret. Philosophie wieder nach Zena und beschränkte dorts. Vorlesungen auf Philosophie, die er in einem silbrigen CursuS vollständig abhan-,dclre. Von mehren hier seit 1816 herauSg. Schriften nennen wir: „Handb. derprakt. Philosophie", 1. Bd.; „Allgemeine Ethik und philosophische Tugendlehre"(1818); Rechtfertigung gegen die Anklagen, welche wegen s. Theilnahme amWartburgseste wider ihn erhoben worden sind (1818); „Handbuch der psychischenAnthropologie", 2 Bde. (1826—21), und „Julius und EvagoraS, oder dieSchönheit der Seele", ein Philosoph. Roman (2 Bde., 2. Anst., Heidelb.). F.'geigenthümlichste metaphvstsche Lehren sind die von der unmittelbaren Gültigkeitdes Glaubens und der Ahnung ewiger Wahrheit durch das Gefühl, welche nochüber die wissenschaftliche i'asiwücheir erhaben ,st. Daher ergibt sich die ihm eigneVereinigung von Ethik, Neligwnsphilosophie und Ästhetik in der philosophischenAwockleme, sowie die Begründung der sittlichen (Ideen und der ästhetischen (Ideendurch die Idee» von der Schönheit der Seele. Seine Glaubenslehre ist der Iaco-bi'schen verwandt; dies befreundete ihn mit F. H. Jacob, und veranlaßte, daß Ja-cobi sich in seinen spätern Schriften seinen Ansichten wesentlich näherte. Eine engereund durchgreifendere Vereinigung sowol mit dem Lehrer als mit dessen Schülernwurde dadurch verhindert, daßF. einen hohen Werth auf die systematische Durch-bildung der Wissenschaft legt, den Iacobi und dessen Schule nicht anzuerkennenscheint. F.'S Glaubenslehre konnte vorzüglich die Theologen ansprechen, daherauch einige, besonders de Wette, sie ihren theologisch-dogmatischen Werken zuGrunde legten. Am meisten haben seit dem Feste auf der Wartburg seine angeb-lichen polnischen Meinungen die öffentliche Aufmerksamkeit erregt. Wenn es sich,seinen Veisicherungen nach, dabei auch nur um wohlgemeinte Bemühungen han-delte, sich der gesellschaftlichen Verhältnisse der Studirenden unter sich anzunehmen,den unter einer großen Zahl derselben erwachten Geist der Gesetzlichkeit, Einiakeitund Vaterlandsliebe zu begünstigen, Rückschritten zu gesetzwidrigen geheimen Ver-bindungen zu wehren und die Rohheit früherer Zeit durch bessere und edlere Sittezu v.rdrängen: so scheint er doch in seinem Eifer für seine guten Zwecke nicht dieje-nigen Mittel gewählt zu haben, welche in unserer ebenso bewegten als mißtrauischenZeit zu diesem Ziele würden geführt haben. Er wurde von der großherzogl. wei-marischen Regierung von seinem Lehramte suspendirt, jedoch im Genusse seines vol-len Gehalts gelassen. 182 t wurde er des Amtes eines Pros. der Logik und Meta-phvsik gänssich entbunden; dagegen erhielt er die Professur der Physik und Mathe-matik , jedoch vor der Hand Mir widerruflich und ohne Theilnahme an den Geschäf-ten des EenatS und des Conciliums. Er benutzte die ihm dadurch gewordene Mußezu wichtigen wissenschaftlichen Forschungen.

Friese!, eine Hautkrankheit, welche in kleinen, auf der Haut hervorbre-chenden, meistens spitzigen Bläschen von der Größe der Hirsenkörner bis zudemUmfange der Hanfkörner, und zuweilen noch darüber, bestehen. Diese Bläschensind meistens mit einer dünnen Feuchtigkeit angefüllt. Man unterscheidet vorzüg-lich rothes und weißes Friese!. Bei dem rothen stehen die Bläschen auf einem ro-the» Boden, sind ganz klein, selbst röthlich. odcr die Nöthe der Haut schimmertdurch; bei dem weißen ist die Haut entweder gar nicht roth, oder die Bläschen sindgroßer und mit eiterähnltcher Flüssigkeit angefüllt. Eine Unterart besieht aus grö-ßer,,, geronnenen, Schweißtropfen ähnlichen Bläschen, die mit krystallheller Flüs-sigkeit angefüllt sind, und wird auch Perlsriesel lind Glassncsel genannt. DasFriesel zeigt sich zuweilen nur an einigen Stellen des Körpers, besonders aus der