Band 
Vierter Band. F bis G.
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485
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Galeone 485

Galen (Christoph Bernhard v.)

Galen (Christoph Bernhard v.), der kriegerische Dischofvon Münster , auseinem alten Geschlechte Westfalens , trug anfangs die Waffen, legte sie aber nieder,um ein Kanonicat von Münster anzutreten. Zum Bischof von Münster 1660 er-,wählt, musste er Munster , das sich ihm widersetzte, belagern. Ereroberre es 1661und ließ eine Citadelle erbauen. 1664 wurde er Zu einem der Führer des Reichs-heeres gegen die Türken in Ungarn ernannt. Im folg. I. legte er den Harnisch fürEngland gegen die Holländer an und trug mehre Vortheile über sie davon. DerFriede wurde 1666 auf Ludwigs XN . Vermittelung geschloffen. 1672 brach derKrieg um eine Herrschaft, welche Holland ihm vorenthielt, von Neuem aus. ImBunde mitFrankreich entrißer den Verein.Staaten mehr« Städte und feste Plätze.Nachdem der Kaiser ihn genöthigt hatte, Frieden zu schließen, verband er sich mitDänemark gegen ^Schweden und machte neue Eroberungen. 1674 verband er sichmit Spanien und lieferte den Holländern Truppen. Er war ein Mann vonseltenem Unternehmungsgeist, einer der größten Heerführer s. Zeit, ein ge-wandter Diplomat in der Schule Ferdinands von Baicrn, und wurde, wenner so viel Macht als Muth besessen hätte, ein zweiter Alexander gewordensein. Er starb den 19. Sept. 1678 in seinem 74. I.

Galenus (Claudius), ein griech. Arzt, geb. 131 n. Chr. zu PergamusinKleinasien. SeinVater, Nikon, eiv geschickter Baumeister und Mathematiker,liess ihm eine sorgfältige Erziehung geben und widmete ihn der Arzneikunst. Nach-dem G. den Unterricht mehrer berühmten Ärzte genossen, besuchte erLycien, Palä-stina und Alerandria, welches damals noch der Mittelpunkt der gelehrten Welt war.Er befleißigte sich besonders der Anatomie und kehrte, 24 I. alt, in sein VaterlandPergamus zurück, wo er eine öffentliche Anstellung erhielt. Ein Aufruhr bewog ihnin seinem 30. I. nach Rom zu gehen, wo er durch glückliche Euren, besonders durchs. Geschicklichkeit in der Prognostik, großen Ruhm erwarb und den Neid der an-dern Ärzte in solchem Grade auf sich zog, daß er s. öffentlichen anatomischen Vor-lesungen, ihrer Anfeindungen wegen, aufgeben und endlich nach Griechenland gehenmußte, gerade als in Rom eine ansteckende Krankheit auSgebrochen war. Er durch-reiste verschiedene Länder, um merkwürdige Naturerzeugniffe und Arzneimittel anOrt und Stelle zu untersuchen, und wurde nach einem Jahre von den Kaisern MarcAurel und Lucius VeruS nach Aguileja berufen. Hier bereitete er den Theriak. G.hat als Arzr und Philosoph große Verdienste, besonders dadurch, dass er die empiri-sche Pathologie vervollkommnete und zu einer richtigen Theorie der Empfindungenund der eigentlich thierischen Verrichtungen des Körpers den Grund legte. SeineSchriften zeugen von einer gründlichen, durchdachten, nicht blos historischen Kennt-niß der ältern griech. Systeme der Philosophie, und verbreiten sich über alle Theileder Medicin. Wir besitzen nur einen Theil derselben, denn viele verbrannten, als seinHaus in Rom von den Flammen verzehrt wurde. Nach FabriciuS haben wir von G.82 echte Schriften, 18, welche offenbar untergeschoben sind, Bruchstücke aus 19verloren gegangenen, und Commentare über 18 Schriften des Hippokrates. Dons. verloren gegangenen Schriften werden in Fabricius'S „Bibliothek" 50 medicini-scheund 118 meist philosophische angeführt. Dieälkeste, vollständ., aber bloss griech.AuSg., ist die Aldine, 1525, Fol., woraus die baseler, ebenfalls blök griech., 1538,Fol., und die griech.-lateinische von Ren. Chartier in 13 Fol.-Bdn., mit demHippokrates zugleich (Paris 1679) folgte. Seit 1819 hat Pros. I>. Kühnin Leipzig eine neue griech.-latein. Ausgabe unternommen. Deutsche Übers.einzelner Schriften haben wir von Sprengel und Nöldecke.

Galenisten, s. Toufgesinnte.

Galeone oder Gallione hießen sonst bei den Spaniern und Portugie-sen Kriegsschiffe von eigner Bauart, die 3—4 Verdecke über einander harten, jetztaber nicht mehr gebräuchlich sind. Gegenwärtig versteht man unter den Galeonen