Band 
Vierter Band. F bis G.
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GaSarten

wunderbare, nie empfundene Wonne entstehen, eine Wonne, welche man indeß nichtmit Unrecht mit der zusammengestellt hat, welche bei den Erhängten dem Erstickenvorhergehen soll. 3) Läßt man Wasserdämpfe über Eisendraht oder Eisendraht-späne in einer weißglühenden Rohre fortsteigen, und sängt die aus der Röhre hervor-kommende Luft auf, so erhält man ein brennbares Gas, das die Erscheinungen desVerbrennen« auf eine ausgezeichnete Art zeigt und im gemeinen Leben brennbare Luftheißt. Es verbrennt nur, wenn es in Berührung mit Sauerstoffgas angesteckt odererhitzt wird, und zwar nur in der Berührungsfläche mit dem Sauerstoffgas oderder atmospärischen Luft, mit einer weißen Flamme. Im Innern desselben ver-mag kein brennender Körper fortzubrennen, sondern erlischt sogleich. Das Productdes Derbrennens ist Wasser, weßkalb man dieses brennbare Gas Wasserstoffgas(^>>ü genannt hat. Es verzehren beim Verbrennen 2 Maß Wasser-

sioffgaS ein Maß SauerstoffgaS, und bilden damit Wasser. Sind beide GaSartennach diesem Verhältnisse gemischt, und man entzündet sie, so entsteht ein furchtbarerKnall, wobei selbst sehr feste Gefäße zersprengt werden können, daher man diesesGas chemisch Knallgas genannt hat. In den sogenannten elektrischen Feuer-zeugen (s. d.) wird ein Strahl Wasserstoffgas in dem Augenblicke, in welchemman ihn aus einem Gefäße in die atmosphärische Luft durch Drehen eines Hahnsentweichen läßt, von einem elektrischen Funken oder einem Stahlsunken entzündet,und brennt so lange fort, bis man den Hahn wieder zudreht. Ganz rein ist es 15Mal leichter als die armosphär. Luft. Man füllt daher damit die Luftbälle, welche,wenn sie groß genug sind, mehre Menschen zu bedeutender Höhe mit hinaushebenkönnen. Der Wasserstoff nimmt die Gasgestalt an, nicht bloß wenn er rein undfür sich vorhanden, sondern auch wenn er mit Kohlenstoff, mit Schwefel, mitPhosphor oder mit einigen Metallen verbunden ist. In diesem Fall entstehen schwerebrennbare Gasarten, die ebenso schwer, oder etwa nur halb so schwer als die atmo-sphärische Luft sind; Kohlenwasserstoffgas, reines oder Sauerstoff haltendes, Schwe-felwasserstsffgas, Phosphorwasserstoffgas u. dgl. m. Mehre dieser letzten Gaü-arten haben sehr merkwürdige Eigenschaften. 4) Wenn Kohle im reinen Sauer-stoffgas verbrannt wird, so ändert dieses zwar seinen Raum nicht, zeigt aber nachdem Verbrennen ganz andre Eigenschaften als zuvor. Brennende Körper verlöschen,Thiere ersticken darin sogleich (daher die Gefahr, brennende Kohlenbecken in verschlos-senen Kammern zu haben), Wasser schlürft das Gas ein und erhält dadurch einensauern pikanten Geschmack, und reines, völlig durchsichtiges Kalkwasser trübt sichsogleich und wird milchig, wenn es mit diesem Gag, welches alle Eigenschafteneiner Säure hat, in Berührung kommt. Es entsteht nicht bloß beim Verbrennenvon Körpern, die Kohlenstoff in ihrer Mischung haben, sondern auch beim Athmen,und ist in sehr geringer Menge (von einem oder einigen Tausendtheilen) in der At-mosphäre vorhanden, daher man es ehemals Luftsäure, später aber kohlenstoffsau-reS GaS oder kohlensaures Gas nannte. Kreide, Marmor, Kalkspath, gemei-ner Kalkstein, Austerschalen u. dgl. m. sind allssammt kohlensaurer Kalk. DurchErhitzen in einer Retorte, oder durch Daraufgießen einer mächtigern Säure, kannman die Kohlensaure vom Kalk austreiben, und dann entweicht sie gasförmig, imletztern Falle unter heftigem Aufbrausen. Dieses ist die gewöhnliche Art, wie mansie sich versch afft. Sie ist die erste Gasart, welche man kennen gelernt hat, und da-mals (1755) nannte man sie fixe Luft. Sie ist um die Hälfte schwerer als die at-mosphärische Luft, verbreitet sich daher in dieser nur langsam, und kann in tiefen,eingeschlossenen Stellen (in Kellern, Brunnen, Höhlen, Gläsern) geraume Zeitbleiben, ehe sie sich in der Atmosphäre verbreitet. Auch läßt sie sich aus einem ho-hen Gefäß in ein andres, fast wie tropfbare Flüssigkeiten, auSgießen. Sie ist dastödtlicheWesen i» den Hundshöhlen bei Neapel, zu Pyrmont und in denMofettenam Vesuv . Sie findet sich in allen Säuerlingen oder säuerlich und pikant schme-