Band 
Vierter Band. F bis G.
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Galeote

Galiani

Schiffe, auf welchen die Spanier die Schatze aus Peru und Terra-Firma abholten.Die dabei intereffirte» Kaufleute bekamen davon den Namen Galion isten.

G a l e o t e (Ga l i o t e), eine Art kleiner Galeeren, die zum geschwinden Lausegeschickt sind und auf der Seite 16 — 20 Ruderbänke haben, deren jede nur miteinem Ruderknecht versehen ist. Die Ruderknechte sind zugleich Soldaten, welchedie Muskete führen. — Bombardiergaliote, ein solches Fahrzeug, daszum Bombardement von Seeplätzen gebraucht wird.

Galerie (Gallerie), in der Baukunst ein langes, schmales Zimmer, dessenBreite wenigstens 3 Mal in der Länge enthalten ist, durch welches Verhältniß siesich vorn Saal unterscheidet. Bisweilen nennt man in großen Gebäuden auch dielangen, schmalen Gänge, die zur Verbindung der Zimmer dienen und sonstCorri-dorü heißen, Galerien. Der eigentlichen Galerien bedient man sich zu Spiel, Tanz,Musik, und sie sind deßhalb gemeiniglich mit Gemälden, Bildhauerarbeit u. a.Kunstwerken verziert. Daher nennt man auch Sammlungen von Gemälden u. a.Werken der bildenden Künste Galerien, wenn sie auch nicht in einem, sondernin mehren aneinanderstoßenden Zimmern sich befinden. Das erste Beispiel der An-legung einer Galerie aus dein Alterthum ist das von VerreS, dem bekannten Plün-derer SicilienS. In dem neuern Europa hat die florentinische (s. Florenz ), vonCosinus I I. angelegt, lange Zeit als die berühmteste gegolten. Jetzt macht die <^>-lürio ÜII Monere zu Paris jeder andern den Rang streitig und steht, ungeachtet derSichtung vom I. 1815, selbst vor der florentinischen und der des Palastes Pitti zuRom. In Deutschland sind die berühmtesten zu Dresden, Wien, München, Ber-lin . (Vgl. Museen und Kunstsammlungen.) Enthalte» diese GalerienWerke großer Meister aus allen Schule» und Perioden, so geben sie dem KünstlerGelegenheit zu Vergleichungen, um das Gute jeder Schule, jedes Meisters kennenzu lernen, und über Werden, Blühen und Sinken der Kunst, über Styl, Manierund Behandlung der verschiedenen Künstler Betrachtungen anzustellen. — In un-sern Theater» nennt man Galerie die obersten, der Decke nächsten, Plätze,welche für die Zuschauer die wohlfeilsten sind. üü.

Galiani (Fernando), Staatsmann, Denker, geistreicher Schriftsteller undwitziger Gesellschafter, der Sohn eines k. neapol. AudüeurS, kam, 8 I. alt, nachNeapel, wo ihn sein Oheim, Celestino Galiani , Erzbischof von Tarenk und Groß-kaplan des Konigg, der 1710 nach Rom ging, von den Colestinern in der Mathe-matik und Philosophie unterrichten ließ. Als der Erzbischof zurückgekehrt war,nahm er ihn wieder zu sich, um ihn die Rechte studiren zu lassen. In einem Altervon 20 Jahren las G. in einer akademischen Gesellschaft eine Abhandl. über denZustand des Geldes zur Zeit des trojanischen Krieges. Der ihm gewordene Beifallfeuerte ihn an, diesen Gegenstand in einem Werke über das Geld abzuhandeln, wel-ches er, ohne sich zu nennen, in dem folg. I. herausgab. Er hatte das Vergnügen,s. Grundsätze von der Regierung angenommen zu sehen. Um diese Zeit widmete ersich dem geistlichen «lande und ging, wohl ausgestattet mir Pfründen, nach Rom ,wo ervomPapste(Lambertini) Benedict XIV. freundlich aufgenommen wurde. Erbesuchte Padua, Turin und die übrigen Hauptstädte Italiens . In der Folge warder als GesandtschastSsecretair nach Paris zu dem Grafen Catillana, neapol. Ge-sandten daselbst, geschickt, und verwaltete die Geschäfte allein, als der GesandteUrlaub erhielt. 1766 hatte er mit vorgängiger Erlaubniß Paris verlassen undwollte eben dahin zurückkehren, als ihm sein Hof eine wichtige Sendung übertrug,durch welche er Mitglied des Commerzcollegiums ward. Er zog jedoch die Stelleeines LegationssecretairS vor. Von Paris ging er nach England und in der Folgenach Holland , um die so verschiedenen Constitutionen beider Länder zu studiren.1768 kehrte er nach Neapel zurück, um s. Platz im Commerzcollegium einzuneh-men. Er stand fortwährend im Briefwechsel mit Diderot, d'Alembert, Voltaire ,