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Vierter Band. F bis G.
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Gall Gallapfel

der Superintendent ven Lemberg . Zur gelehrten Bildung wirken die Univer-sität zu Lemberg und 6 Gymnasien in den wichtigsten Städten des Landes.

Gall (Zohann Joseph), geb. d. 9. März 1758 in Tiesenbrunn im .Honig-,reich Würtemberg, wo sein Vater ein Krämer war. Er siudirte die Arzneiwissen-schaft und lebte zu Wien als Arzt, wo er sich durch s. „Philosophisch-medicinischcnUntersuchungen über Natur und Kunst iin kranken und gesunden Zustande des Men-schen" ('2 Thle., Wien 1791) Vortheilhaft bekanntmachte. Dann erregte er durch s.„Anatomisch-physiologischen Untersuchungen über das Gehirn und die Nerven",wegen mehrer neuen Entdeckungen und psychologischen Bemerkungen auch unterden Nichtärzten Aufmerksamkeit. Diese Entdeckungen wurde» bald u. d. N. derOrganen - oder Gehirnschädellehre allgemeiner verbreitet. G. hakte nämlich schonauf der Schule bemerkt, daß einige Knaben, die ihn trotz s. Aufmerksamkeit imAuswendiglernen übertrafen, sich durch große Augen auszeichneten. DieselbeEigenschaft wurde er in der Folge auch bei großen Schauspielern gewahr. Hierausfolgerte er, daß die Anlage (das Organ) des Gedächtnisses sich wol an dieser Stelledes Kopfs befinden müsse. Zwar ging er nachher von dieser Idee ab, kam aberdoch wieder darauf zurück: daß eö bei einzelnen Anlagen wirklich auf den Bau ein-zelner Stellen des Kopfs ankomme. Seitdem fing er an, Schädel zu sammeln,verglich sorgfältig, welche Erhabenheiten sie mit einander gemein und nicht gemeinhatten, verglich auch die Schädel der Thiere, studirte das Leben der Thiere undMenschen, den Bau ihres Körpers und Gehirns, und entdeckte so nach und nachdie Anlage für einige 20 Organe, oder ebenso viel verschiedene Sitze der hervorra-gendsten Geistesverrichtungen. (S. Schädellehre.) G. sehte bisher seine Lehrenicht in Schriften aus einander, sondern in mündlichen Vortrügen, auf Reisen inden größer» Städten und Universitäten Deutschlands , arbeitete Hdann einige Jahrein Gesellschaft seines Freundes, des ».Spurzheim, zu Paris , wo er mit abwech-selndem Beifall seine Vorlesungen wiederholte und als praktischer Arzt sich aufhielt,an einem großen Werke in franz. Sprache, mit Kupf, Fol., das den Gall'schenEntdeckungen ihren bestimmten Werth sichert, der vorzüglich in anatomischen Ent-deckungen, die Bildung des Gehirns betreffend, besteht. Unter Andern! hat er be-wiesen, was man vorher nur vermuthete, daß das Gehirn in der markigen Massedes Rückgrat« anfange, sich von hier aus netzartig entfalte und in das große unddas kleine Gehirn sich theile. Mit Spurzheim gab G. zu Paris 1810 in 1., mitKupf. in Fol., heraus: „iliwtoniie et pbvsiolnzfte ilu ,<>v8ternn »ei'veux enpssuöral, et nur velni ein oervcau en part'icnl'ier". Gegen mehre ihm ge-machte Vorwürfe, vorzüglich von pariser Gelehrten, vertheidigte er sich in seinerSchrift: „lle-i >Il8pn,>>ltioii5 innee, cle I'nnie ct <Ie I'eüprit, ou clu »lü le, i. 1 -Ir-inie etc." (Paris 1812). Spurzheim hat sich späterhin von G. getrennt und inEngland und Schottland Vortrage über des Letzter» System gehalten. Auch gabSpurzheim in London ein Werk über seine und G.'s Entdeckungen heraus, dasaber strenge Kritiken erfahren hat. Auch erschien hier 1817 ein Spottgedicht in 2Ges., die „Eraniade, oder Spurzheim, bei Licht". Seitdem besorgte G., wel-cher 1823 in London über seine Phrenologie Vorlesungen gehalten hatte, von s.„Or<z.->nole>^ie, on expnsition clen >»5tiuel8, cle8 peneb.ni>8 etc. et ein -lczze üsleui'8 nrxnne^" eine neue AuSg. in 6. Bdn. (Paris 1823—25). Er starb d. 22.Aug. 1828 auf seinem Landhause zu Montrouge bei Paris .

Gallapfel, ein Auswuchs auf den Blättern mehrer Eichengattungen,welche von dem Stiche der Eichenblattwespe herrührt. Diese ist etwas kleiner alsdie gemeine Stubenfliege und auf der Brust schwarz und orangengelb gestreift, derkugliche Hinterleib hat eine kastanienbraune Farbe. Die Gallwespen umschwär-men im Frühjahre die Gipfel der Eichen und begatten sich, worauf das Weibchenmit ihrem hinten befindlichen Stachel ein Loch in die untere Fläche eines Eichen-