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Froissart
geweihten Hostie zur Folge, welche man als den wirklichen Leib Jesu verehrenzu müssen glaubte. Daher fällt das Volk in katholischen Kirche » auf die Knie,wenn der Priester das Hochwürtigste (die geweihte Posse) emporhebt, und >n durch:aus katholischen Ländern, wie Spanien, Portugal, Italien u. s. w., wird dasDiaticum (so heißt die Hostie, wen» sie einem Kranken oder Sterbenden zur Privat-connnunion ins Haus gebracht wird) von Jedem, der einen Priester damit gehensieht,, oder das Glöckchen des vorangehenden Chorknaben hört, mit demselben Zei-chen der Anbetung begrüßt. Reitende und Fahrende steigen ab, um ihm diese Ehr-furcht zu beweisen; jedes Geschäft, Gespräch, Spiel und Vergnügen wird so langeunterbrochen, bis das Viaticum vorüberzetrageu ist. Die katholische Kü che hak dergeweihte» Hostie das Frohnleichnamsfest gewidmet, dessen Ursprung sich vonden Erscheinungen herschreibk, deren sich zwei Nonnen -u Lütkich, Juliane undIsabelle, 1230 rühmten. Die erste wollte dabei den Mond in vollem Glänze,jedoch mit einer Lücke an seiner Rundung gesehen, und durch göttliche Belehrungerfahren haben, dieser Mond bedeute die christliche Kirche, und die Lücke den Mangeleines einzigen Festes, nämlich die Anbetung des Leibes Christi in der Hostie, welches siezu feiern anfangen und derWelt ankündigen sollte. Hierdurch kam der ArchidiakonuSJakob zu Lüttich , der später u. d. N. llrban < V. Papst wurde, aufdie Idee der Ein-führung des FrohnleichnamSfesteS, und ein Wunder bestärkte ihn darin. In seinerGegenwart sielen 1264 einem Meßpriester zu Bolsena , der noch nicht an die Ver-wandlung des Brotes in den Leib Christi glaubte, während der Einsegnung Bluts-tropfen aus sein Chorhemde, und bildeten, da er sie in den Falten desselben ver-bergen wollte, blutige Gestalten einer Hostie. Das blutige Gewand wird nochjetzt zu Civita-Vecchia als Religuie vorgezeigt. Urban I V. erließ in demselben I.eine Bulle, worin er das Frohnleichnamsfest für die ganze Christenheit auf denDonnerstag in der vollen Woche nach Pfingsten anordnete und den ihm beiwoh-nenden Bußfertigen 40 bis 100 Tage Ablas; versprach. Seitdem wird dieses Festals eins der größten in der katholischen Kirche gefeiert. Wesentlich gehören dazuglänzende Umgänge, die jede Nation nach ihrem Charakter mit besonderm Geprängeschmückt. Chorknaben mit Fahnen und Geistliche mir brennenden Kerzen gehenüber die Straßen dem vornehmsten Priester voran, der unter einem von vier weltli-chen Standespersonen getragenen Baldachin in der kostbarsten Monstranz die Ho-stie trägt; ein zahlreiches Gefolge aus der Gemeinde beschließt den Zug. In Spa-nien gehört es zum guten Tone, seine Kinder, als Engel gekleidet, mitziehen zulassen; die Brüderschaften tragen ihre aus Hol; geschnitzten, köstlich geputztenSchutzheiligen vor dem Hochwürdigsten her; Alles wird von der Pracht und Herr-lichkeit der Anzüge, vom bunten Schimmer der Farben, von Weihrauchwolken undrauschender Musik wie von der Andacht begeistert; es ist ein allgemeines Volksfest,wobei es auch nicht an Stierhetze», Spielen, Tanzen und Lustbarkeiten jeder Artfehlen darf. In liessen erlaubt man sich dabei alle Maskenfrciheiten; Scenenaus der biblischen Geschichte werden im Zuge dargestellt. Alles übe,läßt sich derausschweifendste» Freude. Einfacher und würdiger wird das F, ohnleichnamssesivon den deutschen Katholiken begangen z in den protestantischen Ländern begütigensie sich, in den Gängen ihrer Kirche umherzuziehen lind den Gottesdienst durch be-sondere Feierlichkeiten auszuzeichnen. t.
Froissart (Jean), Dichter und Historiker, geb. 1337 zu ValencienneS ,wo sein Vater wahrscheinlich Wappen - und Schildermaler war, erhielt, dem geist-lichen Stande bestimmt, eine gelehrte Erziehung; bald entwickelte sich aber bei ihmseine Neigung zur Poesie, die zugleich mit einer großen Vorliebe für die Schönen,für Feste und Galanterie verbunden war, sodaß er, sowol in s. Leben und Aben-teuern als in s. Schriften, ein treues Bild des heitern und fröhlichen Charakterss. Landsleute in jenen Zeiten darstellt. 20 I. alt, begann er, auf die Ermunte-