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Galicieii
gend, die Hand aufs Evangelium gestützt, vor unwissenden Mönchen abzubittcn,„(Iliiclörincero et tiilo >u>n li-Ua alijnro, inalcilico etileteslor «u s,i.,'liat<>>i <nre>> et Ii.iei czcz", war die Formel, die er aussprechen mußte. In dem Augenblicke,da er wiederaufstand, soll er, beschämt, feiner Überzeugung zum Trotz geschworen zuhaben, mit dem Fuße gestampft und mir verbissener Wuth gesagt haben: „b s,»e?>i inucive!" (Und doch bewogt sie sich!) Dies geschah den 23. Iunl 1833. Hier-auf ward er auf unbestimmte Zeit zum Kerker der Inquisition und 3 Jabre hin-durch wöchentlich ein Mal die 1 Bußpsalmen David'S zu beten verurtheilt, sein„Ili-iluKo" aber verboten, und sein -Lystem, als der Bibel zuwider, verdammt.Man war so gnädig, die Kerkerstrafe in eine Verweisung in den bischest. Palast zuSiena, und bald nachher in das Kirchspiel Arceti unweit Florenz zu verwandeln.Hier verlebte er seine letzten Jahre hauptsächlich mit dem Studium der Mechanikund Ballistik. Früchte davon waren 2 wichtige Werke über die Gesetze der Bewe-gung, welche der Grund der jetzigen Physik und Astronomie sind. Zugleich bemühteer sich, die Iupiterstrabanten zu Längenbestimmungen zu benutzen; und wiewol erdamit nicht zu Stande kam, so war er doch der Erste, der systematisch über ein sol-ches Mittel zur Bestimmung der geograph. Länge nachdachte. Seine Augen wur-den vom Staar befallen. Schon war das eine völlig blind und das andre fast un-brauchbar, als er noch 1637 die Libration (das Wanken, s. d.) des Mondes ent-deckte. Blindheit, Taubheit, Schlaflosigkeit und Gliederschmerzen vereinigten sich,dem großen Manne seine letzten Lebensjahre zu verbittern. Er brachte sie jedochnicht müßig zu. „In meiner Finsterniß", schreibt er 1638, „grüble ich bald die-sem, bald jenem Gegenstände der Natur nach, und kann meinen rastlosen Kopfnicht zur Ruhe bringen, so sehr ich es auch wünsche. Diese immerwährende Be-schäftigung meines Geistes benimmt mir fast gänzlich den Schlaf". Er starb 1642(dem Geburtsjahre Newton'S. d. 8. Jan. im 78. I. seines Alters, an einem langsamzehrenden Fieber in den Armen s. jüngsten und dankbarsten Schülers, Vinzenzo Vi-viani. Sein Körper wurde in der Kirche St.-Eroce zu Florenz beigesetzt, wo ihm1737 neben Michel Angela ein prächtiges Denkmal errichtet wurde. G. war kleinvon Gestalt, sein Körper aber gesund und fest; s. Gesichtsbildung fand man ein-nehmend, s. Umgang munter. Er liebte Musik, Zeichnenkunst und Poesie. DenAriosto konnte er auswendig und zeigte in einer erst 1793 gedruckten Schrift (,,Uo„-siilcrar.innl ->I 'l^s.eo"), die er in Mußestunden hinwarf, seine Vorzüge vor Tasso,den er oft mit Bitterkeit tadelt. Er besaß wenig Bücher. Das beste Buch, sagteer, sei die Natur. Sein Styl ist bündig, natürlich und fließend. Die vollständ.Ausg. s. siämmtl. Werke erschien in 13 Bdn., Mailand 1803. S. Iagemann'S„Gesch. Galilei's" (Weimar 1783). Genauer lernt man ihn kennen aus Nel-li'S „äita o coninwicnn litter.irin cli Oalilei" (2 Bde., Florenz 1821).
Galicien, Provinz im nordwestl, Spanien mit dem Titel eines König-reichs (748 LlM., 1,142,630 E.), hat meistens ein rauhes, feuchtes Klima, istbergig und in der Mitte unfruchtbar; gegen die See zu gibt es schöne Weiden undguten Weinbau. Bedeutend sind die Häfen Eoruna und Ferrol . Der Oberst Ea-dalhaso schildert in s. „Maroccanischen Briefen" die Einw, also: „Sie sind starkund arbeitsam, ziehen in ganz Spanien herum und suchen durch die beschwerlich-sten Arbeiten etwas Geld zu verdienen, das sie alsdann mit nach Hause nehmen.Als Soldaten halten sie vortreffliche Mannszucht und sind durch Strapatzen abge-härtet. Geduldig ertragen sie Hunger und Durst und paffen ganz vorzüglich zumDienste der Infanterie. Mehre Spanier und Franzosen nennen die Einw. dieserProvinz die GaScogner Spaniens , und wirklich ist die Ähnlichkeit, sowol in Hin-sicht auf Lächerlichkeiten als Talent und Geist, zwischen beiden Völkern auffallend".Sie treiben hauptsächlich Fischerei und Schifffahrt; in neuern Zeiten entstandenLcinwandfabriken. In dem Dome derHauptst. San-Iago de Compostella (25,000