Gallier
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übrigens nackt, aber mit dicken goldenen Ketten um Hals und Alin. Ibre langeGestalt, ibr wildes ?lnklitz und struppiges gelbes Haar machten ihren Anblick furcht-,bar; ihr wilder, blinder Muth, ihre unermeßliche Zahl, der betäubende Lärm einerungeheuern Menge Hörner und Trompeten, die gräßlichen Verwüstungen, welcheihren Zügen folgten (dieGefangenen wurden oft geopfert, die Echädel der Erscbla-genen dienten als Triumphzeichen, oft auch als Becher), machten sie zu dem furcht-barsten Volke der alten Westwelt. Aber es fehlte ihnen an Einheit, an Ausdauerund an guten Waffen; denn ihre Schilder waren leicht und schlecht, und ihre unge-heuern kupfernen Echlachtschwerter bogen sich nach jedem Hiebe aus Eisen zusam-men und mußten nach jedem Erreiche erst wieder gerade gezogen werden. Daherwar eigentlich nur ihr erster Anprall fürchterlich. Dieses Volk— sei es, daß der Ge-nuß des Weins, oder ein Etrusker, den die Verführung seines Weibes von einemFürsten des Landes zum Zorn gereizt hatte, sie nach dem fruchtbaren Italien lockte—übe, siel die gegen sie weichlicheil Etrusker, welche auf der andern Seite mit den Rö-mern zu kämpfen hatten. Denn an demselben Tage defs. I. (3L8), als CamüluSVeji einnahm, sollen die Gallier Melpum, eine ansehnliche elruskifche Etadt Ober-ltaftenS, stürmend genommen haben. Aber der Sturm dieser Völkerwanderungwandte sich bald gegen Rom selbst, das für Elusium, eine etruskische Stadt, vermit-telnd eintrat und durch Verhandlungen die Waffen der Gallier aufzuhalten versuchte.Bei diesen Unterhandlungen beleidigten die römischen Gesandten das Völkerrecht;die erbitterten Gallier, denen man Genugthuung versagt, zogen gegen Rom undvertilgten am Flüßchen Allia, 389 v. Eh., den Kern der römischen Jugend, plün-derten und verbrannten die Stadt und belagerten das Capital, das im Begriff war,sich mit Gold zu lösen, als Camilluö (s.d.) rettend erschien. Von dem Zeige deröstlichen Gallier an der Oberdonau haben wir nur spärliche Nachrichten, doch auchaus diese» ersehen wir, daß er Auswanderungen ganzer Völker verursachte; schondamals, scheint es, vermischte sich zum Theil ei» germanischer Stamm, die Cimreroder Einibern, mit den Celten. 109 I. nach der Verbrennung Roms brachen dieseöstlichen Gallier in 3 Mal wiederholten Zügen, 280—278 v. Chr., in das durchviele Kriege an Männern arme Macedonien und Griechenland verwüstend ein. ^
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inacedonilche König Ptolemäus C 'ramms und der Feldherr EostheneS blieben, undGriechenland zitierte. Als sie aber hier den reichen und heiligen Tempel Apollo'S zuDelphi (durch seine natürliche Lage fest) plündern wollten, kamen die Schrecknisseder Religion und der Natur (Stürme und Hagelwetter) über sie; geschlagen, voll-endeten Mangel, Kälte und das Schwert der Griechen ihre Niederlage. EinigeStämme von ihnen gingen nach Kleinasien , wo sie u. d. N. der Galater nochlange ihre Eigenthümlichkeiten und bis in die spätesten Kaiserzeiten ihre Sprache bei-behielten. Die Rückwirkungen dieserWanderungen auf daS eigentliche Gallien schei-nen bedeutend gewesen zu sein. Die Gallier längs der Donau und im Süden vonDeutschland verschwinden seitdem; germanische Stämme besetzen das ganze Landbis an den Rhein und zum Theil auch die jenseitigen Ufer dieses Flusses; jener vonGalliern und Deutschen gemischte Stamm der Cünbern, oder wie die Gallier ihnNannten, der Be lg en, besetzte den ganzen nördlichen Theil Galliens von der Eeineund Marne bis zum Canal und Rheine , ging auch von da nach England über, woer die früher eingewanderten Gallier nach Nordbrilannien (Schottland ) hindrängte,und wo sie seitdem als Caledonier (Berggalen), später als Picken und Scoten in derGeschichie erscheinen. Diese Belgen in Gallien , oder Cimbern, sind die eigentlichenalten Briten. Die Celten in Gallien schritten indessen, obwol in ihren Hauptzüaenihre oben angedeuteten Eigenihünilichkeiten in Verfassung und Sitten beibehaltend,Zu größerer Bildung fort; der Umgang mit den Griechen in Massilia (Marseille ),mit deren Buchstaben sie ihre Sprache schrieben, sowie mit den Carthagern, in derenHeeren sie häufig als Micihvölker vorkommen, mochte dazu viel mitwirken. DochEvnperjakions-Lericoii. Bd, IV« 32