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Golizien und Lodomerien
Einw.) wirb, der Sage nach, den Keeper des Apostels Jakob (des Jüngern),des Schutzpatrons von Spanien , der hier zuerst den christl. Glauben gepre-digt haben soll, aufbewahrt, daher ist es ein berühmter Wallfahrtsort. Nochsind die Süchte Vigo, Orense, Lugo zu nennen.
Galizien und Lodomerien, ein Königreich der östreich. Monarchie,grenzt gegen W. an das östr. Schlesien, gegen 9!. und -0, an Polen und gegenS. an Ungarn . Beide Ämter waren Herzogkhümcr, die anfangs in einer gewesenAbhängigkeit von Ungarn standen, dann an Polen kamen, bis sie bei der Theilungvon Polen 1712 an Östreich fielen und mit Einschluß andrer Stücke, die sonst zuKleinpolen gehörten, zu einem Königreiche erhoben wurden. 178b kam die Buko-wina, welche schon seit 1777 östreichisch war, und bei der letzten Theilung Po-lens, 179b, übest- oder Neugalizien mit Krakau hinzu. Dieses Neugalizien»ebst Krakau mit einem Bezirk um die Stadt auf dein rechten Weichseluser,sowie den zamosker Kreis in Ästgalizien (857 lUM., 1,470,024 Einw.) überließÖstreich im wiener Friede» 1809 an Napoleon, um mir dem Herzogth. Warschau vereinigt zu werden; an Rußland trat es von Altgalizien 164 lAM. mit 400,000Einw. ab. Der pariser Friede führte den Zustand vor 1795 größrenkheils wiederzurück. Die Größe des Landes beträgt jetzt 1548 OM. mit 4,300,000 E. DieHauptstadt ist Lemberg . Das Land hat einen größtemheils sehr fruchtbaren Bo-den und liefert zur Ausfuhr Wintergetreide, ungeachtet der Feldbau noch nichtzweckmäßig genug betrieben wird. Der Obstbau fängt erst an, sich zu heben. Wildeund gepstegte Bienen geben Honig und Wachs als Gegenstände des Handels. Rind-vieh wird in Menge gezogen und m andre Gegenden verhandelt, und die zahlreichenPferde zeichnen sich durch ihre Leichtigkeit lind Abhärtung aus; vorzüglich schönePferde gibt die Ba'owüia. Von wilden Thieren findet man Wölfe, Bären undWildpret aller Art, vorzüglich viele Hasen; der Biber lebt hier in geringer An-zahl nomadisch in Hohlen , deren Ausgänge sich in einem Wasser endigen, in derGegend von Grudeck und am Buzstusse. Eine Art Schildläuse liefert die polnische,zum Scharlachfärben benutzte Cochenille. Unter den Mineralien ist das -Lasz vongroßer Wichtigkeit; es verbreitet sich durch alle bergige Theile des Landes und wirdals Steinsalz gegraben, oder auch aus O.uellcn ohne Gradirhäuser versotten. Ei-sen findet sich in den meinen Gebirgen, das Erz ist aber nicht sehr ergiebig.Gold wäscht man aus derBistriza; Flintensteine brechen vorzüglich im bochnianerund stanislawower Kreise häufig und von vorzüglicher Güte. Die vielen Alaun-schiefer werden wenig benutzt. Einige mineralische und Saucrguellen werten zuBadeanstalten benutzt. Das Königreich wird in 19 Kreise getheilt; die Regie-rung wird von der galizischen Hofkanzlei geleitet; zu Lemberg aber ist der Sitz desLandeSguberniumS, welches alle LandeSangelegenheuen besorgt. Die Justiz ver-waltet das ebenfalls zu Lemberg errichtete Appellationsgericht. Seit 1775 batGalizien Landstände, aus dem Herren - und Rittcrstand und den wichtigsten Städ-ten; die Geistlichkeit macht keinen eigne» Stand, Bischöfe und Äbte sind unterdem Herrenstande begriffen. Sie haben das Recht, über dieHerbeischaffung, Ver-theilung u. s. w. der vom Hofe gemachten Foderungen zu verordnen, auch, wennes nöthig ist, Vorstellungen an das Landesgubernium zu machen. Für den böhernAdel hat man 17 Erzämter errichtet, sie sind aber nicht erblich. Die Kunsterzcug-nissc des Landes sind nicht erheblich; doch gibt es Taback-, Leinwand - und Har-raStuchmanufacturen, auch viele Glashütten; zur Beförderung des Handels,welcher größtentheils in den Händen der Juden ist, sind gute Straßen angelegt.Die herrschende Religion des Landes ist die katholische; ein Erzbischof hat zu Lem-berg seinen Sitz. Es gibt aber viele unirte und nicht unirte Griechen und Al me-nier, welche unter eigene»Bischöfen stehen, sowie zahlreiche Zuden, die ihre Syn-agogen und einen Oberrabbi haben. Die Angelegenheiten der Lutheraner besorgt