Gallier
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vermochten sie auch jetzt kaum mehr den (Germanen jenseit!« des Rheins zu wider-sieden; wild- rund tapferer als sie waren ihre Halbbruder, die Beigen und Cimbern,sowie dieBruen, welche sich zu bemalen pflegten, von Streuwagen hcrabsiritten,und bei denen Dielmännerei und Vielweiberei eingeführt war. Völlig roh und bar:barisch waren die Hochgalen (Caledonier) in Schottland , und die Bewohner Zr-lands, di^sich nicht nur bemalten, sondern auch künstlich taltowirten, und denenMenschenfleisch, selbst in spätern Zeiten, ei» köstlicher Bissen war, die aber auchihre Frechen kräftia zu vertheidigen wußten. Ihre überalpiscken Bruder indessen(die diesseitigen G.stlier, wie die Römer sie nannten) halten sich, nachdem sie dieEtrusker zum Theil südlich in das heutige Toscana, zum Theil nördlich in die rhä-tischen Alpen zurückgedrängt, in den fruchtbaren Ebenen Dberilaliens niedergelassen.Von hier machten sie sich den Römern, oft in eignen Kriegen, oft als Soldtruppenandrer Völker, noch lange Zeit furchtbar, aber nachdem diese den ersten panischenKrieg glücklich durchgekämpft hatten, schlug 112 Jahre nach der EinäscherungRoms für sie die Stunde der Rache. Vergebens riefen sie kriegerische Völker vonihren Brüdern über die Alpen ; nach einem 6jährigen Vernichtungskriege mußtensich die Reste dieses Volks den Römern unterwei fen (220 v. Ehr.). Zwar versuch:ten sie, als Hannibal das Schrecken seiner Waffen bis vor die Thore Roms trug,das Joch wieder abzuschütteln, aber die Römer, endlich auch in diesen, KampfeSieger, nöthigten sie, sich von Neuem zu unterwerfen. 31 I. später (189 v. Cbr.)traf dasselbe Schicksal ihre Halbbrüder in Asien, die Galater , auch du se wnrk en be-siegt, und ihre Fürsten (Terrarchen) zinsbar; DejotaruS, für welchen Cicero dietreffliche DertheidigungSrede hielt, die wir noch besitzen, war einer dieser Fürsten inspätern Zeiten. Bald überstieg der Ehrgeiz der Römer auch die Alpen ; sie hattensich Spanien unterworfen, und es mußte ihnen viel daran liegen, einen Weg zuLande zii haben, um ihre Truppen b.guem dorthin schaffen zu können. Durch dieBesiegnng der Allobrogen und Arv erner, welche Letztere damals das herrschendeVolk in Gallien waren, unterwarfen sich die Römer in den I. 128—122 densüdlichen Theil Galliens von oen Alpen bis zu den Pyrenäen längs der See. Vonder Pracht der Könige der ArverNer wird uns keine geringe Beschreibung gemach!;sie hielten Dichter an ihrem Hofe, und ein großes Hoflager. Auch wird erzählt,daß sie Hunde fowol zur Jagd als zum Kriege (wie die Spanier in Westindicn) ge-halten hätten. Bold daraus bewegte der Zug der Teutonen und Cimbern, germa-nischer Völker, Europa voin schwarzen Meere bis Spanien . Viele, besondersgallische Volker, von Alters her mit den TiMbern verwandt und gemischt, schlössensich an; 1 consularische Heere wurden von ihnen nach einander vertilgt. Rom zit-terte vor einem Einbrüche der Barbaren inZtalien, da rettete Cajus MariuS (s.d.)die römuche Republik; in 2 mörderischen Schlachten, bei Aip 102 und Vereelli101 V.CHr., vernichtete er diese Nationen; ihre Weiber, nachdem sie vergebens ge-beten hatten, sie den vestalischen Jungfrauen und ewiger Keuschheit zu weihen, ga-ben sich und ihren Kindern den Tod. Nur diejenigen dieser Völker, die, den Aus-gang erwartend, in Gallien zurückgeblieben waren, entrannen dem allgemeinen Ver-derben. 13 I. nach dieser Begebenheit erhielt EajuS Julius Cäsar die Statthalter-würde (das Pi oconsulai) über die Gallien benachbarten Landschaften. Er beschloß,sich ganz Gallien zu unterwerfen, und führte dies innerhalb 9 Jahren, 58—50v.Chr., durch 8 sehr blutige Feldzüge aus. Cäsar fand Gallien in viele Parieien zer-rissen; durch die Anfälle der Germanen, von denen sich ein Haufen unter ihrem Kö-nig Ariovist (Ehrfesi) jenseits des Rheins niedergelassen hatte, geschwächt; vieleVölker, besonders die Aduer, alte Bundesgenossen Roms, ihm geneigt. Anfangstrat er als Reiter und Befreier der Gallier auf, indem er die auswandernden Hel-vetter in ihr Land zurückzukehren nöthigte, auch den Ariovist nach Deutschland zu-ruckwalch. Später bezwäng er die wilden Beigen und trieb einige einwandernde